Zum Einstieg - das heißt um einen bisher unbedarften, erwachsenen ADHS-ler (bspw. einen Angehörigen) taktvoll auf seine Störung erstmals, fachlich fundiert, aufmerksam zu machen - ist es optimal.Neutral, auf den Punkt gebracht (bereits der Titel trifft ins Schwarze), nicht ausufernd, mit einer dezenten Prise Witz, viele Aha-Effekte. Es ist weder aufdringlich- belehrend, noch kränkend, noch eins dieser billig gemachten schönreden-Bücher, in denen ADHS-ler als Genies verklärt werden sollen. Auch nicht langatmig - einschläfernd.Typische Sätze ("Warum liegt bei mir überall was rum?", "Bei mir muss es schnell gehen",...) fördern Neugier und Selbsterkenntnis. Kurze, gut strukturierte Absätze helfen einem hyperaktiven ADHS-Betroffenen in das Buch einzusteigen wo er will, dort länger als 5 Minuten zu verweilen - denn er kann neugierig herumspringen wo er will und wird nirgendwo gekränkt.Jede Info ist solide und diplomatisch formuliert, man merkt, dass es ein praktizierender Arzt (Psychiater) geschrieben hat, m. E. fachlich einwandfrei, Profi, praxisnah. Keins dieser Schrotthefte die schlampig von Laien zusammengeschustert wurden um als Schriftsteller/in (Plappermaeulchen) nebenbei Geld zu verdienen.Noch nicht ganz perfekt: ins Layout gehören noch (an etwa sechs Stellen) weitere Absätze, sonst verwirrt es einen Hyperaktiven. Es ist dort zuwenig übersichtlich für ihn.Größter Makel:ADHS und ADS werden im Buch abwechselnd benutzt, ohne inhaltlichen Bezug zum jeweiligen Absatz, sondern so, als sei es dasselbe. Herrje! Wer sowohl einen ADHS-ler als auch einen ADS-ler in der Familie hat, dem stehen hier beim Lesen die Haare zu Berge, denn die Unterschiede sind zu groß um beides synonym zu verwenden. Ich wollte es nach den ersten Sätzen verzweifelt in die Ecke werfen, weil es für Autoren ein Einfaches wäre "AD(H)S" zu schreiben, anstatt mal hier "ADHS" und mal dort "ADS" zu schreiben als sei beides identisch.Aber die restliche, durchgehende Qualität des Buchs hat mich dann überzeugt.Ich verzeihe den groben Fehler und ertrage ihn geduldig. Das restliche Buch ist sowohl inhaltlich zu solide als auch von der Strukturierung her zu durchdacht um es zurück zu senden.AD(H)S wird sowieso insgesamt als Benennung kritisiert, weil es sich nicht um ein "Aufmerksamkeitsdefizit" handelt (oh nein, AD(H)Sler haben ständig viel Aufmerksamkeit), sondern um ein Konzentrationsproblem /-defizit. Insofern kann ich meinem Angehörigen (einem bisherigen Laien) das Chaos mit dem Namen bzw der Abkürzung durchaus schlüssig erklären ("Die wissen selbst noch nicht, was der beste Name ist", bzw. ihn belustigen und ermutigen mit "Siehste, sogar Profis machen Fluechtigkeitsfehler in einem Buch.")Trotz dieses Makels (der mich sehr stört) bekommt es verdiente 5 Punkte von mir. Es ist nützlich, durchdacht und überzeugt mit solider Qualität, 4 Punkte wären mir zuwenig.
Bei einem Beispiel zu Beginn des Buches dachte ich tatsächlich, es wäre von mir kopiert... Ich konnte mich an vielen Stellen wieder finden. Vieles habe ich in der Vergangenheit nicht einsortieren können. Mit dem Buch ist ein wenig Licht ins Dunkle gekommen und hat mir Mut gemacht, einen Weg bewusster weiter zu gehen und mich weiter mit meinem ADS zu beschäftigen. Danke an die Autoren!
Das Buch eignet sich gut für Laien, die sich mit dem Thema ADHS/ADS auseinander setzen möchten.Es ist mit seinen kurzen Kapiteln gut strukturiert, ohne medizinisches Vokabular.Auf typische Fragen wird kurz und knapp – aber ausreichend – geantwortet. Es gibt Checklisten, die bei der „Eigendiagnostik“ hilfreich sind. Nette Comic-Zeichnungen lockern das Buch erfrischend auf.