Fasziniert von der biodynamischen Wirtschaftsweise und von leidenschaftlichen Winzern machte sich Romana Echensperger, Sommelière und Master of Wine, auf den Weg zu zwölf Spitzenweingütern. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten begleitete Echensperger sie bei ihrer Arbeit und entlockte ihnen die Geheimnisse ihres Handwerks. Gemeinsam mit dem Fotografen Konstantin Volkmar ist ihr ein sinnenfrohes und staunenswert informatives Buch gelungen. Die besuchten Weinkünstler erzählen darin von ihrer Passion, in Freiheit einen Wein zu kreieren, unabhängig von Hilfsmitteln der Agrarindustrie, von Spritzm ittel- Apps und Empfehlungen aus dem Labor - einen individuellen, unverwechselbaren Geschmack, der mehr und mehr Liebhaber findet. Was Biodynamie überhaupt bedeutet und warum sie die Weinwelt erobert, zeigt Romana Echensperger anschaulich anhand der Geschichte der Landwirtschaft und des Weinbaus. Nicht nur die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler an der Universität Geisenheim bestätigen: Die Bedeutung und Möglichkeiten dieser wiederentdeckten Wirtschaftsweise für Mensch und Umwelt sind immens!
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Was bedeutet "Biodynamischer Weinbau"? Dieser Frage widmet sich Ramona Echensperger in ihrem "Von der Freiheit, den richtigen Wein zu machen" (Westend Verlag). 12 Winzer haben Sie und der Fotograf Konstantin Volkmar über ein Jahr hinweg besucht und dabei ganz unterschiedliche Beweggründe und Ansätze kennengelernt. Wir nähern uns dem Thema, indem wir erst einmal einen Blick auf Geschichte der Landwirtschaft und der Mechanisierung werfen. Danach wenden wir uns der "biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise" zu.Das ist mitunter recht anspruchsvoll und wer sich zuvor noch nicht damit beschäftigt hat, wird definitiv gefordert. Erstmals 1924 befasste sich Rudolf Steiner in seinen Vorträgen mit dem Thema - starb allerdings kurze Zeit später ohne seine Ausführungen weiter vertiefen zu können. Auf diese gut hundert Jahre alten Ansätze gehen heute viele Weiterentwicklungen in aller Welt zurück. Basis der Ausführungen war das anthroposophische Menschenbild, welches Echensperger zum Verständnis näher erläutert. Bevor wir uns den zwölf Winzer-Porträts widmen, kommen aber noch Dr. Alexander Gerber (Demeter Deutschland), Dr. Georg Meissner (Berater für biologisch-dynamischen Weinbau) und Vertreter der Universität Geisenheim zu Wort. Danach wandern wir von Weingut zu Weingut durch Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Das Weingut Franz Weninger im Mittelburgenland macht den Anfang - da geht es dann um Handarbeit statt maschineller Lese, das Miteinander der Traubenernte und die Bereitschaft, manchmal einen Wein "dem Essiggott zu opfern". Wie viel Mut es braucht, um den richtigen Weg für sich zu finden und wie viel Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten er gewinnen musste bis er sich sicher war, seine Pflanzen einschätzen zu können, ist extrem spannend. Die Rückkehr zu Betontanks und die einzelnen Erkenntnisse, die Weninger gewonnen hat, machen ihn extrem sympathisch und irgendwie liest sich das so ein bisschen wie das Tagebuch eines Menschen, der lernt, auf seinen Körper zu hören. Achtsamkeit üben und sich in die Natur eindenken und einfühlen. Das ist ein langer Weg und oftmals deutlich schwerer als der konventionelle, bei dem man Schema F folgt und genau weiß, was passieren wird. Was es ihm am Ende gebracht hat? Zufriedenheit, eine große Freiheit und ein neues Bewusstsein für sich und die Umwelt.Auch Weningers Weine werden natürlich noch kurz vorgestellt - dann reisen wir schon wieder ab. Alois und Clemens Lageder in Sütirol setzen auf Kühe im Weinberg. Auch hier war der Weg in den biodynamischen Weinbau geprägt von Ängsten, Versuchen, gescheiterten Ansätzen, neuen Ideen und schlussendlich dem Finden des persönlichen Weges. Das alles zu lesen, ist faszinierend und beeindruckend. Die Winzer sind so nahbar, menschlich und erklären ihre Motivation so nachvollziehbar, dass ich persönlich beschließe, mir selbst einmal ein Bild von ihren Ergebnissen zu machen, weil ich der Ansicht bin, dass dieser Mut und die Sorge um unsere Erde belohnt werden müssen. Beschreibungen der Landschaft, der Keller, persönliche Berichte der Winzer, zahlreiche Farbfotografien und sehr persönliche Einblicke vermitteln ein gutes Bild der harten Arbeit, die hinter diesem Ansatz steckt. Weitere Winzer, die hier vorgestellt werden sind Weingut Frank John (Pfalz), Weingut Peter Jakob Kühn (Rheingau), Weingut Bernhard Ott (Wagram), Oliver Humbrecht (Elsaß), Fred Loimer (Kamptal), Marie und Matthieu Boesch (Elsaß), Rita und Clemens Busch (Mosel), Weingut Dr. Bürklin-Wolf (Pfalz), Weingut Nikolaihof (Wachau), Weingut Manincor (Südtirol). Alle mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Ansätzen, aber alle mit einer ungemeinen Leidenschaft für ihre Passion. Für alle, die sich für Wein interessieren und gleichzeitig nachhaltig und biodynamisch interessiert sind, ist das die perfekte Lektüre. Danach gibt es dann sicherlich das ein oder andere Weingut, dem man im nächsten Sommer mal einen Besuch abstattet - zumindest bei mir wird das so sein. Lehrreich, lesenswert und lecker. @lotteliebtlecker.wordpress.com
Ein sehr schönes, aufschlussreiches, informatives Buch, das ich sehr gern weiterempfehle. Es bringt das biodynamische Winzerhandwerk den Lesern nahe. Die wunderbar, schlicht und ergreifend, geschriebenen Texte, ergänzt durch die zahlreichen Farbfotos, erklären nicht nur, sie machen definitiv Lust auf mehr.Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend: „Fasziniert von der biodynamischen Wirtschaftsweise und von leidenschaftlichen Winzern machte sich Romana Echensperger, Sommelière und Master of Wine, auf den Weg zu zwölf Spitzenweingütern. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten begleitete Echensperger sie bei ihrer Arbeit und entlockte ihnen die Geheimnisse ihres Handwerks. Gemeinsam mit dem Fotografen Konstantin Volkmar ist ihr ein sinnenfrohes und staunenswert informatives Buch gelungen. Die besuchten Weinkünstler erzählen darin von ihrer Passion, in Freiheit einen Wein zu kreieren, unabhängig von Hilfsmitteln der Agrarindustrie, von Spritzmittel- Apps und Empfehlungen aus dem Labor – einen individuellen, unverwechselbaren Geschmack, der mehr und mehr Liebhaber findet. Was Biodynamie überhaupt bedeutet und warum sie die Weinwelt erobert, zeigt Romana Echensperger anschaulich anhand der Geschichte der Landwirtschaft und des Weinbaus. Nicht nur die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler an der Universität Geisenheim bestätigen: Die Bedeutung und Möglichkeiten dieser wiederentdeckten Wirtschaftsweise für Mensch und Umwelt sind immens!“Schon im Vorwort gewinnt die Autorin gleich an Sympathie, als sie den Titel „Von der Freiheit, den richtigen Wein zu machen“ erklärt: „Das Buch soll keine Opposition zur konventionellen Wirtschaftsweise darstellen. Mir geht es darum, den Blick zu erweitern…“ Und das ist ihr vorzüglich gelungen.Die Inhalte sind wunderbar, logisch und klar, aufgebaut. Die Kapitel am Anfang „Eine kurze Geschichte der Landwirtschaft“, „Die Grundlagen der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise“, „Richtlinien und Zertifizierung“ plus paar Interviews bilden eine solide Basis für die nachfolgenden 12 Winzerportraits aus Burgenland, Südtirol, Pfalz, Rheingau, Elsass, Mosel usw. Hier liest man faszinierende Geschichten. Die Winzer erzählen, wie sie zur Biodynamie gekommen sind, was sie für ihre Böden und Reben tun, wie wichtig sie für den Weingeschmack sind, wie sie ihre Probleme lösen, was sie dafür begreifen mussten, was sie an altem Wissen verwenden, warum sie dies für notwendig erachten uvm. Dazwischen, fast auf jeder Seite, sind die Zitate der Winzer hervorgehoben, die in 2-3 Sätzen bestimmte Dinge, mitunter auch kleine Geheimnisse, in Bezug auf ihren biodynamischen Weinbau auf den Punkt bringen. Anschließend wurden auch ihre Weine vorgestellt: wie sie aussehen, riechen, sich am Gaumen anfühlen.Die Ausführungen wurden mit tollen Farbfotos begleitet, die mal die malerischen Weinfelder, mal die Weinkeller, mal die Reben und Böden in Nahaufnahme, die Kühe im Weinberg, die Winzer und ihre Familien zeigen.Fazit: Ein großartiges Buch, das biodynamisches Winzerhandwerk dem breiten Publikum prima erklärt und definitiv Lust auf mehr weckt. Toll auch als Geschenk. Hier passen die Form und der Inhalt auf eine hervorragende Weise. Eine sehr schöne Buchgestaltung plus wunderbare Texte, die sich wie Gespräche unter Freunden und Bekannten anfühlen. Da möchte man glatt fortan nur die Weine aus biodynamischem Weinbau genießen. Man schmeckt den Unterschied. Davon bin ich überzeugt.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.