Ich gebe zu, dass der Titel "Yummy Veggie. 50 vegetarische Rezepte für Teens. Mit Nähwertangaben zu jedem Gericht" aus dem DK Verlag ein wenig irreführend ist. Rein vom Titel ausgehend, war ich nämlich der Meinung, dass es hier Rezepte für Teenies gibt. Ein Blick ins Buch zeigt mir dann aber schnell, dass dieses Buch sich vielmehr an junge Menschen richtet und diese zum Kochen animieren will. Ob ich da jetzt unbedingt das mit den Kalorien aufs Cover gepackt hätte, weiß ich aber nicht. Nachdem das jetzt aber geklärt ist, werfen wir doch auch direkt einen Blick auf den Aufbau.Weil es sich eben mehr oder weniger um Kinder handelt, gibt es erst mal noch klare Küchenregeln wie Hände waschen, Haare zusammenbinden, Sicherheitsvorkehrungen und Hinweise zum Thema "Sauberkeit". Muss man ja alles irgendwann mal lernen und selbstverständlich ist eben nicht alles.Das Werkzeug, das man so in der Küche braucht wird auf einer Doppelseite nicht nur aufgezählt, sondern auch direkt abgebildet. Das hat den Vorteil, dass man nicht dauernd Mama fragen muss. Sehr gut. Und dann gibt es noch eine Einführung in die Ernährungswissenschaft und mehrere Seiten mit geballtem Wissen zu Obst, Gemüse, Kohlenhydraten, Milch und Proteinen, Ballaststoffen und Würzzutaten. Auch hier ist alles reich bebildert und gut erklärt.Dann starten wir mit der Rubrik "Frühstück" und Anregungen für "Avocadocreme auf Toast", "Rühreier", "Mangojoghurt mit Brotstreifen", "Karotten-Pfannkuchen", "Bircher Müsli" und "Pochierte Eier mit Gemüse und Soße". Alles mit vielen Abbildungen, Tipps und Hinweisen, damit es auch ganz sicher gelingt. Dann landen wir bei "Zum Snacken" und "Fladenbrot mit Dips", "Bananen-Chips mit Dips", "Bulgur-Salat mit Früchten", "Chinesische Sommerrollen" oder auch "Kräutermuffins mit Käse". Alles wirklich kinderleicht und trotzdem so, dass auch Mama und Papa sicher gerne probieren.Zum Mittagessen tischt der Teenie dann "Gemüse-Wraps", "Quesadillas", "Vegetarische Gyoza", "Kürbissuppe", "Dhal mit Paratha-Brot" und "Japanische Gemüseröllchen" auf. Wenn das der junge Mensch allerdings tatsächlich selbst zubereiten soll, wenn er aus der Schule kommt, dann finde ich die angegebene Zeit von 40 bis zu 90 Minuten schon arg ambitioniert. Bis da das fertige Essen auf dem Tisch steht, hat der Teenie doch längst eine halbe Packung Chips verdrückt, weil er schlicht Hunger hat, wenn er nach Hause kommt. Das sehe ich dann eher als Wochenendprojekt oder in den Ferien, wenn man frühzeitig anfangen kann und alle Zeit der Welt hat.In der Kategorie "Zum Trinken" erwarten uns Ideen wie "Frucht-Mandel-Shake", "Gurken-Drink", "Melonen-Fizz", "Pfirsichtraum" oder "Mango-Lassi". Abends gibt es dann noch "Süßkartoffel-Lasagne", "Grüner Bohnentopf", "Süßkartoffel-Falafel", "Calzone mit Gemüse", "Veggie-Würstchen mit Kartoffelbrei", "Gebratener Blumenkohl", "Kokosreis mit scharfen Bohnen" und "Gemüsegulasch mit Klößen". Hier erinnere ich mich zum ersten Mal wieder, dass das Buch ja veggie ist- war bis dahin nicht groß störend, aber beim Abendessen ist alles irgendwie so "alternativ". Nicht ganz mein Geschmack. Zum Glück gibt es dann aber noch "Zum Naschen", wobei "Coco-Schoko-Energiekugeln", "Avocado-Bananen-Eis", "Orangenplätzchen" und "Rote-Bete-Brownies" durchaus noch Luft nach oben lassen.Für Einsteiger ein übersichtliches und gutes Werk, das perfekt anleitet und Mut macht, sich zu probieren. Das ein oder andere Gericht finde ich ein bisschen konservativ, aber der Mix ist gelungen. @lotteliebtlecker.wordpress.com