Die Täuschung: Kriminalroman von Charlotte LinkInhalt: Der fürsorgliche Ehemann Peter Simon, auch erfolgreicher Geschäftsmanm, ist nach einer Reise in die Provence scheinbar untergetaucht. Seine Frau Laura versucht verzweifelt vor Ort zu recherchieren und stößt dabei auf seltsame Widersprüche. Schließlich muss sie die bittere Erkenntnis schlucken, dass ihr Mann nicht der war, für den sie ihn hielt. Bei ihrer Suche nach der Wahrheit gerät sie selbst in tödliche Gefahr.Charaktere: Die Autorin bringt ihrer Leserschaft die handelnden Personen sehr nahe, denn sie beschreibt alle Charaktere mit viel Tiefe und Emotionen. Oftmals kann man deren Entscheidungen nachvollziehen. Andererseits treffen die Protagonisten auch Entscheidungen, die völlig überraschend sind. Aber das zeichnet einen guten Krimi aus, dass Personen sich eben nicht über einfache, naheliegende Alternativen definieren.Cover: Das Cover gibt die Grundstimmung des Buches wider, ein altes verfallenes Haus mit geschlossenen Fensterläden in trister, trostloser Umgebung. Sehr passend.Schreibstil: Auch diesmal ein kurzer Prolog - ich liebe kurze Prologe. Frau Link lässt ihren Leser/innen immer nur soviel Einblick in das Geschehen gewähren, wie es zum Verständnis nötig ist. Deshalb hielt sie mich bei der Stange. Man fiebert mit, wie es wohl weitergehen wird und Charlotte Link beherrscht es, Cliffhanger an fast jedem Kapitelende anzubringen. Man wird dadurch animiert, bis zum Schluss dabei zu bleiben.Persönliche Kritikpunkte: Warum wird die Polizei nicht aktiv? Man merkt jedenfalls nicht viel von professioneller Ermittlungsarbeit. Gerade zum Schluss hin wieder viele, zuviele Sätze mit hatte, hatte, hatte. Das muss zumindest einem erfahrenen Lektor auffallen.Mein Fazit: Ein gelungener Krimi mit vielen Wendungen. Er hat mich sehr gut unterhalten. Am besten alle Medien ausschalten und mit Buch, Kaffee oder einem Glas Wein das Lesesofa besetzen.