"Dieses lesenswerte Buch kann die Grenzen des Therapeuten erweitern." Deutsche Zeitschrift für zahnärtzliche Hypnose Frank Farrellys Provokative Therapie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Ansatz weiterentwickelt, der sich in fast alle Beratungs- und Therapieformen integrieren lässt. Er bereichert neben der Arbeit von Psychotherapeut:innen und Ärzt:innen auch die anderer helfender Berufe und professioneller Kommunikatoren wie Trainer:innen, Coachs, Mediator:innen und Lehrkräfte. Diese Einführung vermittelt neben den Grundlagen des Ansatzes auch seine Bezüge zu Verhaltens therapie, systemischer Therapie und Hypnotherapie. Noni Höfner und Charlotte Cordes beschreiben typische Werkzeuge und ihren Einsatz im konkreten Beratungsprozess: Klient:innen imitieren, Vor- und Nachteile auf den Kopf stellen, Differenzierungen provozieren u. v. a. Auch auf Kontraindikationen wird eingegangen: Wann darf man provokativ werden und wann nicht? Den Abschluss bilden zwei Transkripte aus Therapiesitzungen mit Frank Farrelly sowie zwei weitere aus Coaching- bzw. Supervisionssitzungen der Autorinnen. Die Autorinnen: E. Noni Höfner, Dr. phil., Dipl.-Psych., vertritt im deutschsprachigen Raum den provokativen Ansatz - Provokative Therapie (PT), Provokativer Stil (ProSt)®, Provokative SystemArbeit (ProSA)® und Provokatives Coaching (ProCo)®. 1988 war sie Mitgründerin und ist seither Leiterin des Deutschen Instituts für Provokative Therapie (D. I. P.). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Fort-und Weiterbildungsseminare, Vorträge und Supervisionsseminare für Angehörige der helfenden Berufe sowie professionelle Kommunikatoren aus anderen Bereichen (Trainer, Coachs, Supervisoren, Mediatoren u. a.). Daneben bietet sie firmeninterne Führungstrainings an. Seit über 40 Jahren hat sie eine Privatpraxis für Einzeltherapie, Coaching und Supervision in München. Sie ist Autorin mehrerer Bücher und zahlreicher Artikel zum Thema humorvolle Provokation. Mit ihrem Kabarettprogramm "Die Kunst der Ehezerrüttung" tritt sie in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und an anderen Spielorten auf. www.provokativ.com Charlotte Cordes, Dr. phil.; Trainerin, Beraterin, Coach (Provokativer Ansatz und Improvisationstheater) am Deutschen Institut für Provokative Therapie, Improspielerin auf diversen Bühnen (www.improgoesloose.de) und Sängerin beim Vokalensemble Die Dachschrägen; Zusatzausbildungen: Provokative Therapie (Frank Farrelly), EMDR (Andreas Zimmermann), EFT (Dr. David Lake, Steve Wells), PEP (Dr. Michael Bohne). Fort- und Weiterbildungstätigkeit, Vorträge und Supervisionen zum Provokativen Ansatz sowie zu Tools aus dem Improvisationstheater für professionelle Kommunikatoren (Ärzte, Psychotherapeuten, Trainer, Coachs, Supervisoren, Mediatoren, Schauspieler, Sänger u. a.). Private Coachingpraxis in München. Improspielerin, Sängerin. Autorin mehrerer Bücher und Fachartikel.
Bewertungen & Erfahrungen
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Redaktion14.07.2026
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Das Buch bietet interessante Einblicke in den provokativen Ansatz und erweitert den Horizont des Lesers, wenngleich der Inhalt für manche Leser sehr spezifisch ist.
Provokativ zu arbeiten ist für manche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie viele andere Akteurinnen und Akteuren in psychosozialen Arbeitsfeldern eine Zumutung. Sie sehen es nicht als eine Chance an, über die Hürden der Provokation zu springen. Was sie gleichzeitig dabei vergessen: Seelische Nöte sind mindestens in gleichem Maße eine Zumutung für Menschen. Oder anders gesagt: ungewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Handlungsansätze.Mit dem „Provokativen Ansatz“, für den die Psychotherapeutin Noni Höfner und die Coachin Charlotte Cordes stehen, gibt es die Möglichkeit, ungewohnte Wege zu gehen. Durch gezielte Provokationen werde der Klient herausgefordert, „seine emotionalen Energien produktiver zu nutzen und sein Leben wieder selbstbestimmt in die Hand zu nehmen“ (S. 17). Mit diesem Ansatz geben die Vordenkerinnen des provokativen Stils nicht nur die Selbstmächtigkeit an betroffene Menschen zurück. Sie erteilen gleichzeitig einer Haltung eine Absage, die in der Stagnation verharrt.In therapeutischen Beziehungen wird allzu häufig über die Asymmetrie des Miteinanders räsoniert. Dass sich Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Begleiterinnen und Begleiter von Menschen verstehen, dies erscheint in Zeiten evidenz-basierten Arbeitens allzu banal. Umso erfrischender wirkt es, dass Cordes und Höfner ausdrücklich betonen, der provokative Humor sei frei von Bosheit und habe nichts mit Auslachen zu tun (S. 19). Denn: „Der provokative Berater lacht nicht über den Klienten, sondern macht sich zusammen mit ihm lustig, und zwar nur über die Bereiche, in denen der Klient feststeckt“ (S. 19).Während der Lektüre des Buchs „Einführung in den Provokativen Ansatz“ gewinnt die Leserin und der Leser den Eindruck, dass Cordes und Höfner einen sehr aktiven und konstruktiven Ansatz in die therapeutische Begleitung von Menschen, deren Seelen aus der Balance geraten sind, vertreten. Die offensive Ansprache bei der provokativen Arbeit erscheint als Kontergewicht zum Liegen auf der Couch, das auf das freie Assoziieren setzt.Cordes und Höfner gestehen zu, dass der provokative Ansatz nur schwerlich einer wissenschaftlichen Objektivierung standhält. Es sei ein grundsätzliches Problem bei der Überprüfung von Psychotherapieergebnissen, dass es für subjektive Befindlichkeiten im naturwissenschaftlichen Instrumentarium keine adäquaten Messmethoden gebe (S. 33). Für den psychotherapeutischen bzw. psychiatrischen Praktiker ist dies sicher weniger bedeutend. Schließlich geht es im Miteinander mit Menschen, die an der eigenen Seele leiden, um die Effizienz der Problemlösung. Betroffene Menschen bestätigen umso häufiger den Erfolg.Wer sich in der psychotherapeutischen Arbeit auf den provokativen Ansatz einlassen will, der hat mit dem Buch „Einführung in den Provokativen Ansatz“ einen ausgezeichneten Startblock. Die Grundlagen werden übersichtlich und verständlich vorgestellt. Das provokative Arbeiten wird mit einfachen Praxisbeispielen nachvollziehbar. Das Buch lebt von den vielfältigen Erfahrungen der provokativen Praktikerinnen Cordes und Höfner.Das Buch profitiert davon, dass Höfner Erfahrungen als Kabarettistin und Cordes als Improvisationsschauspielerin hat. Denn über den Blick in das Improvisationstheater unterstreichen sie, dass es nicht um den guten Gag geht. Vielmehr geht es um die Impulse und Anregungen, um aus der eigenen Erstarrung zu kommen.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.