Kleiner Mann – was nun?: Roman. Gelesen von Arnold Frank
Klassiker EAN 9783945733165

Kleiner Mann – was nun?: Roman. Gelesen von Arnold Frank

Hersteller: Aufbau Verlag Gmbh  ·  MPN: 1254586
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Produktfakten auf einen Blick

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Klassiker
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Produktbeschreibung

Der Weltbestseller erstmals so, wie Fallada ihn schrieb. Zu brisant, um so gedruckt zu werden: Von der Urfassung des Romans, der Hans Fallada am Vorabend der Machtergreifung der Nazis zum international gefeierten Erfolgsautor machte, wurde ein Viertel noch nie veröffentlicht. Der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Lämmchen erwarten ein Kind. Kurz entschlossen heiratet das Paar, auch wenn das Geld immer knapper wird. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelnden Mannes in die Hand. In dieser rekonstruierten Urfassung führt

Bewertungen & Erfahrungen

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4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 30.04.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieser Roman ist eine faszinierende Lektüre, die den Stil von Hans Fallada wunderbar einfängt, allerdings empfinde ich die Länge als etwas anspruchsvoll.
Manu&Adrian J 23.06.2024 amazon.de
Ich habe schon viele Bücher gelesen, aber "Kleiner Mann - was nun?" hat mich wirklich umgehauen. Es ist eine Mischung aus Komödie und Drama, die dich gleichzeitig zum Lachen und Weinen bringt. Der Autor Hans Fallada hat wirklich einen großartigen Job gemacht.Vorteile:Der Roman ist nicht nur unterhaltsam, sondern bietet auch eine wunderbare Charakterentwicklung. Die Hauptfigur, Johannes Pinneberg, ist ein junger Mann, der versucht, seine Beziehung zu der schwangeren Lämmchen zu halten und gleichzeitig seinen Job zu behalten. Die Art und Weise, wie er mit seinen Herausforderungen umgeht, ist inspirierend und berührend zugleich.Nachteile:Ein kleiner Nachteil ist, dass das Buch manchmal etwas schwer zu lesen ist. Der Schreibstil ist etwas altmodisch, was manchmal ein Hindernis sein kann. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es ein tolles Buch.Fazit: "Kleiner Mann - was nun?" ist ein wunderbarer Roman, der dich zum Lachen und Weinen bringt. Es ist ein Buch, das man nicht nur einmal lesen kann. Ich würde es auf jeden Fall empfehlen, besonders wenn du auf der Suche nach einer Geschichte bist, die dich inspiriert und berührt.
SteLu 23.06.2024 amazon.de
Ich wurde auf das Buch in Berlin durch eine umtriebige Buchhändlerin aufmerksam, die es in Restaurants in der Nähe des Regierungsviertels sehr offensiv bewarb (eine übrigens sehr charmante und unterhaltsame, wenn auch bei mir an diesem Abend nicht von Erfolg gekrönte Strategie...).Das Buch "an sich" - "Kleiner Mann, was nun?" ist aus meiner Sicht ein Klassiker der deutschen Literatur, der keiner weiteren inhaltlichen Beschreibung bedarf und ist - auch in seiner bisherigen Fassung!! - unbedingt lesenswert!Das interessante an DIESER Ausgabe ist jedoch, dass sie einen Teil des Original-Manuskriptes Falladas abbildet, die bisher unveröffentlicht und unbekannt war! Das Buch erhält dadurch eine spürbar andere Note; insbesondere in der Konklusion, der Auflösung der Geschichte, die in der klassischen Fassung immer einen etwas unbefriedigten Charakter offenbarte, den ich bis dato für beabsichtigt hielt.Für jemanden, der Fallada gar nicht kennt, dürfte dies keine Rolle spielen: Lesen Sie das Buch so, als wüssten Sie nichts von dessen Vorgeschichte.Für alle, die Fallada - und damit mit Sicherheit auch "kleiner Mann, was nun?" kennen - sei das Buch umso wärmer empfohlen: Es lohnt, sich, diese neue Fassung neben die alte ins Regal zu stellen und Falladas Werk noch einmal völlig anders als bekannt zu erleben. Aus meiner Sicht: Ein absoluter Pflichtkauf, den man niemals bereut!
A. Zanker 23.06.2024 amazon.de
Was hat ein Roman für die heutige Zeit noch an Bedeutung, wenn er vor 84 Jahren (1932) verfasst wurde? Und welches Interesse kann er auch heute noch auf uns haben, wenn er trotz seiner 100 Seiten, die ihm einst entrissen wurden, heute in seiner Originalfassung gedruckt wird? Kann denn diese Neufassung am Erfolg anschliessen, was vor 5 Jahren sein Bruder „Jeder stirbt für sich allein“ mit Bravour einlöste, obwohl dieser von weit weniger Kürzungen betroffen war? Hans Fallada (1893-1947) ist in gewisser Weise eine tragische Figur, ein genialer Schreiber – mit psychischer Labilität, der oft im Rausch schrieb und auf Morphium und Alkohol nicht verzichten konnte. Man staunt immer wieder über seine Schaffenskraft, immerhin hat er von 1933 bis 1944 achtzehn Bücher verfasst, oft nur in wenigen Wochen oder Monaten, innerlich getrieben wie im Rausch. Ob wohl der ‚kleine Mann‘ an seinen grossen Bruder ‚Jeder stirbt..‘ und seinem Erfolg anschliessen kann? Vermutlich weniger. Der ‚Kleine Mann‘ wurde 1932 verfasst, also eher am Anfang seiner Schriftsteller-Karriere, während ‚Jeder stirbt..“ 12 Jahre später verfasst wurde, also gegen Ende seines Lebens. In ‚Kleiner Mann-was nun?‘ erzählt uns Hans Fallada von einem jungen Paar, das Nachwuchs erwartet und unter der Wirtschaftskrise der damaligen Zeit zu leiden hat. Zwei jungen Menschen, die um ihre Existenz und deren Überleben kämpfen, vom Leben herausgefordert werden und vor allem sich im Gegenüber als innere Stütze erleben.Was war es, dass damals der grosszügigen Streichung der Rowohlt-Verlags unterlag, obwohl sein einstiger Verleger (Ernst Rowohlt) seinem Autor grosskotzig zurief: „Schreiben Sie, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist!“ Es war vor allem das Anzügliche, das Politische, es war jener Ausflug in die Freikörperkultur (FKK), das Eintauchen ins Berliner Nachleben, etwa dem ‚Ballhaus Resi‘, wo käufliche Damen mit einem Tischtelefon kontaktiert werden konnten. Alles, wo man eine ‚Irritierung‘ oder ‚Verunsicherung‘ des Lesers vermutete und als Risiko auf keinen Fall eingehen wollte. Auch formulierte Sätze die Zusammenhänge mit Nazis und Juden hatten, fielen darunter. ‚Allzu wirkliche Wirklichkeit‘, wie Volker Weidermann in der Spiegelausgabe (24/2016) schreibt, die dem Roman ‚weg geschustert‘ wurde, und verblüffend wenig dem Roman geschadet hat. Doch was macht eigentlich seinen Charme aus? „Die wahre Heldin des Buches ist Lämmchen. Stark, lebensklug, links und unendlich nachsichtig mit ihrem Ehemännchen. Diese Mischung aus Rührseligkeit und Sachlichkeit, Illusionsfreude und Ausweglosigkeit, Schonungslosigkeit und Idylle macht den Erfolg und den Charme des Buches bis heute aus“, schreibt Weidermann. Denn tatsächlich ist der Fels in der Brandung, auf seine ganz eigene Art und Stille, die Frau von Johannes Pinneberg, dem Protagonisten, im Mittelpunkt dieser Geschichte.Im Zentrum steht ‚Pinneberg‘ mit seiner Frau ‚Lämmchen‘, die ihr junges Leben in einer wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeit antreten. Ja es gibt sogar Parallelen zu Falladas Leben, denn auch er hatte unsichere Zeiten erlebt, auch er hatte 1931 eine Kündigung erhalten, hatte Geldprobleme, war von einer Haftstrafe betroffen und wurde selbst Vater. Pinneberg lebt in einer ständigen Angst seine Arbeit zu verlieren und der damit verbundenen Sorge, für seine kleine Familie nicht aufkommen zu können. Denn Lämmchen ist schwanger und schon bald erwarten sie ihren ‚Murkel‘, wie sie ihren Nachwuchs liebevoll nennen. Ein Paar, dass finanziell eingeschränkt ist, sich wenig leisten kann, einige Male die Wohnung wechseln wird und unter ihren begrenzten Möglichkeiten aufgrund ihres Geldmangels leidet. Pinneberg erfährt genau das, vor dem er Angst hat, er verliert nämlich zweimal seine Arbeit. Und wir erfahren als Leser, wie wenig es brauchte, gekündigt zu werden und wie schwierig es war, eine vernünftige Arbeit zu finden. („Für Frauen fand sich in den Arbeitsverträgen der Passus, dass die Anstellung in jenem Augenblick erlischt, da sie verheiratet sind!“ S. 535 / Anhang Carsten Gansel) An seiner zweiten Stelle versucht er sich, als Modeverkäufer, ständig unter Druck, entsprechenden Umsatz zu generieren. Der Druck ist gross. Doch egal, unter welchem Druck Pinneberg auch stehen mag, immer wieder ist da seine Frau, die er liebevoll ‚Lämmchen‘ nennt (die Frau Falladas, Suse stand wohl Modell dafür) die ihm Halt gibt, die Zuversicht ausstrahlt und sich von den Unsicherheiten des Lebens nicht weichkochen lässt. Sie ist das stille Zentrum, die Bucht des Vertrauens, die so etwas wie Gelassenheit ausstrahlt und an das Gute im Leben glaubt, ein Paar das sich dagegen stemmt, ‚ein schlechter Mensch zu werden‘.Wir lesen herrliche Ausdrücke aus jenem damaligen Berlin und Deutschland, wir spüren die damalige Moral, etwa wenn eine Mitarbeiterin die Kündigung erfährt- nur weil sie ein Liebesverhältnis mit einem Arbeitskollegen eingegangen ist, wir spüren sie Sorge und Angst des damaligen Deutschlands, der aufkommenden Nationalsozialisten und die nahende Bedrohung für Juden. Welche Rolle spielte damals die ‚käufliche Liebe‘? Hatte Amusement noch einen Platz in der damaligen Gesellschaft? War nackt sein etwas Anrüchiges und was war damals erlaubt? Und welches Gesellschaftsporträt will uns hier Hans Fallada aufzeigen? Die Menschen damals wie heute sind von Existenzangst betroffen. Etwas, was dieses Buch auch heute noch so aktuell erscheinen lässt, auch wenn sich die Zeiten fundamental geändert haben. Und obwohl Falladas Bücher damals nicht verboten wurden, wie es vielen deutschen Autoren geschah, stand er trotz allem unter Verdacht und Beobachtung. Ein Roman der sich zwischen Sorge und Liebe bewegt, zwischen Problembewältigung und Familienbildung, zwischen Vertrauen und Angst und der Frage, ob wir vor dem Leben bestehen können, mit all seinen Herausforderungen und Schwierigkeiten. Wie können sich diese beiden jungen Eheleute gegenseitig stützen und Mut machen und welchen Einfluss haben die damaligen Entwicklungen, wie die Wirtschaftskrise und den damaligen politischen Veränderungen? Und trotz all dieser Mammutgrössen, traut sich Fallada über Freikörperkultur, Nachtleben und unausgesprochener Erotik anzunähern, alles heikle Themen, noch gar nicht zu reden, über den aufkommenden Antisemitismus.Ein lesenswerter Roman, der zwar nicht an das Potential seines Bruders ‚Jeder stirbt für sich allein‘ heranreicht, aber doch einen fundamentalen Einblick in die damalige ‚wirkliche Wirklichkeit‘ gibt, gerade und vor allem deswegen, weil wir jetzt einen vollständigen Roman in Händen halten, der seiner ursprünglichen Fassung zugeführt und neu erstmals in ‚Originalfassung‘ gedruckt wurde und zu lesen ist. Obwohl das geschilderte Paar der damaligen Zeit den Stürmen der damaligen Zeit Stand zu halten scheint, war Hans Fallada ein zerbrechlicher Autor, der sich schon mit 18 Jahren suizidieren wollte und ohne Morphium schlecht auskommen konnte. Man staunt darüber, wie er nur dieses Buch in gerade mal 4 Monaten schreiben konnte. In einer Zeit, in der selbst der Verlag vor dem Ruin stand, das seinen Roman auflegte. Carsten Gansel gibt in seinem Nachwort, biographische Einblicke, um den ganzen Kontext um dieses Buch zu erfassen und begreifen. Ein Roman, der seiner Wirklichkeit und seiner Ausdruckskraft beraubt wurde und trotz alledem von seinem Autor diesbezüglich ‚toleriert‘ wurde. Fallada hat selbst jene Existenzängste erlebt, die er hier so deutlich dem Leser vor Augen hält. Erstaunlich, dass dieses Buch immerhin 1934 in Deutschland 84‘000 mal verkauft wurde und in den Folgejahren bis Kriegsende weitere 180‘000 mal. Hans Fallada hatte mit diesem Buch den Nerv der Zeit getroffen und damit seinem Erfolg eine erste Ausrichtung, einen ersten Anfang gemacht. Es ist dann eben doch jene ständig anwesende Arbeitslosigkeit, die diesem Roman seine stille Präsenz erweist. Fallada wurde damals von seinem eigenen Erfolg überrascht, auch von den damaligen Leserreaktionen, von denen Gansel im Anhang so eindrucksvoll schreibt.Fallada lebte sein Leben im Grenzwärtigen, betrachtet man seine Gefährdung, ob dies nun seine Störungen in seiner Jugend sind, seine Tragik in Bezug auf seinen versuchten Selbstmord, seine Alkohol und Morphiumsucht, bis hin seinen kriminellen Kleingeschichten, die ihm immerhin auch Gefängnisstrafen einbrachten. Erstaunlich, dass dies seinem Schaffen keinerlei Beeinträchtigung zufügte. Ich gehe mit der Meinung von Carsten Gansel einher, dass Hans Fallada ‚ein einzigartiges Vermögen besitzt, Wirklichkeit künstlerisch zu erfassen‘. Schön, hat sich der Aufbauverlag die Arbeit gemacht, sich der Originalfassung zu verschreiben und dieses Buch der Leserschaft in die Hände zu geben. Man kann, nein man sollte dafür dankbar sein, eine solche Geschichte in seiner ganzen Ausdruckskraft lesen zu dürfen.
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