Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog
Geschichte Europas EAN 9783837123296

Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Hersteller: Random House Audio  ·  MPN: 1093595
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Produktbeschreibung

Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Bewertungen & Erfahrungen

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Pepe 26.04.2024 amazon.de
Ausführlich und mit sehr vieln Hintergrund-Informationen. Lesenswert !
Holi 26.04.2024 amazon.de
Ich war bei Christopher Clark ein wenig skeptisch, da ich sein Preußenbuch nicht zu Ende gelesen hatte. Es war nicht wirklich interessant geschrieben. Oder war die Preußengeschichte nicht interessant? Hin wie her, trotz guter Kritiken wartete ich lange, bis ich bei den Schlafwandlern zugriff. Ich wurde nicht enttäuscht. Trotz riesigem Quellennachweis nach jedem Kapitel hat Clark die Geschichte fesselnd aufgeschrieben. Und dabei die Hintergründe beleuchtet: warum piekten die Serben die Habsburger, warum war das Habsburger Reich mitnichten dem Tod geweiht und sogar ein wenig der Vorläufer der EU. Oder: warum war Franz Ferdinand nicht wirklich beliebt.Auch die Russen füllen sehr viele Seiten. An Hand der Analyse Clarks wird deutlich, dass die Paranoia nicht erst mit Josef Stalin und den Kommunisten Einzug in die russische Politik hielt und "über Bande" auch unter dem Zaren sehr beliebt war. Relativiert wird die britische Balance of Power. Clark rückt die englische Sichtweise auf den Globus, so dass eine Sicherung der Kolonien das Handeln der Personen bestimmte: entweder sollte der Russe militärisch oder durch ein Bündnis bei seiner vermuteten Expansion in Fernost eingedämmt werden. Der Krieg gegen Deutschland erscheint so als Kollateralschaden dieser Politik, die nicht zwangsläufig einen Kriegseintritt Englands auf Seiten der Entente bedeutete.Die Franzosen wiederum knabbern an ihrem 1870/71-Trauma und wollen Deutschland dafür bluten sehen. Am besten mit Rußland und England an seiner Seite. So konstruiert man zusammen mit Rußland ein Balkanszenario, welches nicht nur den gewünschten Krieg bringen soll, sondern gleich noch die Kriegsschuld elegant auf den Gegner abwälzt.Und Deutschland? Ignoriert zuerst die Bismarcksche Bündnispolitik, was ein Zusammengehen Frankreichs und Rußlands begünstigt und gibt dann auch noch Österreich Rückendeckung, als diese die Serben wegen der Ermordung Franz Ferdinands züchtigen wollen. Klar, dass der Russe es nicht gern sieht, wenn seine Brüder durch Nichtslawen erzogen werden. Ermuntert von Frankreich, die hier die Chance sehen, ihren Revanche-Krieg zu bekommen, macht Rußland mobil. Entschuldigung teilmobil. Na ja, doch irgendwie mobil, da teilmobil im Plan nicht vorgesehen war. Hin wie her: Deutschland will eine Mobilmachung nicht tolerieren - und weiß auch gar nicht, dass es "nur" eine Teilmobilmachung ist - und macht, nachdem der Russe irgendwie den Säbel nicht zurück in die Scheide stecken kann - auch mobil. Blöd hier, dass der einzige Plan vorsieht, dass man zuerst Frankreich niederwerfen muss, bevor es gen Osten geht. Plan ist Plan ... der Rest ist bekannte Geschichte. Und zeigt, wie wichtig Institutionen wie der internationale Gerichtshof, die UNO oder auch "rote Telefone" sind.Auch, wenn ich bei manchen Thesen Clarks auf Grund der bisherigen Geschichtsschreibung, die Deutschland quasi die Alleinschuld für den großen Krieg gibt, so meine Bauschmerzen habe, so ist seine Darstellung durchaus schlüssig und zeichnet ein differenziertes Bild. Allerdings finde ich seine Darstellung, dass in der Endphase Deutschland ausschließlich als Getriebener agiert, durchaus diskussionswürdig.Eigentlich würde ich die vollen 5 Sterne geben. Allerdings werden die Karten auf dem Kindle ziemlich unleserlich dargestellt, was gerade bei einem Geschichtsbuch ein deutliches Manko darstellt.
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