In der Heiligen Schrift gibt es zwei Gruppen von Aussagen vom Gericht über die Menschen. Die eine betont, dass Christus für alle Menschen gelitten hat und gestorben ist, dass Gott unbedingt das Heil aller will. Die andere Gruppe spricht eindeutig vom Gericht und von der Verurteilung derer, die sich ihrer Nächsten nicht erbarmten, und darum mit ewiger Verdammung bestraft werden. Dieser scheinbare Widerspruch verbietet es uns, im voraus wissen zu wollen, wie das Gericht Gottes ausgeht: «Wir stehen ganz und gar unter dem Gericht und haben kein Recht und keine Möglichkeit, dem Richter vorweg in di e Karten zu schauen.» Die Rede über die Hölle hat nur einen Sinn: «... den Menschen dahin zu bringen, sein Leben im Angesicht der realen Möglichkeit ewigen Scheiterns zu meistern und die Offenbarung als einen Anspruch von letzter Ernsthaftigkeit zu verstehen» (J. Ratzinger). Das ernsteste, was es gibt, ist nicht die Strafgerechtigkeit Gottes, sondern seine Liebe. Darum ist die «Hoffnung für alle» dem Christen nicht nur möglich, sondern geradezu geboten.
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Redaktion01.08.2026
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Das Buch bietet eine tiefgehende theologische Reflexion über das Konzept der Apokatastasis und ist sehr anregend. Obwohl die Darstellung komplex ist, ist der Diskurs sehr wertvoll für jeden, der sich mit diesen Themen auseinandersetzt.
Die Argumente, die Balthasar für seine differenzierte Position in der Frage derApokatastasis vorbringt, sind von nicht geringem Gewicht. Sie lassen die selbstsichere Position seinerinfernalistischen Ankläger, man könne nicht auf die Rettung aller hoffen, da einige definitiv verlorengehen, ebenso fragwürdig erscheinen wie das apodiktische Urteil, “nach Auschwitz” sei es uns nicht mehrmöglich, auf die Rettung aller zu hoffen: Die Schrift enthält neben den nicht wegzuredenden Gerichtsworten (vor allem Mt 25,41) zentraleAussagen über den universalen Heilswillen Gottes (1.Tim 2,4f; Joh 12,31f; 2. Petr 3,9). Es ist Gottes Wille, dass alle Menschen gerettet werden. Dieser Wille ist nicht ein unbestimmtes Wollen, sondern Gottes fester, unveränderlicher Wille, seine unbedingte Entschiedenheit für das Heil aller. Auch wenn die Eschatologie des doppelten Ausgangs zur ”main stream-Theologie” gehörte, hat dochdie Kirche niemals definitiv von irgendeinem Menschen gesagt, er sei für immer verloren.Der Mensch verdankt seine Existenz der Güte und Barmherzigkeit Gottes, nicht seiner Gerechtigkeit; letztere betrifft das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander. Zwischen Güte und Gerechtigkeit kann es in Gott keinen Unterschied geben; noch lassen sie sich wie inder Eschatologie des doppelten Ausgangs einfach auf die Geretteten und die Verworfenen verteilen. Wir haben nicht das Recht, über andere zu richten (vgl. Röm 14,9ff). Die Hölle ist nicht von Gott geschaffen, sondern das mögliche definitive Selbstgericht.111 Dass Gottes Gnade mächtig genug sein wird, sich gegenüber jeder menschlichen Verhärtung im Bösen durchzusetzen, können wir nicht wissen, dürfen wir aber hoffen.Zefania 3.9Dann aber will ich DEN VÖLKERN andere, reine Lippen geben, dass sie ALLE den Namen des HERRN anrufen und ihm einträchtig dienen!Jeremia 3.17-19Zu jener Zeit wird man Jerusalem «Thron des HERRN» nennen, und es werden sich ALLE HEIDEN dorthin versammeln, zum Namen des HERRN, nach Jerusalem, und sie werden hinfort nicht mehr dem Starrsinn ihres bösen Herzens folgen.Psalm 22.27Es werden daran gedenken und sich zum HERRN bekehren ALLE ENDEN der Erde, und vor dir werden anbeten ALLE GESCHLECHTER der Heiden.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.