Dünen, Wüste, Dschinn, Magie, Mythologie, Intrigen, gesellschaftliche Unterschiede und viele Kämpfe - Willkommen in Daevabad, in dem Nichts so ist wie es scheint...Ich habe mich bereits ab der ersten Seite sehr wohl in Daevabad gefühlt bzw. bereits in Kairo, in dem wir uns ganz am Anfang mit Nahri befinden. Nahri ist eine junge Frau, eine Diebin/Betrügerin, die alle Sprachen sprechen kann und um eine besondere Gabe verfügt. Sie ist ein moralisch grauer Charakter, klug, gewitzt und dafür dass es im 18. Jahrhundert spielt ziemlich emanzipiert als alleinstehende Frau, die bereits als junges Mädchen auf sich alleine gestellt war. Dies ändert sich, nachdem sie auf Dara, einen Afshin, der sich als grumpy, nicht bösartig, aber durchaus sexy herausstellt. Ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen, seine Handlungen waren zwar an manchen Stellen ein wenig grenzwertig, besonders am Ende, aber ansonsten habe ich seine Dynamik mit Nahri geliebt. Über seiner Vergangenheit schwebt immer noch ein riesiges Fragezeichen, aber das macht ihn nur mysteriöser, genauso wie Nahri, die gar nicht existieren dürfte. Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Folgebände noch ein wenig Licht ins Dunkle bringen, ganz besonders wünsche ich mir auch mehr Aktivität von Nahris Seite. Bevor sie in Daevabad eintrifft, habe ich ihre Selbstständigkeit geliebt, aber danach rutschte sie immer mehr in die Passivität, machte sich abhängig, ließ andere über sich bestimmen. Ich war nicht enttäuscht, aber ich hätte mir mehr Initiative ihrerseits gewünscht.Meckern auf hohem Niveau. Denn ansonsten hatte die Geschichte einfach alles. Eine coole, abwechslungsreiche Handlung, tolle Charaktere, neben Nahri und Dara habe ich auch Ali sehr schnell in mein Herz geschlossen, und eine Stadt, die sich verändert, in Bewegung ist, alle sind gegeneinander gestellt, die Streitigkeiten kochen hoch, jederzeit könnte ein Krieg losbrechen, etc. Besonders das Ende hat mich mit einem lachenden und weinenden Auge zurückgelassen. Alles überschlägt und verändert sich. Ich bin geschockt, traurig, wütend, neugierig und weine innerlich, weil es weh tut. Ich habe noch so viele Fragen, möchte noch so viel entdecken, kennenlernen, erfahren, sodass ich es kaum erwarten kann weiterzulesen. Zu Band 2 soll es scheinbar einen riesigen Zeitsprung geben, ich bin mal gespannt. Ich vergebe 4,5/5 Sterne.
Diese gelungene orientalische Fantasy nimmt uns mit auf eine Reise in eine Welt des Nahen Ostens, in der wir uns vollständig eintauchen können.Diese Geschichte hat mich buchstäblich in eine andere Welt und vor allem in eine andere Kultur entführt, und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Ich liebe orientalisch inspirierte Bücher und Filme. „Die Stadt aus Messing” hat bei mir wunderbare „Aladdin”-Vibes ausgelöst und ich habe es wirklich sehr geliebt! Ich finde es auch immer wieder schön, im Text arabisches Vokabular zu sehen.Die Autorin hat ein unglaublich gut gemachtes Worldbuilding geschaffen, das mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Die Beschreibungen sind so lebendig und das Vokabular und die Linguistik so ausgefeilt, dass ich mich sofort in diese fremde Welt einfinden konnte.Die Erzählung ist sehr komplex, denn es gibt eine Vielzahl an Stämmen, Religionen, Spannungen und Politik.Der erste Band ist ein guter Einstieg, auch wenn er vielleicht nicht ganz so dynamisch ist. Hier werden die Grundlagen für die Welt von Daevabad gelegt.Ich habe die Geschichte um Nahri wirklich gern verfolgt, denn sie ist eine starke und selbstbewusste Heldin. Aber am meisten hat es mir die Perspektive von Ali angetan. Ich finde seinen Charakter wirklich wunderbar. Er möchte seinem Volk so gerne helfen und genießt den Reichtum, den er als Prinz hat, auf eine ganz bescheidene Art und Weise.Ich habe das Buch wirklich sehr gerne gelesen, aber ein paar Dinge haben mich dann doch ein bisschen gestört. Es gab zum Beispiel ein paar Klischees aus der Fantasywelt, die ich persönlich nicht so gern mag. Zum Beispiel einen Prinzen, der die Schwachen verteidigt, aber Angst hat, seine Familie zu verraten, eine ungerechtfertigte Familienfehde oder die Diskriminierung und Rebellion der Halbblüter. Aber das ist natürlich Geschmackssache.Ich möchte gerne anmerken, dass es auch eine Verliebtheit zwischen zwei der Hauptfiguren gab, die meiner Meinung nach keine wirkliche Grundlage hatte. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin die Beziehung zwischen den beiden etwas langsamer und behutsamer aufgebaut hätte.Der Plot ist wirklich verrückt und die Welt, die die Autorin erschaffen hat, ist komplex und sehr faszinierend! Der Anfang der Geschichte ist sehr dicht, es gibt viele Begriffe, die man sich merken muss. Nahid, Shafit, Daeva, Djinn, Marid, … Am Ende gibt es ein Glossar, das sehr hilft (ich habe es ein paar Mal benutzt). Der Anfang ist also ein bisschen kompliziert, aber wenn man einmal in der Geschichte drin ist, ist es einfach wunderbar. Ich habe mich nicht gelangweilt, es gibt viel Action und tonnenweise Enthüllungen!Das Ende hat mir richtig Lust auf den zweiten Band gemacht, und ich kann es kaum erwarten, ihn zu lesen!Fazit:Ich habe „Die Stadt aus Messing” wirklich sehr geliebt. Der Weltenbau ist einfach atemberaubend, die Charaktere sind vielfältig und liebevoll gestaltet, die Verbindungen sind komplex und nichts wird dem Zufall überlassen. Die Autorin hat wirklich eine ganz tolle Arbeit geleistet, was Kultur, Geschichte und Religion angeht.Die Charaktere sind nicht von Grund auf gut, sondern manchmal sogar richtiggehend hassenswert. Umso erfreulicher war es, solche Charaktere so gut geschrieben zu sehen.Ich bin ganz begeistert und freue mich schon sehr auf den zweiten Band.4 von 5 Sternen!