Nach dem spritzigen Buch Das Wörterbuch der bösen Mädchen wollte ich mehr von geistreichen, humorvollen und/oder tiefsinnigen Zitaten zu spezifischen Themen oder Worten lesen. Das Lexikon der Geistesblitze verspricht ein Band der witzigsten Gedanken alter Zeiten zu sein.Meinung:Das Lexikon der Geistesblitze ist eine Sammlung verschiedener Worte im Alphabet gelistet und durch kleine Illustrationen aufgehübst. Die Menge an Zitaten pro Wort ist immer unterschiedlich und stammen von den unterschiedlichsten Personen aus den unterschiedlichsten Epochen wie Otto von Bismarck, Coco Chanel, Zsa Zsa Gábor, Heinrich Heine, Erich Kästner, Karl Kraus, Erica Jong, Dorothy Parker, Alfred Polgar, François La Rochefoucauld, Françoise Sagan, Kurt Tucholsky, Mae West, Oscar Wilde, Virginia Woolf und vielen mehr.Da es sich um ein Lexikon handelt, habe ich von Zeit zu Zeit in diesem Buch zu den unterschiedlichsten Themen gestöbert. Manche Zitate sind erstaunlich, passend oder interessant. Gelegentlich sind auch welche dabei, die ein Thema in ein anderes und vielleicht sogar auch in neues Licht rücken können. Aus diesem Grund macht es immer wieder spaß es aufzuschlagen.Zur Gewalt, welches seit einiger Zeit ein großes Thema ist, hat Isaac Asimov geschrieben: Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigkeit (S. 139)Passend, wie ich finde.Fazit:Dieses Zitat zeigt, dass Das Lexikon der Geistesblitze nicht nur die witzigsten Gedanken aller Zeiten ist, wie im Untertitel angegeben. Mehr Humor findet man in Das Wörterbuch der bösen Mädchen. Des Weiteren wird im Klappentext angegeben, dass das Buch ein Muss ist, wenn man die Schlagfertigkeit verbessern will. Dies würde ich so nicht unterschreiben, denn kein Buch, egal ob es ein Ratgeber oder Sachbuch ist, kann eine Schlagfertigkeit ermöglichen. Man kann sich Sprüche aneignen und durch Übung und kontinuierliche Verbesserung im realen Leben eine Schlagfertigkeit antrainieren und verbessern. Aus diesen Gründen würde ich dieses Lexikon eher eine Ansammlung von Ideen und Anregungen zu verschiedenen Wörtern bezeichnen, welches sich ideal zum gelegentlichen Stöbern eignet. Darüber hinaus kann man das Buch wunderbar an jene verschenken, die mal ihren Pool an sich nur wiederholenden Sprüche auffrischen müssen oder an jene, denen ein Spruch helfen kann.
Dieses Lexikon hat mich über Wochen beschäftigt. Es ist ja nicht „einfach so“ zu lesen. Es kommt mit dem Anspruch daher, mir mehr Schlagfertigkeit zu ermöglichen, mich auf dem Parkett des Small Talk fit zu machen. Frech will es sein, dieses Lexikon, und geistreich, eine Alternative zu herkömmlichen langweiligen Zitatenwälzern. Es kommt also sozusagen als Kraftprotz daher, als muskelspielender Angeber. Es verspricht Großes in der Verlagsankündigung…Und weil ich auch großen Sprüchemachern eine Chance geben möchte, nahm ich das Buch immer und immer wieder in die Hand, blätterte herum, las hier, las dort, lächelte ab und zu, dachte ein paar Minuten nach, gähnte hin und wieder, legte es wieder zur Seite, holte es später wieder hervor. So ging es über Wochen. Und was soll ich sagen: Ich bin nicht schlagfertiger geworden. Ich bin nach wie vor untauglich für Small talk. Weder Lachsalven noch Aha-Erlebnisse rissen mich aus meinem Gleichmut, mit dem ich wochenlang in kleinen Etappen durch das Buch gewandert bin.Schön aufgemacht ist es zweifelsfrei, dieses Lexikon. Der dunkelrote Leinenrücken, die ansprechende Typographie, das glatt-edle Papier, die im Buch immer wieder auftauchenden im alten Stil gezeichneten „Handreichungen“ – all das ist liebevoll und ansprechend komponiert. Warum sich dennoch die Komposition nicht zu einer Sinfonie zusammenfügt, höchstens vielleicht gerade mal zu einer kleinen Etüde, einer Fingerübung also, das mag an der Auswahl der Zitate liegen. Sie sind alphabetisch nach Schlagwörtern sortiert. Von „Abend“ über „Fortschritt“ und „Miststück“ bis „Zweifel“ sammeln sich Aussprüche, die teils abgedroschen und trivial sind, teils überraschend, mitunter vertraut-humorvoll, mal mit Augenzwinkern zitiert, mal geistreich. All das durchaus, aber eines sind sie garantiert nicht, nämlich das, was der Verlag behauptet: „… an Witz nicht zu überbieten“. Ein bisschen mehr Bescheidenheit würde dem Buch gut tun.