Ich werde über diese Merkwürdigkeit noch etwas drucken lassen: Tiermeldungen aus zwei Jahrtausenden
Unterhaltungsliteratur EAN 9783942795593

Ich werde über diese Merkwürdigkeit noch etwas drucken lassen: Tiermeldungen aus zwei Jahrtausenden

Hersteller: Kunstanstifter Gmbh  ·  MPN: 1109773
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Produktfakten auf einen Blick

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kunstanstifter GmbH
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Unterhaltungsliteratur
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Produktbeschreibung

Ich werde etwas über diese Kuriosität drucken lassen: Tierberichte aus zwei Jahrtausenden ABIS_BUCH

Bewertungen & Erfahrungen

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aus-erlesen 09.07.2023 amazon.de
Es ist ein Brauch von alters her, wer schreiben kann, der nutzt es sehr – zum Glück! Und je neuer das Entdeckte, desto größer die Verblüffung bei den Lesenden.Da kraxelt einer durch die Alpen im heutigen Slowenien. Nichts ahnend macht er eine Entdeckung, die bis heute für Naserümpfen sorgt. Als Oscar Scheibel einen braunen Käfer entdeckt, ist er der Erste, der ihn zu Gesicht bekommt. Nach internationalem Recht darf er ihn benennen. Die Kehrseite: Scheibel ist überzeugter Nazi und so nennt er ihn Anophthalmus hitleri, Hitlerkäfer. Was zur Folge hat, dass verblendete Verehrer ihn jagen, sammeln und für enorme Summen kaufen … und der Käfer als fast ausgestorben anzusehen ist. Von wegen früher war nicht alles schlecht!Es sind Geschichten wie diese, die die Naturwissenschaften, auch die Biologie in ein anderes Licht rücken. Entdeckungen gehen meist mit Zufällen einher. Umso spannender sind dann die Geschichten, wie es zu den Entdeckungen kam. Geheimnisse wie in einem „Echten-Jungen-Roman“, Erstaunen wie an Weihnachten, Freude wie am schönsten Tage des Lebens – Forsche sind auch nur Menschen, doch ihr Leben ist meist erfüllt von unbändiger Leidenschaft.Lucia Jay von Seldeneck hat diese Geschichten gesammelt und mit eigenen Worten deren Merkwürdigkeiten entschlüsselt. Das Ergebnis ist ein Buch, das man immer wieder hervorholen wird. Botaniker, Leseratten, Wissbegierige, Ästheten werden ihrer wahren Freude bestimmt keinen Riegel vorschieben, wenn sie über dieses Buch, was an sich selbst schon eine Merkwürdigkeit darstellt, berichten.Wer weiß schon, dass Maulwürfe exzellente Helfer bei der Schatzsuche sind? Oder dass das gewaltige Projekt Panamakanal fast an nur wenigen Zentimeter kleinen Tierchen gescheitert wäre? Oder oder oder. Tiere im Zoo sind faszinierend, oft. Diese Tiere zu entdecken ist ein Glücksgriff für den Forscher. Darüber zu lesen ist Allgemeingut, das ein Lächeln hervorbringen kann.Manche Forscher bezahlten ihre Entdeckungen mit dem Leben, so dass erst später von anderen darüber berichtet werden konnte. Andere Entdeckungen verhinderten sogar weltumspannende Katastrophen. Wiederum andere Entdeckungen führten zum Exodus der Tiere oder zu ersten zaghaften Schritten des Naturschutzes.Halt doch mal die Klappe! Is nich nett! In diesem Fall aber ein wohlgemeinter Tipp, den man beherzigen sollte. Klappe halten und dem Titel Taten folgen lassen. Jedes Kapitel beginnt mit einem authentischen Bericht über eine Entdeckung. Das muss nicht immer die Entdeckung einer Spezies sein. Zum Beispiel baute das kolumbianische Drogenkartell ein U-Boot in der Form eines Buckelwals, um Drogen nach Mexiko zu verschiffen und das so nur schwer aufzustöbern war. Die Erläuterung der Texte, deren tieferer Grund sich erst einmal vielleicht nicht jedem erschließt, folgt auf dem Fuß. Der Höhepunkt eines jeden Kapitels sind sicher die ausklappbaren Zeichnungen von Florian Weiß. Keine fotorealistischen Abbildungen, sondern bewegende und bewegte Zeichnungen, die in ihren Nuancen den Detailreichtum von Mutter Natur widerspiegeln. Jeder Strich ist mit Bedacht gesetzt und lädt zum Verweilen und genaueren Hinsehen ein. Kleinste Stricke und Punkte ergeben erst nach Vollendung ein komplettes Bild, dem man sich nicht entziehen kann.Wenn also das nächste Mal einer meint, dass man die Klappe halten soll, könnte es sein, dass dies nicht als Aufforderung zur Ruhe ist, sondern eine Einladung dieses Buch gemeinsam (immer wieder) anzuschauen.
Volker M. 09.07.2023 amazon.de
Bevor ich ein Wort zum Inhalt verliere, muss ich etwas zur Gestaltung sagen: Die ist mit großer Sorgfalt entstanden, mit viel Gefühl für Ästhetik und mit erkennbarer gestalterischer Eigenständigkeit. Das beginnt bereits mit dem ungewöhnlichen Langformat und führt sich in dem wie unbeschnitten wirkenden Blattrand fort, wodurch das Buch etwas Wildes, Ungebändigtes bekommt, passend zum Thema. Die 30 Klapptafeln mit den Zeichnungen von Florian Weiß sind in Fadenheftung eingebunden, technisch etwas aufwendiger, aber es sichert dem Buch eine lange Lebensdauer. Auch der Seitenaufbau ist elegant, mit viel Gespür für Typografie und Farbe realisiert. Das ist ein schönes, sorgfältig produziertes Buch geworden.Der Inhalt zeigt die gleiche Liebe zum Detail und nutzt gleichzeitig den Buchaufbau, um die Spannung beim Lesen zu erhöhen. Die Zeichnungen sind mit unzähligen winzigen Pünktchen schattiert, eine Art Schwarz-Weiß Pointillismus, der fließende Übergänge möglich macht, realistisch und detailreich ist. Ihnen gegenüber steht jeweils eine kurze, auf eine Seite konzipierte Geschichte zu dem jeweiligen Tier, aber ich empfehle sehr, die Klapptafel erst nach der Lektüre zu öffnen. Man beraubt sich sonst der Möglichkeit, das Rätsel selber zu lösen, um das es eigentlich geht. Denn die meisten Geschichten benennen den Gegenstand des Interesses nicht direkt, sondern zeigen nur eine Momentaufnahme, eine Begebenheit oder Begegnung, die irgendeine Beziehung zu dem dargestellten Tier hat. Jede Geschichte birgt daher eine Überraschung, ein Geheimnis oder eine Botschaft. Oft wird der Raubbau an der Natur thematisiert, es geht um bedrohte Arten und den Grund für die Bedrohung. Manchmal sind auch nur besondere Fähigkeiten oder Phänomene die Basis der Geschichten. Manchmal steht die Entdeckungsgeschichte im Zentrum oder einfach nur ein kurioses Ereignis.Lucia Jay von Seldeneck beschreibt jeweils eine Szene, in der sich das "Geheimnis" konzentriert. Man muss die Andeutungen entschlüsseln, die dann fast wie in einem Rätselkrimi zur Lösung führen. Wer sich ein bisschen in Naturgeschichte und Zoologie auskennt, der hat gute Chancen, die Auflösung selber zu finden, der nächste Schritt wäre dann, die Zeichnung zur Hilfe zu nehmen und dann gibt es natürlich auf der Folgeseite noch die offizielle Lösung mit den jeweiligen Hintergründen, die im Text nur angedeutet waren. Das ist raffiniert aufgebaut, liest sich durch den szenischen Charakter sehr lebendig und ist immer spannend und am Ende überraschend.30 Tiergeschichten, die erst auf den zweiten Blick ihr Geheimnis lüften. Da bilden Inhalt und Buchgestaltung eine bis ins Detail durchdachte Einheit.
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