Der reichste Mann der Weltgeschichte: Leben und Werk des Jakob Fugger
Recht EAN 9783898799614

Der reichste Mann der Weltgeschichte: Leben und Werk des Jakob Fugger

Hersteller: Finanzbuch Verlag  ·  MPN: 1106265
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Marke: FinanzBuch Verlag Der reichste Mann der Weltgeschichte: Leben und Werk des Jakob Fugger

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 16.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Super!
drcnussbaumer 11.10.2023 amazon.de
Hat es je einen Menschen gegeben, der reicher war als Bill Gates? Dass Jakob Fugger sehr reich gewesen sein muss, das ist bekannt; aber dass er ein Vermögen gehabt haben soll, das das Vermögen eines Bill Gates um das Vierfache übersteigt, das ist schon sehr bemerkenswert. Mit einem Vermögen im heutigen Wert von 300 Milliarden Euro könnte man sicher einiges verändern. Der Amerikaner Greg Steinmetz hat 7 Jahre an seinem Buch gearbeitet. Das Ergebnis ist sehr lesenswert, zumal Jakob Fugger in mehreren Dimensionen in geradezu unheimlicher Weise in das Weltgeschehen eingegriffen hat, so wie wahrscheinlich kein Mensch vor und kein Mensch nach ihm.Jakob Fugger (6. März 1459 bis 30. Dezember 1525) lernte in Venedig die kaufmännischen Grundlagen, führte als Erster die doppelte Buchführung in Deutschland ein, war wahrscheinlich der erste professionelle Controller weltweit und zweifelsohne ein Finanzgenie sondergleichen. Jakob Fugger war Bankier, Montan-Unternehmer, Rohstoff- und Gewürzhändler und Verleger. Er handelte auch mit Waffen und Währungen. Er finanzierte Erzherzog Sigmund, dem die größte Silbermine der Welt gehörte, den Habsburger Maximilian I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches sowie seinen Enkel und Nachfolger Kaiser Karl V., den damals mächtigsten Mann der Welt. König Heinrich VIII. von England und König Franz I. von Frankreich wollten genauso finanziert werden wie auch mehrere Päpste. Er überzeugte Papst Leo X. zur Abschaffung des Zinsverbotes, finanzierte und lenkte Schlachten, gewann Kriege, kämpfte erfolgreich gegen die ersten Ansätze des Kommunismus, der in Form von Bauernaufständen 1525 über Süddeutschland hereinbrach.Fugger war so einflussreich, dass er im Jahr 1523 sogar ein Mahnschreiben an den damals mächtigsten Mann der Welt, Kaiser Karl V. schrieb - und sein Geld bekam. Er beteiligte sich an der Finanzierung einer Weltumseglung und brach dem Hansebund das Rückgrat. Martin Luther bekämpfte er als gläubiger Katholik sein gesamtes Leben. Fugger war auch sehr sozial eingestellt, baute die Fuggerei, ein Sozialprojekt für bedürftige Menschen in Augsburg, die dort zu sehr günstigen Bedingungen wohnen durften (diese Einrichtung existiert heute noch). Er hatte klare Prinzipien und vertrat den Standpunkt, dass Menschen die Pflicht haben zu arbeiten. Denjenigen, die ohne Schuld in Not gerieten, half er in vielfältiger Hinsicht. Bettler und arbeitsscheue Menschen, die nicht arbeiten wollten, verachtete er. Jakob Fugger starb einsam und mit dem größten Vermögen, das die Welt je gesehen hatte.Das Buch ist auch aus geschichtlicher Hinsicht sehr wertvoll, zumal Zusammenhänge erläutert werden, die sehr aufschlussreich sind. Auch kleinere Geschichten am Rande lockern das Werk auf, wie z. B. jene Aussage des Papstes Leo X., der mit bürgerlichem Namen Giovanni de Medici hieß und der zweite Sohn von Lorenzo dem Prächtigen war. Als er Papst wurde, verschleuderte er den Papstschatz, feierte Orgien, bei denen bezahlte Liebesdienerinnen die Kardinäle erfreute und Diener das Essen auf goldenen Tellern servierten. Seinem Bruder schrieb er : "Gott hat uns den Papststuhl gegeben. Nun wollen wir uns daran erfreuen."
Dr. Hans Wilhelm Wieczorrek 11.10.2023 amazon.de
Jacob Fugger lebte vor 500 Jahren, d.h. eine auf historisch fundierten Fakten basierende Biografie zu schreiben, ist außerordentlich schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Daher würde ich das Werk eher als einen historisch fundierten Roman bezeichnen. Greg Steinmetz ist Amerikaner und als solcher natürlich fasziniert von extrem reichen Leuten und das war Jacob Fugger zweifellos. Ob er der reichste Mann der Weltgeschichte war, kann nicht verifiziert werden, vielleicht war irgendein Maharadschah in Indien noch viel reicher?Ich habe mir die Mühe gemacht, in der Literatur die Aussage des Autors zu überprüfen, dass Jacob Fugger der Hanse das Rückrat gebrochen hat.Da habe ich nichts Erhellendes gefunden. Diese Aussage zumindest ist historisch anfechtbar. Da ich mich für die Geschichte der Hanse interessiere, wollte ich diese Aussage überprüfen.Relevant ist die Frage: Wer war dieser Jacob Fugger, was machte ihn zu einer so herausragenden Persönlichkeit?Jacob Fugger wurde 1459 in Augsburg geboren und zwar als Sohn eines einflussreichen und auch wohlhabenden Tuchhändlers. Er hatte also schon einen guten Start in ein erfolgreiches Leben. Seine Ausbildung führte ihn u.a. nach Venedig, wo er das Bankwesen der Lagunenstadt studierte und auch Kenntnisse der damals in Deutschland noch unbekannten doppelten Buchführung erwarb, die er konsequent in seinen Unternehmen einsetzte. Augsburg, seine Heimatstadt war für seine Geschäfte zu eng. So war er ständig auf der Suche nach neuen, lukrativen Geschäftsfeldern. Die Mächtigen jener Zeit litten alle unter chronischem Geldmangel. Als glühender Katholik und vehementer Gegner Luthers war er prädestiniert, die Habsburger zu unterstützen. Jacob verlieh Geld selten ohne Sicherheit. So sicherte er sich den Zugriff auf die damals größte Silbermine in Schwaz Österreich. Dieses Abkommen schloss er mit Erzherzog Sigismund. Hier schuf er eine komplette Wertschöpfungskette von der Förderung, über die Verhüttung, den Transport bis hin zum Verkauf. So schafft man ein Monopol. Seine Gewinne wurden enorm. Gewinne bringen wenig, wenn sie nicht renditeträchtig investiert werden. Das tat Jacob. Er handelte mit allem, was Profit versprach, lenkte Waren- und Geldströme. Hier kommt man in die Versuchung, ihn als Finanzgenie zu bezeichnen. Fast alle Mächtigen waren von ihm finanziell abhängig, Könige, Päpste usw. So schuf er ein Finanz- und Handelsimperium, das zu jener Zeit konkurrenzlos war.Diese Entwicklung beschreibt der Autor recht anschaulich und spannend. Über die Fehlschläge, die Jacob bei seinen Geschäften erlitt, erfährt der Leser fast nichts. Aber die hat es zweifellos gegeben, aber sie waren wohl nie so gravierend, dass sie Fugger ruiniert hätten.Über die Persönlichkeit Fuggers erfahren wir recht wenig. Das Verhältnis zu seiner Frau soll kühl gewesen sein. Sie wird aber kaum erwähnt.Was bemerkenswert ist, dass dem Aufstieg nicht ein tiefer Fall folgte, wie bei vielen. Bei Jacobs Tod waren seine Geschäfte intakt und sein Vermögen immer noch riesengroß.Greg Steinmetz beschreibt einen Menschen, der sich allein durch seinen ökonomischen Erfolg definiert. Dass er daraus auch immensen politischen Einfluss generierte, scheint selbstverständlich. Geschick, Wagemut und eiserne Nerven zeichneten ihn aus.Aus dem Bau der heute noch existierenden "Fuggerei" zu schließen, das er ein Menschenfreund mit echter sozialer Einstellung war, halte ich für gewagt.Zweifellos war Jacob Fugger einer der einflussreichsten Menschen seiner Zeit. Sein Erbe wirkt immer noch nach.Ich gebe für das Buch eine Leseempfehlung!
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