Das Hörbuch zur Verfilmung von Hape Kerkelings Bestseller Mit Ich bin dann mal weg hat er Millionen Menschen inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere - und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen. »Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht ›berühmt werden‹? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste ...«
Bewertungen & Erfahrungen
4,3 von 5
6 Bewertungen
5 ★2
4 ★4
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion25.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Hörbuch ist eine sehr gute Zusammenfassung und Verfilmung des bekannten Buches und inspiriert gut, allerdings fehlen mir noch ein paar tiefergehende Einblicke in die Entwicklung des Autors.
Redaktion25.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Hörbuch ist eine fantastische Verfilmung des Bestsellers und inspiriert wirklich dazu, die frische Luft zu schnappen. Es ist ein tolles und inspirierendes Erlebnis!
Aufrichtige, häufig aber traurige oder sogar traumatische Erlebnisse: Ja, davon hat Hape Kerkeling als Kind einiges und etliches erlebt!Die Aufrichtigkeit des Buches tut gut. Es könnte auch heißen: Eine deutsche Familiengeschichte. Eine Oma selbstbewusst und weltoffen, schert sich um keine Kleinlichkeiten, die andere Oma herzensgut und lebensklug, arbeitet wie ein Tier und versorgt im Alter den Witwer Kerkeling und die beiden Söhne, darunter den oft aufsässigen Hans-Peter!Interessantes Buch. Für mich aber wird zu viel und zu tiefgründig die Ereignisse um den Selbstmord der Mutter geschildert. Tja, ohne diesen tragischen Hintergrund, so sagt Hape, wäre er aber nicht die Person geworden, die er jetzt ist!Diese Schwere hätte mich veranlasst, nur 3 Sterne zu geben; für Aufrichtigkeit gab es dann noch einen Stern dazu in der Bewertung.
Erst die Kindheit, dann das Ich: Diese Binsenweisheit impliziert der Untertitel von Kerkelings Erinnerungen an seine ersten Lebensjahre. Mit diesem Text muss es sich der Autor gefallen lassen an den Maßstäben, die er mit „Ich bin dann mal weg“ gesetzt hat, gemessen zu werden. Vom „Wanderbuch“ zur „Autobiographie“ – diese Wendung ist Kerkeling durchaus gelungen, obwohl gerade der Beginn der Lektüre Fragen aufwirft. Während das lange Motto, der Gruß an die Leser und vor allem das erste Kapitel, ein Kurzbericht über einen Besuch im Garten Gethsemane (eigentlich verboten), in dem der Autor eine unio mystica im Schnelldurchgang erlebt, in ihrer Gesamtheit einen passenden Auftakt bilden, wirken Kapitel 2 und 3 (das Engagement für krebskranke Kinder und die AIDS-Stiftung in allen Ehren, Respekt auf ganzer Linie) unter konstruktionstechnischen Gesichtspunkten eher unmotiviert. Außerdem wird die zu Ende des 3. Kapitels angestoßene Fiktion (die eigene Geschichte einem kleinen afrikanischen Jungen zu erzählen) im Verlauf des Textes nicht durchgehalten.Erst mit Kapitel 4 beginnen die eigentlichen Erinnerungen, die auf wenig sentimentalisierende Weise und dabei sehr eindringlich vor Augen führen, dass sich hinter der Fassade des berühmten Komikers eine vielschichtige Persönlichkeit verbirgt. Diese mit dem Klischee des „traurigen Clowns“ fassen zu wollen wäre jedoch ein Fehler.Der kleine Hape wächst zunächst in einer ländlichen Gegend auf, dessen Mittelpunkt der von Oma und Mutter betriebene Krämerladen ist. Im Nachhinein gilt das ganze Lob der „dramatischen Großartigkeit“ dieses Lernortes im Abseits von „Ringelreintanzen, Klötzchenstapeln und Hasenmalen“ (S.69) eines Kindergartens in den 1960er Jahren. Kurz vor Hapes Einschulung jedoch zieht die Familie nach Recklinghausen, in das Haus der Großeltern mütterlicherseits. Die idyllische Kindheit endet abrupt, als die geliebte Oma Änne, die einstmals sehr unternehmenslustige und resolute Frau mit Bleifuß, an Krebs erkrankt. Kurz vor ihrem Tod sagt sie ihrem Enkelsohn voraus, dass er ein „lustiger Professor“ werden würde. Kein Vergleich zum Verlust der Oma ist das Trauma, das mit dem progressiven Verfall der Mutter, ihrer körperliche Schwäche und vor allem ihrer Depression, einhergeht. Die Art und Weise, wie die Erwachsenen mit der Krankheit der Mutter umgehen, ist auf verschiedenen Ebenen von Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus geprägt und gipfelt in der (von der Warte des erwachsenen Autors vorgetragenen) gut nachvollziehbaren These, dass die Mutter „durch die muffigen gesellschaftlichen Zustände im Nachkriegsdeutschland in gewisser Weise zu einem späten Opfer der Nazidiktatur geworden ist“ (S. 193). In der retrospektiven Betrachtung des Suizids und seiner Begleitumstände manifestiert sich eine aufwühlende Präsenz des Vergangenen und die Aktualisierung der grundlegenden Alternative für den Achtjährigen: entweder auch zu sterben oder zum „unverbesserlichen Optimisten“ (S. 245) zu werden. Seine zuvor spontane und unreflektierte Komik beginnt der Junge zu systematisieren und entsprechend einzusetzen, so etwa beim Besuch einer Dame vom Jugendamt, die prüfen möchte, ob Oma Bertha und Opa Hermann, beide über 70, ihrem Enkel gewachsen sind. Das sind sie in der Tat, denn seine künstlerische Entwicklung und die dafür notwendige Resilienz im Hintergrund scheint in erster Linie auf die treusorgende Oma zurückzugehen, die dem heranwachsenden Hape „die Steine aus dem Weg geräumt“ hat (S. 298).Insgesamt hat Kerkeling ein sehr mutiges, sehr offenes Buch vorgelegt, in dem er auch erzählt (im Rahmen), warum er die Requisiten für seine Kardinalfigur Horst Schlämmer zur Seite gepackt hat. Der Titel, „Der Junge muss an die frische Luft“, kann als Metapher für die Überforderung der Mutter gedeutet werden. Es gelingt ihr nicht diesem Ratschlag zu folgen. Stattdessen sitzt sie still und bewegungslos auf einem Stuhl unterhalb des Küchenfensters. Als schließlich die Großmutter dieses Symbol für die Depression der Mutter auf dem Sperrmüll entsorgt, erlebt der Enkel ein „befreiendes Gefühl“ (S. 296).Sieht man von den Rahmenkapiteln (s. oben) und von einem allzu unprätentiösen, meist parataktischen Sprachduktus ab, dann hat Kerkeling ein sehr intensives Buch über seine Kindheit verfasst. Es führt seine Leser so nachhaltig hinter die Kulissen des Komischen, dass der Autor in einem neuen, facettenreichen Licht erscheint.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.