Von Wüsten, Weihrauch und Wolkenkratzern Allein und mit Neugier im Gepäck erkundet Nadine Pungs die Arabische Halbinsel: von Jordanien über Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Oman bis an die Grenze des Jemen. Sie reitet mit Beduinen durch die Wüste, übernachtet in Zelten und Wolkenkratzern, spricht mit Gastarbeitern und Geflüchteten. Sie trifft einen Scheich und hat sogar eine Audienz bei einer waschechten Prinzessin. Pungs sammelt Geschichten aus dem Orient und fügt aus ihren Begegnungen und Beobachtungen ein schillerndes Mosaik des heutigen Arabien zusammen. Dabei er lebt sie große Gastfreundschaft, aber auch ausweglos erscheinende Situationen. Und schließlich muss sie sich entscheiden: aufgeben oder so lange weiterreisen, bis die Wüste das Meer küsst.
Bewertungen & Erfahrungen
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5 Bewertungen
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Redaktion12.06.2026
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Das Buch bietet eine spannende Reise durch die Arabische Halbinsel und ist sehr informativ, allerdings finde ich den Schreibstil etwas zu dicht und die Darstellung der Reise etwas vage.
Nadine Pungs entwirft in „Meine Reise ins Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis nach Oman“ ein pittoreskes Kaleidoskop der arabischen Halbinsel, das sehr realistisch zeigt, wie der Orient heute wirklich ist.Allein und mit Neugier im Gepäck erkundet die Reiseautorin die Arabische Halbinsel: von Jordanien über Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Oman. Sie reitet mit Beduinen durch die Wüste, übernachtet in Zelten und Wolkenkratzern, spricht mit Gastarbeitern und Geflüchteten. Sie trifft einen Scheich und hat eine Audienz mit einer Prinzessin.Die Autorin besucht Sehenswürdigkeiten, flaniert durch die Souqs in dere jeweiligen Stadt, macht Bekanntschaften und beschreibt in pittoresken Straßenszenen das Leben in den arabischen Ländern. Diese lesen sich sehr anschaulich. Zwischendurch baut sie immer wieder historische Erläuterungen zu den von ihr besuchten historischen Orten und Sehenswürdigkeiten ein. Sie lernt zahlreiche Leute auf der Straße, im Taxi oder im Hotel kennen. Dadurch erhält sie Einblicke in das Leben vor Ort.Die Autorin beschreibt in den einzelnen Länderkapiteln immer zuerst die gesellschaftliche Situation des Landes, nennt Daten, Fakten und ordnet das jeweilige Land im Verhältnis zu den Nachbarstaaten ein.Die Gastarbeiter-Problematik zieht sich durch die gesamte Erzählung und durch alle bereisten Länder, sie beschreibt die Situation der Ausländer. Die Gastarbeiter sind in den arabischen Ländern überall als Lohnsklaven Menschen vierter Klasse. Diese Thematik macht „Meine Reise ins Übermorgenland zu einem sehr politischen Buch.In jedem der bereisten Länder erklärt die Autorin für dem Leser das politische Verhältnis zu seinen Nachbarländern und skizziert die historischen Entwicklungen, wie es im Laufe der Geschichte dazu kam. So ergibt sich für den Leser aus dem Puzzle mit der Zeit ein schlüssiges Gesamtbild des politischen Arabiens. Der historische Themenkomplex wird von der Autorin immer an den entsprechenden Stellen für den Leser klug eingeflochten, wenn es um geschichtsträchtige Orte bzw. die jeweilige Landesgeschichte geht, die auf die heutige Wirklichkeit hingewirkt haben.Sie beschreibt eine schillernde und vielfältige Region mit interessanten Menschen, Orten, Geschichte und Problemen und ihrer raffinierten Küche in einem Vielvölkergebiet, wenn man die Expats hinzunimmt Sie zeigt dem Leser, was er vorher nicht wissen konnte,Die Autorin hat viele nette Araber kennengelernt, die sich elegant zwischen Traditionsbewusstsein und Web 2.0-Moderne bewegen. Sie hat in Bahrain eine sehr junge Generation kennengelernt. Diese Generation ist es, welche die Zukunft Arabiens bauen wird. Eine Generation, die gar keinen Bock darauf hat, gestrige Traditionen zu übernehmen. Eine Generation, die sich ihrer Traditionen und Religion bewusst ist, die über das Internet global integriert ist und sich nicht abzuschottet, sondern selbstverständlich an der weltweiten Gegenwart partizipiert..Nadine Pungs schreibt:„Der Jahrhunderte lange Austausch von Wissenschaft, Kultur, Kleidung, Lebensmitteln - man denke nur an den Kaffee - von Wörtern und Ziffern, von Erkenntnissen und Philosophien, von Tulpen, Weihrauch und den vielen Alltagsgegenständen, zeigt, dass zwei sich diametral gegenüber stehende Blöcke wie Orient und Okzident historisch nicht belegbar sind. Orient und Okzident sind bloß Ideen. Fata Morganas.“„Meine Reise ins Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis Oman“ ist ein guter Einstieg, um sich über Arabien zu informieren, mit der Geschichte Arabiens, der Politischen Landkarte, den politischen und gesellschaftlichen Systemen, den verschiedenen Religionen und unterschiedlichen Richtungen des Islam, sowie der gesellschaftlichen Problematik der Gastarbeiter.Dabei ist das Buch umso mehr eine zauberhafte Reiseerzählung, in der das reiseliterarische Talent der Autorin gerade in den Beschreibungen von Beobachtungen oder Straßenszenen zum Leuchten kommt.Nadine Pungs schafft es mit ihrer poetischen Sprache, dass der Leser vom Reisefieber gepackt wird und am liebsten sofort auf ihren Spuren das heutige Arabien erkunden möchte. Eine ganz wundervolle Reiseerzählung, die sich auch als Vorbereitung für eine eigene Arabien-Reise hervorragend eignet.Ich kann „Meine Reise ins Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis Oman“ von Nadine Pungs allen Lesern von Reiseliteratur uneingeschränkt ans Herz legen.
Die Historikerin und Journalistin Nadine Pungs bereist drei Monate lang die arabische Halbinsel von Jordanien bis Oman. Allein unterwegs wird sie dabei angetrieben von ihrer Liebe zum Orient und zu den Menschen dort, deren Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft sie in manchen Momenten überwältigt. So wird sie in Kuwait City von den beiden Expats Leyla und Haidar aufgegabelt, als sie sich verlaufen hat, sie zeigen ihr Downtown, spazieren mit der fremden Touristin über die Corniche und laden sie anschließend zu sich nach Hause zum Essen ein:„Ich lasse den Blick durch die Wohnung schweifen, sehe die abgewetzte Couch, sehe, dass eine Schublade im Schreibtisch fehlt und ich sehe die Sprünge in den Fliesen. Alles ist blitzsauer, aber abgewohnt. Und auf einmal rührt mich Leylas und Haidars Einladung, denn nun begreife ich, dass die beiden jeden Dinar zehnmal umdrehen müssen und dass ‚Gastfreundschaft‘ mehr ist, als ein Wort. Ich schäme mich, weil ich so anders bin und in Deutschland nie auf die Idee käme, eine Touristin herumzuführen und zu bekochen. Der Orient lehrt Demut.“Insbesondere sind es die menschlichen Begegnungen und Interviews, die dem Leser eine konkrete Vorstellung von dem geben, was das „Übermorgenland“ denn tatsächlich ist. Insbesondere ihr Aufenthalt in Bahrain bringt sie durch ihre Gastgeberin Sara mit der jungen Generation des Landes in Kontakt und sie lernt die Konflikte kennen, denen eine Aufbruchsstimmung innewohnt. Als Historikerin besucht die Autorin natürlich auch die kulturellen Welterbestätten, wie das phantastische Petra und reitet mehrere Tage lang mit einem Bedu auf einem Kamel durch die Wüste. Dort erlebt sie jene Glücks-Momente und inneren Frieden, die der Wüstenforscher Michael Martin in „Das Wesen der Wüste“ darin begründet sieht,, dass dort alles auf ein Mindestmaß reduziert ist, von Klarheit, Übersichtlichkeit, Reinheit bestimmt und einer angenehmen Art und Weise von Leere und Stille erfüllt..In Reiseberichten erwartet man nicht in erster Linie Wissen – von dem uns Pungs auch sehr viel über die bereisten Länder vermittelt – sondern die persönliche Erfahrung des Autors. Und besonders hierin ist „Meine Reise ins Übermorgenland“ besonders lesenswert, wir erfahren, was die Wüste, aber auch die Städte und insbesondere die menschlichen Begegnungen auf ihrer Reise über die arabische Halbinsel in der Autorin auslösen und mit welchen neuen Welterfahrungen im Gepäck sie nach Deutschland zurückkehrt. Dabei ist ihre Sprache von einer besonderen Sensibilität und einer zärtlichen Tonalität gekennzeichnet, die den Leser einfängt, als wäre man selbst vor Ort. Beschreibende Straßenszenen, kuriose Beobachtungen und ungewöhnliche Erlebnissen runden das satte Bild einer Region ab, von der wir viel zu wenig wissen. Eine Pflichtlektüre für alle diejenigen, die die arabische Halbinsel kennenlernen möchten oder sich mental auf eine Reise in das heutige Übermorgenland vorbereiten möchten.Ein Buch, das Sehnsucht entfacht und Lust auf eine Reise über die arabische Halbinsel macht.
Nadine Pungs überzeugt mit diesem unglaublich klugen, informativen, aber teilweise ich witzigem Buch bei mir auf voller Ebene.Ich habe mir es eher zufällig bestellt und hatte demzufolge auch keine Ahnung, was mich erwarten würde. Dadurch bin ich sehr unvoreingenommen in das Buch hineingegangen und es hat mich nach den ersten 20-30 Seiten mit seiner Tiefe, aber eben auch einer gewissen Lockerheit überrascht, denn man lernte die Arabische Halbinsel mal wirklich ungefiltert kennen.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.