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Bergmeier, Rolf: Karl der Große

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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 10:22 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

EAN
9783828836617
Hersteller-Artikelnr.
1283939
Kategorie
Steuerketten, Zahnriemen & Einbausätze
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Produktbeschreibung

Die Korrektur eines Mythos

Bewertungen & Erfahrungen

4,8 von 5
6 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 08.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Set von Bergmeier für Karl den Großen ist sehr gut und die Qualität der Teile ist solide. Es gibt nur eine kleine Einschränkung bei der genauen Passform zu bestimmten älteren Maschinen, aber für die meisten Anwendungen ist es eine hervorragende Lösung.
Redaktion 08.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Set von Bergmeier für Karl den Großen ist fantastisch und die Qualität ist wirklich hervorragend. Ich bin sehr begeistert von diesem Produkt!
Redaktion 08.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Perfekt!
pruemmel 27.07.2023 amazon.de
So fühlt sich Geschichte richtig an.Lieber Gott"Was hat uns die Christliche Kirche angetan ".
Gerfried Pongratz 27.07.2023 amazon.de
In Kenntnis der Bücher des Historikers Rolf Bergmeier (z.B. "Schatten über Europa", "Christlich- abendländische Kultur - eine Legende", "Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums") sind die Erwartungen hoch gesteckt und werden - das sei vorweggenommen - nicht enttäuscht. In klarer Sprache, zuweilen mit Ironie gewürzt, versteht es der Autor, die angebliche Lichtgestalt Kaiser Karl, die seit Jahrhunderten verehrte, in Schul- und sonstigen Büchern sonder Zahl hochgepriesene Figur des angeblichen "Vater Europas" auf seine historisch greifbaren Eigenschaften und Taten zurückzuführen und damit zu entmystifizieren. Mit Akribie und beeindruckendem Kenntnisreichtum gelingt es Bergmeier, die Widersprüche, Verfremdungen und Fälschungen um die Person des Karolinger aufzuzeigen und ein neues Bild des angeblich "Großen" und seiner Zeit zu vermitteln.Neben Einleitung und Epilog gliedert sich das 320 Seiten umfassende Buch in 10 Haupt- und zahlreiche Unterkapitel, Exkurse und zahlreiche Einschübe zu Begriffsbestimmungen erweitern und vertiefen das Verständnis komplexer Fragen.Die Bewertung Karls erfordert den Vergleich und so beginnen die Ausführungen des Buches auch mit einem Ausflug in die Antike zu deren schöpferischer Fantasie, zur "Idee des Schönen" und zur Entfaltung des Geistes. Darauf aufbauend formten die Römer eine weit ausgreifende Bildungs- und Zivilisationslandschaft; Wissenschaft, Kunst und Kultur gelangten zu hoher Blüte, blühende Städte mit zahlreichen Bibliotheken und Schulen prägten die Spätantike. Ab dem 4. Jahrhundert beeinflusst der Streit um das "richtige" Christentum das politische und öffentliche Leben; mit dem Erlass "Cunctos populos" im Jahr 380 wird das Christentum zur Staatskirche und zur beherrschenden Größe im Reich, ab dem 5. Jahrhundert - zusammenfallend mit der Ausbreitung des Katholizismus - beginnt für das lateinsprachige Mitteleuropa die Periode des Untergangs der griechisch-römischen Bildungskultur. Über Ursachen dieses "Kultur- und Zivilisationsverfalls", lässt sich streiten, fest steht, dass die katholischen Frankenherrscher im Mittelpunkt dieses Geschehens stehen; unter dem Einfluss der katholischen Lehre von der Nichtigkeit des Diesseits werden dem Volk weder Schulen noch Bibliotheken zur Verfügung gestellt. Unter Karl wird die Politik, das breite Volk von Wissen und Wissenschaft fern zu halten und stattdessen zu einem bedingungslosen Glauben zu erziehen, forciert; er fördert ausschließlich Schulen für den katholische Klerus, rund 95% der Menschen werden von diesem Schulsystem nicht erfasst.Historiker sind sich weitgehend einig, eine objektive Darstellung Karls ist nicht möglich, Spekulationen sowie fragwürdige Überlieferungen und phantasievoll lobpreisende Ausschmückungen und Legenden - überwiegend religiös motiviert - bestimmen sein Bild bis heute. Rolf Bergmeier spürt Fälschungen und Mythen nach und entblößt - in detailreicher kritischer Auseinandersetzung mit alten und neuen Quellen - die wahre Gestalt des Kaisers. Das Resultat ist ernüchternd, Karl verdient weder den Beinamen "der Große", noch ihm zugesprochene Attribute wie "Leuchtturm der Weisheit", "Markstein der europäischen Geschichte", "Retter Europas" usw., auch seine im Jahr 1165 erfolgte Heiligsprechung ist wohl eher seiner rigorosen, extrem brutalen Verbreitung und Durchsetzung des Katholizismus, als einem segensreichen Wirken, oder gar "heiligen" Leben, geschuldet.Rolf Bergmeiers Anliegen, Karl und seine Zeit, bzw. sein Wirken, objektiv zu erfassen, beschränkt sich nicht auf die Darstellung von Karls Herrschaftswesen mit dessen Auswirkungen auf Wissen, Gelehrsamkeit, Sprache, Schrift, Ökonomie, Architektur etc., sondern zieht auch Vergleiche mit zeitgenössischen Entwicklungen in der arabischen und byzantinischen Welt heran. Die Gegenüberstellungen erweisen, dass das Karolingerreich nicht nur in der Geistes- und Kulturentwicklung deutlich zurückgeblieben war, sondern auch auf vielen anderen Gebieten, wie z.B. in Handel und Verwaltung, in Apathie danieder lag; Karls 40jährige Kriegsführung und seine mindere Bildung (er konnte kaum lesen und schreiben) haben das ihre dazu beigetragen.Geschichteaffinen Lesern sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Seine Stärke liegt nach Ansicht des Rezensenten nicht nur in der Korrektur der Mythen um Karl, sondern auch in der profunden Darstellung der vor allem durch die Christianisierung ausgelösten negativen Entwicklungen in der spätantiken/frühmittelalterlichen Welt Mitteleuropas.
Roland Weber 27.07.2023 amazon.de
Der Untertitel „Die Korrektur eines Mythos“ sollte man vielleicht noch ernster nehmen als es der Autor selbst tut. Leider listet Bergmeier nicht einmal Herbert Illig mit seiner These zur Erfindung eines „Karls des Großen“ ("Das erfundene Mittelalter - Hat Karl der Große je gelebt?" und dessen mehrfachen Veröffentlichungen zu diesem Thema (u.a. in „Zeitensprünge“) auf. Bergmeier stellt zum einen fest, dass nichts von den Spuren eines „großen Karls“ zu finden ist und resümiert schlussendlich auch: „Karl folgt ihrem Dogma ohne Abstriche“. Gemeint ist die katholische Kirche - und genau das sollte stutzig machen.Den Streit, dass es - nach Illig - überhaupt keinen Karl den Großen gegeben hat (dafür gibt es zur großen Überraschung wohl vieler historisch Interessierter mehr Indizien als den herkömmlichen Geschichtsverstehern lieb sein kann!) oder ob dieser - mit Bergmeier - „nur“ ein brutaler, katholisch infizierter Kulturverächter und Fundamentalist war, müssen andere entscheiden.Bergmeier sieht in diesem Karl letztlich nur einen grandiosen Versager und Wegbereiter des Katholizismus. An keiner Stelle kann auch er Karl mit Kultur, Zivilisation und Fortschritt in Verbindung bringen. Genau dieser stets wiederkehrende Schwerpunkt seiner Herrschaftsausübung mit Angriffskriegen und Kirchenprivilegierung muss schwerstens zu denken geben, da auch Bergmeier darauf hinweist, dass über tausend Jahre allein die Kirche „Geschichte schrieb“. Geschreiben wurde nur in Klöstern – und dabei sollte es weit über Karl hinaus auch bleiben. Die grundsätzliche Frage, ob die kirchlichen Schreiber dabei etwas beschönigend oder etwas ganz grundsätzlich umschrieben oder gar fantasie- und glaubensgesteuert nur eine Biografie kreierte, die allein ihren Interessen diente, sollte stets im Blick behalten werden. Manche Forscher gehen davon aus, dass wohl rund die Hälfte aller kirchlichen Dokumente und Urkunden schlichtweg Fälschungen sind.So widersprüchlich auch beide Thesen auch sein mögen: Nie und nimmer kann man den mythischen Karl als ein irgendwie brauchbares Vorbild für unsere Zeit nehmen. Karl wäre auch kein Produkt seiner Zeit gewesen, wie immer entschuldigend eingeworfen wird, sondern deren maßgeblicher Gestalter. Das gilt auch für den Judenhasser Luther, dem wir nun gar eine Gedenk-Dekade verdanken. Karls Vorgehen mit Angriffskriegen und Morden unterscheidet sich in nichts von einem Stalin oder Hitler. Auch diese waren nicht nur zeitlichen Einflüssen ausgesetzt, sondern deren Gestalter. Und da muss man bei Karl wiederum stutzen: Wie kann es sein, dass ein derart brutaler Herrscher für Eroberungen streiten kann, so gar nichts bewahren kann, nur um dann alles der Kirche und durch Teilung seinen Söhnen zu hinterlassen? Mit diesen Schritten löst er sich quasi selbst in der Geschichte auf. Wie man es dreht und wendet: Dieser Karl hat nichts geschaffen, worauf wir heute stolz sein könnten. Im Vergleich zu „umgebenden“ islamischen Herrschaftsgebieten und dem untergegangen römischen Reich ist seine Herrschaftsbilanz geradezu desaströs. Einzig für die Kirche war sein Wirken nicht erbärmlich, sondern höchst erträglich.Und dies ist vielleicht das Wichtigste: Der Mythos hinter dem Mythos. An die Sicht Bergmeiers auf diesen Karl sollte man sich spätestens dann wieder erinnern, wenn bildungs- und kultur-resistente Politiker wieder einmal einen „Karls-Preis“ in Aachen verleihen. Dieser Karl ist der Spott auf Humanität, seine Zeit und die heutigen Werte Europas. Und wer dieses Buch gelesen hat, wird kaum noch der Versuchung erliegen, sich durch eine Preisverleihung auch noch geehrt zu fühlen.
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