Über Bob Marley ist schon viel geschrieben worden, und doch ist nicht wirklich viel über ihn bekannt. Man kennt ihn als den größten Reggae-Musiker aller Zeiten, als den berühmtesten Jamaikaner und Rastafari, und natürlich kennt jeder den ein- oder anderen Song von ihm. Der Mensch hinter dem Star ist jedoch immer sehr unbekannt geblieben. Mit "Catch a fire" versucht Timothy White diesen Umstand zu ändern.Timothy White ist ein angesehener Musik-Journalist. In den Siegzigerjahren schrieb er für Crawdaddy!, in den Achtzigerjahren für das Rolling Stone Magazin, und von den Neunzigern bis zu seinem zu frühen Tod war er Chefredakteur des Billboard Magazins. Er veröffentlichte zudem Bücher und Essays, darunter Biografien der Beach Boys und James Taylor. Die erste Auflage der Bob Marley Biografie "Catch a fire" erschien 1983, nur wenige Monate nach Marleys Tod. Bis 2004 wurde das Buch seitdem sechsmal neu aufgelegt, und dabei immer wieder durch den Autor ergänzt und aktualisiert. Ein Umstand, der besonders wichtig ist, da posthum noch viel Information über Bob Marley bekannt wurde."Catch a fire" beschäftigt sich nicht primär mit dem Musiker Bob Marley. Es geht hier um den Menschen. Und dies bringt mit sich, dass neben dem Leben Marleys auch die Geschichte Jamaikas und der Rastafari erzählt werden muss. Denn beides hatte maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Robert Nesta Marleys. Ein erstes Kapitel gibt einen kurzen Ausblick auf das, was den Leser im Laufe des Buches erwartet. Das zweite Kapitel erzählt die Geschichte von Kaiser Haile Selassie, dem Ras Tafari Makonnen, der von den Rastafari als Gott auf Erden angesehen wird. Zu Beginn des dritten Kapitels wird dann schließlich die Hauptperson des Buches selbst geboren. In den folgenden Kapiteln wird die Kindheit und Jugend Bob Marleys ausführlich behandelt. Von den Zeiten in dem kleinen rückständigen Dorf Nine Mile, bis zu seinem Umzug in das Trench Town Ghetto in Kingston, im Alter von 11 Jahren. Im Ghetto trieb sich Marley mit den anderen Kindern herum, bis er schließlich den Plan fasste Musiker zu werden. An dieser Stelle ist etwa ein Drittel des Buches vorbei, und die große Karriere des Musikers beginnt. Das zweite Drittel beschäftigt sich mit der frühen Zeit der Original Wailers von 1963 bis 1972, als das erste Major-Label Album von Bob Marley and the Wailers, "Catch a fire", auf Island Records erschien. Die große Karriere, die daraufhin folgte, wird im letzten Drittel beschrieben. Diese Aufteilung zeigt die Gewichtung des Buches, die eindeutig auf dem frühen Leben des Musikers liegt. Der Zeit, die ihn prägte. Auch im letzten Drittel beschreibt White eher die persönliche Entwicklung die Marley durchmachte, und die Veränderungen um ihn herum, die ihn beeinflussten, als die eigentliche musikalische Entwicklung. So werden die Entstehung und die Veröffentlichung der Platten immer nur am Rande erwähnt. Das letzte Kapitel des Buches beschäftigt sich abschließend mit der Zeit nach Marleys Tod. Das weitere Leben der wichtigen Personen in Marleys Leben, seiner Frau Rita, seiner Mutter, den Wailers, wird kurz zusammengefasst, außerdem wird ausführlich über die hässlichen Streitereien um das Erbe Bob Marleys berichtet. Besonders dieses Kapitel wurde in den neueren Auflagen immer wieder vervollständigt, und rundet nun das insgesamt sehr gute Bild der Biografie ab.Im Anhang befindet sich eine sehr ausführliche und genaue Diskografie von Marley und den Wailers, sowie ein Personenregister."Catch a fire" ist mehr als eine Biografie des Musikers Bob Marley. Hier wird das Leben eines außergewöhnlichen Menschen genau durchleuchtet, und nach den Hintergründen der persönlichen Entwicklung dieser Person geforscht. Dies bringt unweigerlich mit sich, dass "Catch a fire" auch eine Geschichte der Rastafari-Bewegung, und der Geschichte Jamaikas in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist. Denn beides ist untrennbar mit dem Leben Marleys verschmolzen. Für Leser, die sich lediglich für die Musik der Reggae-Legende interessieren, dürfte das Buch damit zu viel Information liefern. Für alle, die sich auch für den Menschen Bob Marley interessieren, ist es dagegen eine wahre Goldgrube.
Ich habe mich auf die Biografie von Bob Marley gefreut. Eine klassische Biografie halt, so wie ich sie schon so oft von anderen Künstlern gelesen habe. Zuletzt von Kurt Cobain. Ein kleines bisschen was über die Eltern, seine Geburt, die Kindheit, Jugend, bis hin zum Musiker, seiner Karriere und seinen Tot. Hier und da ein paar Worte von Verwandten und Freunden, fertig. Aber dieses Buch ist ein einziges Geschwafel mit ewig langen Sätzen. Es sind gefühlt 50 Seiten bis man überhaupt erst zu seiner Geburt kommt und dann ist man nach zwei weiteren Seiten schon wieder bei irgend jemand anderem und dann gehts um ein Haus etc. Danach habe ich aufgehört zu lesen, weil es mir nur noch auf die Nerven ging. Das Buch ist mit sehr kleinen Buchstaben gedruckt und relativ dick und ich dachte das halte ich niemals bis zum Ende aus.Für Menschen die sich mit der Rastafari-Kultur auskennen und denen die ganzen Namen/Personen ein begriff sind, ist das Buch bestimmt sehr interessant. Für Menschen wie mich, denen lediglich Bob Marley in Zusammenhang mit der Musik bekannt ist und die einfach mal wissen wollten wie sein leben so gewesen ist (eine Biografie halt), für die ist dieses Buch leider absolut nix.