Dieses Buch zur Landeskunde UK ist im Gegensatz zum Gegenstück USA recht gut, hat aber auch seine Probleme.S. 16 wäre es nett gewesen zu erklären, dass die Aufteilung House of Commons und House of Lords auf die Magna Carta zurückgeht, die bereits die absolute Macht des Monarchen beschränkte und die Glorious Revolution auch deswegen ausbrach, weil der König sich der Magna Carta nicht beugen wollte. Generell fehlt die Magna Carta in diesem Buch.S. 19 werden berühmte PMs gelistet, aber die SUS können mit den Namen allein wahrscheinlich wenig anfangen. Kurzbiographien wären angebracht gewesen.S. 22 Die neoliberale Thatcher wird vollkommen unreflektiert gelobt. Keine Erwähnung, dass sie die Ursache für die heutige gesellschaftliche Spaltung ist und wie verhasst sie auch heute bei vielen Briten ist. Keine Erwähnung, dass sie ein neoliberaler Hartliner war, der die Gewerkschaften mit Gewalt gebrochen hat und dass noch heute Verfahren wegen Polizeigewalt durch den Staat zu ihrer Zeit laufen.S. 32 Keine Erwähnung dass Edward VIII abdanken musste, weil er ein Nazisympathisant war.S. 37 Keine Erwähnung des „enclosure process“, der die armen Bauern von ihrem Land vertrieb, so dass sie in der Stadt Arbeit suchen mussten.S. 39 Keine Erwähnung, dass der ach so tolle James Watt mit seinem sehr breiten Patent die Entwicklung der Eisenbahn mit Nägeln und Klauen verhinderte solange sein Patent lieft. Er ist ein Paradebeispiel, warum Patente Fortschritt ausbremsen und schlecht sind.S 42 werden die sozialen Reformen gelobt bei denen im Thatcher Kapitel gelobt wird, dass sie abgebaut wurden. Warum war während der Industriellen Revolution das gut, was heute als Sozialismus verteufelt wird und der damalige Neoliberalismus, der die Menschen ins Elend gestürzt hat ist heute die Rettung? Das Kapitel Industrial Revolution hätte Parallelen zu heute ziehen sollen.S. 44 Excessive wage demands led to wage inflation: Der Autor hat keine Ahnung wie Lohn und Inflation zusammengehören und exessive ist zum einen wertend zum anderen platte neoliberale Propaganda.S. 54 Keine Erwähnung der bedrom tax.S. 55 erneut neoliberale Propaganda der „heavy tax birden on the younger generation“. Der Autor hat das Umlagesystem nicht verstanden und sollte vielleicht mal Heiner Falssbecks Makroskop lesen.S. 94 Wäre nett gewesen zu erwähnen, dass der HCSQ die Festplatten des Guardian zerstört hat und wie in UK mit Whisleblowern umgegangen wird.S. 96 Aufteilung der Medien hin high, middle, low Quality wäre sinnvoll gewesen.Immerhin, jedes Kapitel hat eine gute Zusammenfassung. Insgesamt aber teilweise doch sehr entlarvend, was die heutige Ideologie angeht, wenn die sozialen Reformen zur Zeit der industriellen Revolution noch als gut und notwendig gepriesen. Das zurücknehmen dieser Reformen in der Thatcher Ära viel besser, denn Arbeiter sind gefügiger und England geht es besser... Entlarvende neoliberale Ideologie, die sich binnen weniger Seiten widerspricht. Teilweise zu viel unreflektiertes Nachgeplapper und fehlendes Einbetten in historische Kontexte.Besser als die US Version dieses Buches, aber dennoch problembehaftet. Diese Probleme kann man als Lehrer natürlich im Unterricht aufgreifen und explizit aufarbeiten. SuS jedoch, nehmen für bahre Münze, was in solchen Büchern steht.3,5 Sterne
In diesem Buch werden kurz und prägnant wichtige landeskundliche Inhalte Großbritanniens aufbereitet. Der Schreibstil ist einfach und leicht verständlich gehalten und damit sehr zielgruppenorientiert."Landeskunde Großbritannien Abitur-Wissen" gliedert sich in 10 Kapitel, die sich unter anderem mit dem politischen System, dem sozialen System, der industriellen Revolution und der Trade Unions, dem Schulsystem sowie Religion und Sport auseinandersetzen. Ein Kapitel widmet sich speziell Nordirland, Schottland und Wales.An manchen Stellen wäre mehr Veranschaulichung wünschenswert gewesen. Beispielsweise hätte man im Kapitel zu Education eine Abbildung des Schulsystems integrieren können. Sinnvoll fand ich die Surveys am Ende jeden Kapitels.Insgesamt eine empfehlenswerte Übersicht für Abiturienten, aber auch für jeden anderen, der sein landeskundliches Wissen über Großbritannien auffrischen möchte.