Hattest du eigentlich schon die Operation?
Mangas EAN 9783946642879

Hattest du eigentlich schon die Operation?

Hersteller: Jaja Verlag  ·  MPN: 7585721
4,8/5 (4 Bewertungen)
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Zuletzt aktualisiert: 11.05.2026 10:24 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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Jaja Verlag
EAN
9783946642879
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Kategorie
Mangas
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Produktbeschreibung

Peer Jongelings Debutcomic führt den Leser auf humorvolle, direkte Art an das Thema Transgender heran. In kleinen Anekdoten erzählen unterschiedliche genderqueere Charaktere, namentlich Paul, Ari, Lilly und Ray von ihren Problemen, Wünschen und Erfolgen. Exemplarisch veranschaulichen ihre Geschichten die Herausforderungen, denen sich Transpersonen im Alltag stellen. Dabei werden auch einige Begriffe geklärt und auf Fragen zum Thema Transgender Antwort gegeben. Durch Peer Jongelings verspielten Strich und expressives Character Design wird dieses komplexe Thema wunderbar unaufgeregt vermittelt

Bewertungen & Erfahrungen

4,8 von 5
4 Bewertungen
5 ★ 3
4 ★ 1
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1 ★ 0

Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.

Redaktion 23.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Comic ist eine humorvolle und direkte Einführung in das Thema Transgender und bietet interessante Anekdoten. Obwohl es sehr zugänglich ist, könnte man vielleicht noch etwas mehr Tiefe in einigen der kleineren Geschichten wünschen.
Reviewer 11.07.2023 amazon.de
Menschen, die nicht in das binäre Schema von Mann und Frau passen, sind immer noch in vielen Bereichen unserer Gesellschaft unterrepräsentiert. Dies ist ein Comic, der sie zu Zentralfiguren seiner Geschichten macht. Zunächst werden auf zwei Doppelseiten die wichtigsten Begriffe von "transgender" bis "passing" erläutert. Dann folgt eine kurze, erstaunlich problemlose und komplikationsfreie Coming-Out-Geschichte. Stehen Eltern in Deutschland so bedingungslos hinter ihren Kindern? Zu wünschen wäre es den Transkindern hierzulande, wenn man bedenkt, dass sie in den USA oft rausgeschmissen werden und dann auf der Straße überleben müssen. Danach geben mehrere Geschichten tiefe Einblicke in den täglichen Kampf transidenter Menschen gegen Diskriminierung, Unverständnis und Ablehnung. Man ist beim Lesen empört darüber, wie entmenschlichend Menschen mit ihren transidenten Mitmenschen umgehen können, muss andererseits aber auch über die teils unglaubliche Situationskomik lachen, in die die Charaktere hineingeraten."Shopping mit Lilly" beschreibt die Abenteuer einer Transfrau beim Einkaufen von Kleidung. Von ungewollten Kommentaren aus Kindermund über Problemen mit passenden Kleidergrößen bis zum Zwangsouting an der Kasse beim Bezahlen mit Karte ist hier fast alles dabei, was Transfrauen das Shopping zu einer Tortur machen kann."Aris Ärztehorror" lässt alle Peinlichkeit miterleben, die einem Transmann widerfahren kann, wenn ihn sein biologisches Geschlecht zur alljährlichen gynäkologischen Routineuntersuchung zwingt."Ein neuer Name" gibt einen Einblick in die bürokratischen Hürden, die transidenten Menschen in den Weg gestellt werden, wenn sie ihre Geschlechtsidentität in offizielle Dokumente eintragen lassen wollen. Immerhin ermöglichen deutsche Gesetze solche Änderungen, geben psychologischen Gutachtern aber auch die Gelegenheit sinnlos indiskrete Fragen zu stellen."Bettgespräche" bringt dann das vermeintlich heiße Eisen ganz cool und unaufgeregt auf den Tisch. Was sagt es über die sexuelle Orientierung aus, mit einem transidenten Menschen zu schlafen?"Der Star auf der Party" konfrontiert Transmann Ari mit all den vermeintlich harmlos neugierigen, aber in Wirklichkeit beleidigend indiskreten Fragen, die er gerade nicht zu hören bekommen möchte."Fit mit Lilly und Ray" wendet sich zum Abschluss der zur Zeit in den USA so heiß diskutierten Frage zu, welche Gruppenumkleide transidente Menschen verwenden sollen. Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten, da in Räumen, in denen man sich nackt gegenüberstehen kann, die Befindlichkeiten aller Beteiligten gegeneinander abgewogen werden müssen. Dass Lilly und Ray sich lieber daheim umziehen, ist nachvollziehbar, kann aber auf lange Sicht keine gesamtgesellschaftliche Lösung dieses Problems bleiben.Die Zeichnungen haben einen eigenwilligen und gewöhnungsbedürftigen Stil. Dadurch fühlte ich mich von den Figuren und ihren Erlebnissen zunächst distanziert. Nach einer Weile aber saugten mich die Geschichten in sich auf. Die bittersüßen Erlebnisse der Charaktere bleiben lange im Gedächtnis haften und regen zu weiterem Nachdenken an.Dieser Comic bietet eine wenn auch kurze, aber ungemein vergnügliche Lektüre für alle, die sich mit dem Thema Transgender/Transidentität beschäftigen wollen. Transidente Leser*innen werden ihre Alltagserfahrungen in den Geschichten wiederfinden. Fraglich bleibt, ob ein solcher Comic außerhalb der transgender Gemeinschaft weitere Leser*innenkreise erreichen und dort gesellschaftliche Veränderungen in Gang setzen kann. Vielleicht sollte man das Büchlein in Schulen lesen, um dort zu Diskussionen über dieses sonst so oft totgeschwiegene Thema anzustoßen. Ich empfehle diesen Comic allen, die sich für das Thema interessieren, da sie hier geradezu ikonische Einblicke in die tagtäglichen Kämpfe transidenter Menschen erhalten, die für Außenstehende weder wahrnehmbar noch nachvollziehbar sind.
J. Bliss 11.07.2023 amazon.de
Kurze Geschichten mit viel Inhalt, stimmige Charaktere, ein wunderschönes Design.Trotz des gehaltvollen Themas beeindruckt mich vor allem die Leichtigkeit der Umsetzung.Ich lächle jedes Mal, wenn mein Blick auf das Buch fällt und das ist für mich große Kunst :)
SaschaSalamander 11.07.2023 amazon.de
KLAPPENTEXTAri, Lilly, Paul und Ray erzählen aus ihrem Leben als TransgenderPEER JONGELINGAuf der >Homepage< kann man mehr über Peer erfahren. Auch auf der zum Buch gehörigen Seite des >Jaja-Verlags< stehen ein paar kurze Informationen. Selbst kann ich nicht viel dazu sagen, da ich bisher noch nichts von Peer gelesen oder gesehen habe. Aber Ihr könnt ja ein wenig auf Instagram stöbern, da gibt es viele spannenden Bilder, Cartoons und anderen Dinge zu entdecken, mit denen die Person besser greifbar wird und man zwischen den Zeilen einiges erfährt ;-)ZEICHNUNGENDie Zeichnungen sind ... eigenwillig. Bewerten möchte ich sie nicht, da ich selbst wenig damit anfangen kann und mir nicht anmaßen will, kritisch über Kunst zu urteilen. Und ja, als Kunst empfinde ich die Zeichnungen, da sie sehr viel bei den Lesenden auslösen, sehr individuell gestaltet sind und eine Botschaft über den Strich hinaus transportieren. Daher möchte ich nur grob erzählen, was ich sehe:das Cover ist ist ein grell leuchtendes Neon-Orange mit verwobenen weißen Armen und Ranken vor einem blauen Hintergrund. Es gibt keine Proportionen, Fluchtpunkte, alles wirkt wie ein großes Durcheinander, für mich ist das irritierend, zugleich zieht es mich ziemlich in seinen Bann. Auch passt es sehr gut zur Kernaussage des Buches, dass das Cover nicht punktgenau sondern verwoben ist und man genauer hinsehen muss, um es zu erfassen.Der Comic selbst ist rein in blau / weiß gehalten. Keine feinen Details, keine Hintergründe, Landschaften, keine Rasterfolie. Nur die Figuren. Schraffiert, gestrichelt, skizziert, keine Schattierungen oder Abstufungen. Extrem minimalistisch und dadurch ziemlich eindringlich, die Gesichtsausdrücke ebenfalls sehr aufs Minimum reduziert.INHALTAuf nur 36 Seiten wird sehr viel Inhalt vermittelt. Zuerst gibt es eine kurze Erklärung über die wichtigsten Begriffe rund um die Themen Geschlecht, Gender und Transidentität sowie die Stationen auf dem Weg der Transition. Dann folgen kleine Episoden mit Ari, Lilly, Paul und Ray.Diese Episoden zeigen den Alltag transidenter Menschen, etwa beim Einkaufen, beim Arzt, mit ihrer Sexualität, beim Outing, Kennenlernen etc. Und so kurz die Kapitel jeweils sind, steckt unglaublich viel Inhalt in ihnen.Gerade einmal 5 Seiten kurz ist zum Beispiel das Kapitel "Ärztehorror", es hat nur sehr wenige Panels pro Seite, und nur sehr wenig wird gesprochen. Und doch gelingt es Peer, unglaublich viele Themen in diese Seiten zu packen und den Lesenden einen sehr guten Einblick zu bieten, mit welchen Schwierigkeiten man als Trans*Person beim Vereinbaren des Termins, im Wartezimmer, mit der Sprechstundenhilfe, bei der Ärztin, während der Untersuchung konfrontiert sein kann.Manchmal ist das Buch wirklich zum Fremdschämen! Wenn die Ärztin unter dem Deckmantel von "ich meine es doch nur nett" so respektlos handelt. Wenn die Gutachter übergriffige und unnötige Fragen stellen. Wenn Personen auf einer Party interessiert wirken und die nette Konversation im Grunde nichts anderes als sensationsgeile Neugier ist, ja sogar Wetten abgeschlossen werden. Und dann gibt es wunderschöne Kapitel, in denen die Menschen einfach nur sind, wer und wie sie sind, ganz egal welchen Geschlechts und welchen Namens, sie leben ihr Leben und genießen den Moment.So heftig manches davon im ersten Moment ist, wird es doch witzig verpackt, nimmt dem Drama die Spitze und wird tiefgründig unterhaltsam präsentiert. Die Protagonisten gehen recht locker mit dem Thema um, strahlen Lebensfreude und Selbstbewusstsein aus. All das, was hier passiert, hat wohl fast jede*r, wer den Weg geht, 1:1 so erlebt.Vor allem ist es schön, dass auch Nonbinaries oder Transidente ohne Operationen und angleichende körperliche Maßnahmen zu Wort kommen. Das Büchlein zeigt die unglaubliche Vielfalt des Themas, geht einige Schritte über die oft binären Trans-Lebensläufe anderer Bücher und Comics hinaus.EIGENE MEINUNGDie Zeichnungen sind Geschmackssache, mich persönlich haben sie nicht angesprochen. Allerdings gefällt es mir sehr, wenn Künstler von der Norm abweichen und einen eigenen kreativen Stil entwickeln. Das hat Peer hier eindeutig getan. Auch passen die Bilder hervorragend zum Inhalt und vermitteln den Inhalt sehr gelungen. Was mich beeindruckt ist, wie mit so simplen Zeichnungen und extrem wenigen Worten so viel Inhalt in das Heft gepackt wurde, ohne dass es überfrachtet wäre oder den Leser überfordert.FAZITFür konkretere Infos oder eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema würde ich andere Werke empfehlen. Aber Außenstehenden bietet das Büchlein einen sehr schönen ersten Einblick, weckt Empathie. Betroffene können sich darin wiederfinden und verstanden fühlen. Und Suchende erkennen, dass es nicht "den einen" Weg sondern unzählige Möglichkeiten gibt. Als kleiner Happen für zwischendurch ist Peer Jongelings Werk auf jeden Fall zu empfehlen.
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