Wieder ein Buch zur Rechenschwäche, das sich hauptsächlich an Eltern, aber auch an Erzieherinnen im Kindergarten und an Grundschullehrer wendet.Es ist flüssig und verständlich geschrieben, übersichtlich gegliedert und ansprechend gestaltet. Eltern, deren Kinder von ernsten Lernschwierigkeiten beim Rechnen betroffen sind, werden ihre Kinder in den geschilderten Beispielen wiedererkennen. Die Eltern erhalten wertvolle Hinweise zum Umgang mit den Problemen, mit denen die betroffenen Kinder und auch Eltern konfrontiert sind, so die psychischen Probleme, die z. B. aus dem sinkenden Selbstvertrauen erwachsen, die Probleme in der Zusammenarbeit mit den Lehrern oder auch die Probleme, die sich beim Üben der Eltern mit den Kindern ergeben.Das Buch ist in acht Kapitel gegliedert. Jedem Kapitel geht eine Agenda voraus, in der mitgeteilt wird, was der Leser in diesem Kapitel erfährt, und jedes Kapitel endet mit einer Zusammenfassung.Kapitel 1-3 führen in das Thema Rechenschwäche" ein, geben Auskunft darüber, wie sie sich im Lernverhalten des Kindes äußert und woraus sie entsteht. Der vorschulischen Förderung sind die Kapitel 4-6 gewidmet. Hier wird das Förderprogramm MZZ: Mengen, Zählen, Zahlen" für Vorschulkinder der Würzburger Entwicklungspsychologin Kristina Krajewski vorgestellt. Kapitel 7 und 8 setzen sich kritisch mit der schulischen Förderung in den ersten Schuljahren auseinander und geben den Eltern wertvolle Hinweise und Anregungen.Auf der Seite 150 schreibt die Autorin: Eine exakte mathematische Sprache ist ... von größter Bedeutung für die mathematische Förderung." Diesen Standpunkt teile ich, wenn die Autorin damit eine altersgerechte, verständliche und Missverständnissen möglichst vorbeugende Sprache meint.Eine exakte mathematische Sprache lässt das Buch allerdings an einigen Stellen vermissen. So heißt es beispielsweise auf der Seite 38: Zahlen sind keine Eigennamen, sondern sie stehen als Symbole für Mengen." Zahlwort und Zahl werden nicht immer sauber unterschieden.Das Buch ist naturgemäß aus der Sicht einer Psychologin geschrieben, Rechnenlernen ist aber nicht nur ein psychologisches Problem, sondern auch ein mathematikdidaktisches. Das kommt m. E. in diesem Buch zu kurz.Ich fände es gut, wenn bei der 2. Auflage, die es sicher geben wird, eine Überarbeitung erfolgt, die die mathematikdidaktische Sicht auf das Problem stärker berücksichtigt. Das scheint mir bei diesem Buch mit relativ wenig Aufwand möglich und auch lohnenswert.