Schatten über Europa: Der Untergang der antiken Kultur
Geschichte Europas EAN 9783865692283

Schatten über Europa: Der Untergang der antiken Kultur

Hersteller: Alibri Verlag  ·  MPN: 1100567
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Produktbeschreibung

Beheizte Bäder, kühlende Brunnen, Fischteiche und Gärten - Mitte des vierten Jahrhunderts ist das Leben im Imperium Romanum von beeindruckenden zivilisatorischen Errungenschaften gekennzeichnet. In allen Städten gibt es Schulen, Gymnasien, Bibliotheken, Theater und Schauspiele. Nur hundert Jahre später ist alles vorbei. Die Wasserleitungen verfallen, die öffentlichen Schulen werden geschlossen, die Theater veröden, die meisten Menschen können nicht mehr lesen und schreiben. Wie ist es dazu gekommen? Ist die antike Kultur im "Germanensturm" untergegangen? Hat die "spätrömische Dekadenz" den Ver

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Dr. Roger 30.06.2023 amazon.de
Es ist sicher kein historisch-wissenschaftliches Buch, sondern eine durch zahlreichen Quellen begründete Anklageschrift gegen den christlichen Klerus und die ihm stets treuen Staatsdiener wegen ihrer Verbrechen gegen die Menschenwürde, die zeitlosen Menschenrechte und die Manipulation der antiken Kulturgüter. Es ist auch eine Anklage gegen die christlichen Priester, aus deren Fantasie so ein fürchterlich strafender, eifersüchtiger, nachtragender und gnadenloser Gott entspringt. Damit gewann der Klerus Macht über die Menschen. "Was hätte aus Europa werden können", fragt der Autor (Historiker und Philosoph, ehemaliger Oberst und Informatiker),"wenn Seneca und nicht Augustinus das Sagen gehabt hätte und ...Humanismus, Freiheit und Toleranz..und nicht das kirchliche Dogma" die Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit bestimmt hätten. Eine "christliche Leitkultur" - nicht noch mehr davon! Bergmeier ist ein wichtiger Autor der Giordano-Bruno-Stiftung, deren Ziel es ist, "einen säkulare, evolutionär-humanistischen Ethik/Politik zu entwickeln."
Roland Weber 30.06.2023 amazon.de
Nachdem ich hier eine Ein-Sterne-Bewertung lesen musste, ist doch eine Entgegnung auf diese Sicht angezeigt. Ich zitiere deshalb zunächst zwei Stellen, um die Aussagekraft der Ausführungen zu verdeutlichen:"Mit Gregor I. wird Ende des sechsten Jahrhunderts eine tausendjährige Epoche eingeläutet, in der die Religion auf die tiefste Stufe des Mirakelglaubens sinkt, ein Heiligen- und Reliquienkult jeden „vernünftigen“ Glauben verschlingt, Gottes Gnade buchstäblich wiegbar wird, gegen Bares erworben werden kann und das sittlich-religiöse Niveau auf die erbärmliche Stufe von Vorteilsnahme, Hass und Verfolgung sinkt. Die neue Religion zeigt jetzt, was sie von Anfang an war: Eine jüdisch-christliche Bewegung, die mit allen monotheistischen Religionen die geistige Enge provinzieller Kleinräume teilt und durch die Gitter religiöser Burkas die absolute Wahrheit zu erkennen vermeint. Eine uferlose Spekulation mit guten und bösen Hauptdarstellern, in der um jedes Komma mit bürokratischer Frömmigkeit ein Kampf bis aufs Messer geführt wird, so lieblos und militant, wie die Welt keinen zweiten erlebt hat. Eine Religion, die die Grenze zur Groteske vielfach überschreitet und in der die unsinnigsten Reliquien herangeschafft und verehrt werden: Holzstücke, Stoffteile, tränende Madonnen, ein Eselschwanz, gar die Vorhaut eines Menschen. Eine Religion, in der niemand mehr zwischen Glauben und Aberglauben zu unterscheiden vermag, wenn es denn überhaupt einen Unterschied zwischen beidem gibt.""Die ohnehin schon dramatischen Auswirkungen dieses kirchlichen Schulmonopols werden durch ein Sprachmonopol wesentlich verstärkt. Es gelingt der westlichen Kirche unter Hinweis auf die Vulgata (Anm.: ins Lateinische übersetze Bibel) und die Quellen der Kirchenväter Latein als die eigentliche Lehr- und Amtssprache zu etablieren. Diese Ausgrenzung der Bürger von der Sprache der Wissenschaft, der Liturgie, des Rechts und der Verwaltung führt in der Praxis dazu, dass das Volk nicht mehr in der Lage ist, Gesuche zu verfassen, Erlasse zu lesen oder Gehörtes zu überprüfen. Damit erwirbt die Kirche das totale Wissens- und Meinungsmonopol, das radikaler als jegliches Meinungsmonopol der Diktaturen der letzten zweitausend Jahre ist und schwer wiegende wirtschaftliche Folgen für das gesamte Mittelalter haben wird."Was Bergmeier hier schreibt, ist direkt verharmlosend. Das alles kann man gar nicht genug betonten und muss es auch ganz deutlich herausstellen, da es nur zu gerne verharmlost wird. Es gab nicht nur ein materielles Elend für die Gläubigen, sondern eben auch ein geistiges. Schulen und Bibliotheken, die man in der Antike noch schätzte und pflegte, wurden nach der Machtübernahme der Kirche als überflüssig geschlossen. Nach Auffassung der Kirche stehe alles, was ein Mensch wissen müsse, in der Bibel. Und alles, was er nicht verstehe, erkläre ihm der Priester. Nur noch für den eigenen klerikalen Bedarf wurde überhaupt unterrichtet und im gesamten Mittelalter waren deshalb vermutlich auch immer über 90 Prozent Analphabeten. Selbst Könige kamen ohne kirchliche Schreiber oder Vorleser nicht aus. Das Volk hatte keinerlei Macht oder Einfluss und verfügte über keinerlei unabhängige Informationsquellen. Selbst einfachste Bildung war verpönt, Heilungen Eingriffe in Gottesstrafen etc. - das war die kirchliche Sicht.Die Finsternis des Mittelalters können wir uns heute überhaupt nicht mehr finster genug vorstellen. Es gab so gut wie kein Wissen, sondern nur Glauben – durchweg Aberglauben in allem. Andere Kulturen leisteten davor schon Bemerkenswertes: in Philosophie, in Naturwissenschaften, in Medizin, in Infrastruktur, im Handel etc. Erst wenn man die Zeiten und Kulturen vor oder während der Vorherrschaft des Christentums mit der Zeit und Raum der Herrschaft des Christentums vergleicht, erkennt man, auf welch erbärmliches Niveau dieser Glaube die Menschen in seinem Machtbereich zurückgeworfen hat.Wer etwas zu Werten und Christentum sagen möchte, sollte jedenfalls wissen, was Bergmeier hier an Fakten zusammengestellt hat. Dummes Geschwätz über abendländisch-christliche Werte hört man genug. Wenn dies alles für heutige Kirchentreue anti-klerikal wirkt, dann liegt das eben nicht am Autor, sondern schlichtweg an den Fakten.
Rezensent109 30.06.2023 amazon.de
Leider eine sehr einseitige Studie, die nur den Beweis zu erbringen versucht, dass das Christentum ein Schaden für Europa war. EIn Thema, das von dutzenden Historikern bearbeitet und genau zum Gegenteil hin bewertet wurde. Leider sieht man hier wieder, wie Ideologie die Geschichtsschreibung beeinflusst. Wenn man WILL, dass das Christentum Europa ruiniert hat, wird man dafür auch "Beweise" finden.Leider ist die Mär vom "finsteren Mittelalter" noch weit verbreitet, obwohl Männer wie Rodney Stark bereits bewiesen haben, dass das Mittelalter keineswegs "finsterer" als die Antike war, dass das christliche Abendland genauso entwickelt war wie das islamische Morgenland, dass die Kreuzzüge keine Angriffskriege waren, sondern lediglich die Reaktion auf Jahrzehnte, ja, Jahrhunderte islamischer Expansion im ehemals christlichen Nahen Osten (wo Christen bis heute stark verfolgt werden). Rolf Bergmeier versucht polemisch, das gängige, seit der französischen Revolution geschürte Bild vom "bösen Christen" zu untermauern - wohl aus einem persönlichen Hass auf das Christentum heraus, den man auch in seinen Kommentaren hier auf Amazon erkennen kann....Leider kein ernst zu nehmender Historiker sondern lediglich ein typischer Christenhasser.
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