Blut in den Bayous: Ein Dave-Robicheaux-Krimi, Band 2
Unterhaltungsliteratur EAN 9783865325631

Blut in den Bayous: Ein Dave-Robicheaux-Krimi, Band 2

Hersteller: Pendragon  ·  MPN: 1225452
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Pendragon
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Produktbeschreibung

Nach seinem Abschied von der Mordkommission in New Orleans hat sich Dave Robicheaux in das Mississippi-Delta zurückgezogen und einen Bootsverleih eröffnet. Eines Tages stürzt ein Flugzeug vor seinen Augen in die Bayous. In letzter Sekunde kann er ein kleines Mädchen retten, für die anderen kommt jede Hilfe zu spät. An Bord waren Flüchtlinge aus El Salvador, die dem Bürgerkrieg und der Bandenkriminalität ihrer Heimat entkommen wollten. Als die Behörden eine falsche Opferzahl veröffentlichen und Robicheaux unter Druck setzen, ist für ihn klar, dass an der Sache etwas faul ist. Was will die Poliz

Bewertungen & Erfahrungen

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Heino Bosselmann 25.09.2024 amazon.de
Beginnen wir mal mit einem psychologischen Aufschluss:„Ich hatte von der Polizei in New Orleans meinen Abschied genommen, ich der von Bourbonduft umhauchte edle Ritter, der von sich behauptet hatte, er könne die Heuchelei der Politiker und die enthemmte brutale Hässlichkeit des Polizeidienstes in der Großstadt nicht länger ertragen. Doch die schlichte Wahrheit war, dass ich Spaß daran hatte, dass mich mein Wissen und die Unzulänglichkeit des Menschen in einen gehobenen Zustand versetzte, dass ich die Langeweile und Berechenbarkeit genauso verachtete, wie mein unheimlicher alkoholischer Stoffwechsel den Adrenalinstoß der Gefahr liebte und das Gefühl der Macht über eine böse Welt, die sich in vielfältiger Weise im Mikrokosmos meiner eigenen Seele spiegelte.“Dave Robicheaux war also im Vorgängerband aus der Polizeiarbeit ausgestiegen, sein Problem besteht nun aber darin, sich wieder reinzuhängen, mit fatalen Folgen. Seine Welt ist gerade noch in Ordnung, als ein abstürzendes Flugzeug in sein Leben kracht, just als sich seine schöne, liebevolle Frau Annie sich ihm anschmust. Er rettet ein lateinamerikanisches Kind aus dem versunkenen Flugzeug vor dem Ertrinken – und läuft so Gefahr, von den Verbrechen eingeholt zu werden, denen dieses Mädchen auf so wundersame Weise entronnen ist.Wenn es um Lateinamerika und Drogen geht, dann ist das weniger ein neuer Fall, sondern wie im letzten Band „Neonregen“ das Böse ans ich, gegen das Dave Robicheaux zu kämpfen beginnt.Das äußere Strickmuster der Handlung ist bei James Lee Burke immer etwas einfach, vielleicht zu einfach: Es gibt den einen Hort des Bösen irgendwo, auf den es – Robicheaux ist passabler Boxer – loszugehen gilt. Diese Abenteuer gehen stets etwa denselben Weg; es ist also durchaus in jedem Buch prinzipiell das Gleiche. Mag gar sein, man will das so haben. Immerhin zwanzig Bände hindurch. Nun ja, aber die Psychologie, die mitgeliefert wird, ist dann schon subtil und glaubwürdig . Worauf man sich einstellen sollte: Zwischendrin viel Adagio, öfter mal stehende Handlung, viel Landschaft, Schwüle, Subtropenaromen, gerade wenn der Held allein ist und nachsinnt. Das alles aber sehr, sehr beschreibungspotent. Für das Krimi-Genre unbedingt große Literatur! Der Mann schreibt gern und gut; er hat ein aufmerksames Auge fürs Detail und für die Nuancen des Seelischen. Garantiert klischeefrei. Das ist selten. Kurz: Ein recht dicker Schinken, klar, zudem die Story nicht gerade so, dass wir vor Spannung nicht ruhen, dabei aber dank genauer Zeichnung mit Genuss zu lesen.Besonders beeindruckend die Schilderungen des Alkoholismus, ganz ohne verklärende Säuferromantik, dafür echt in der Verzweiflung und Scham, physisch genau bis in den Kater bzw. die Entzugssymptomatik hinein. Man spürt, dass der Auto diesbezüglich tragischerweise selbst vom Fach ist.Spannung wird gekonnt erzeugt, insbesondere in den Gewaltszenen packend und dramatisch; aber echte Überraschungen, jähe Wendungen, interessantes Ermitteln, tolle Aha-Effekte, das ist James Lee Burkes Sache nicht. Vielmehr läuft alles schicksalsschwer ab, das heißt: Hinter der nächsten Ecke kann immer was passieren. – Robicheaux folgt ausdauernd seinen Fährten, schnürend linear, und so findet er beispielsweise einen Brutalo, den er sucht, schließlich verwesend in einer Badewanne, weil dem Bösewicht das Radio stromführend hineingefallen ist. So in der Art. Dafür aber stets eine dichte Atmosphäre und das erstaunliche Vermögen, Zärtlichkeit ebenso gekonnt auszumalen wie die Schmerzen nach einem Tritt ins Gemächt. Immer ein guter Filmlauf, nie langweilig, sehr gründlich im Bild und in jeder Einzelheit. Wirklich beste Prosa. Dafür bringt man gern die Ausdauer auf die 450 Seiten, unter denen es James Lee Burke nun mal nicht macht. Bessere Darstellungen von Schlägereien las ich kaum irgendwo; Gleiches gilt für die schmusigen Anteile des Erotischen. Gekonnt durchgearbeitet. Man hört ebenso dir Knochen der Kerle knacken wie man die Fingerspitzen der Damen zu fühlen meint …Robicheaux gehört zu den großen Einsamen, die dieses Genre immer wieder bringt. Was er hat, das verliert er, auf dass er tragisch frei ist, seinen Alleingang fortzusetzen.Mitgeliefert wird das Lokalcolorit Süd-Louisiana, insbesondere zur Cajun-Kultur und deren restfranzösischem Charme. Alles duftet, alles schmeckt und alles klingt. Man sollte all die Begriffe, Pflanzen, kulinarischen Eigenheiten ruhig ein bisschen googeln sowie bei Wikipedia schmökern und man wird sich dann sogar landeskundlich qualifiziert fühlen. Wie Pecanbäume aussehen ist gut zu wissen, ebenso wie man sich die Wirkung von .45er Hohlspitzgeschossen mal ansehen könnt.Im Nachwort hinterlässt der beredt-kenntnisreiche Alf Mayer ein paar cineastische Anmerkungen. Wir erfahren von nur, dass dieser Burke-Roman unterm Titel „Heaven’s Prisoners“ (dt. „Mississippi-Delta – Im Sumpf der Rache“) verfilmt wurde und als DVD noch vorliegt, sondern bekommen über allerlei Kurse noch mit, was wir uns an erstklassigen Krimi-Verfilmungen noch so anschauen könnten.
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