Kunzru, Hari: Red Pill
Gegenwartsliteratur EAN 9783954381340

Kunzru, Hari: Red Pill

Hersteller: Liebeskind  ·  MPN: 1150014
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Produktfakten auf einen Blick

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Liebeskind
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Produktbeschreibung

Rote Pille: Roman ABIS_BOOK

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 04.08.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein absolut faszinierendes Buch, das mich sofort in die Welt der Geschichte und Philosophie entführt; die Geschichte des amerikanischen Schriftstellers und seine Zeit in Berlin sind unglaublich spannend und tiefgründig erzählt.
Redaktion 04.08.2026 testmonster.de · Redaktion
Interessant.
kommunikatives.lesen 12.07.2023 amazon.de
Hari Kunzru beschreibt in „Red Pill“ den Versuch einer Selbstfindung. Verstrickt im humanistischen Erbe, hin und her gerissen zwischen Walter Benjamin und Heinrich von Kleist durchlebt der Ich-Erzähler eine Krise mit ungewissem Ausgang. Der Plot ist nebensächlich. Hauptaugenmerk liegt auf den mäandernden Selbstreflexionen um den dünnen Erzählfaden herum, wie es oft in der Literatur der Fall ist, sofern es sich nicht um bspw. einen Liebesroman oder einen Thriller handelt.„Rilke, der durch seine eigene riesige Einsamkeit wanderte und stundenlang niemanden sah, oder Hölderlin, dessen Wahnsinn würdevoll und kanonisch war, der Goldstandard romantischer Geisteskrankheit. Goethe wäre ideal gewesen. Kleist dagegen war ein Hysteriker, der Verfasser schriller Stücke und fragmentarischer Geschichten voller Hektik, Schlachten, Erdbeben und psychischer Schocks.“Der Ich-Erzähler ist ein halbwegs erfolgreicher Schriftsteller, der von einer Stiftung ein Stipendium zugesprochen bekommt, um in Abgeschiedenheit, am Wannsee in Berlin-Zehlendorf, sein Buch über das „lyrische Ich“ zu beenden. Die Stiftung namens „Deuter“ besitzt aber eine Philosophie. Die Stipendiaten müssen in einem gemeinsamen Raum arbeiten. Sie leben in einer gläsernen Welt. Alles wird überwacht, kommentiert, alles ist sichtbar. Der Ich-Erzähler gerät in eine Krise, magisch angezogen und abgestoßen von Heinrich von Kleists und Henriette Vogels Selbstmord an selbiger Stelle, fühlt sich eingesperrt, rebelliert, lernt in Berlin eine Ex-Stasi-Spionin kennen, einen grobschlächtigen und größenwahnsinnigen Serienproduzenten, und flieht letztlich über Paris auf eine schottische Insel, wo er von Polizisten in Gewahrsam genommen und letztlich, nach einem kurzen Aufenthalt in einer Psychiatrie, zurück nach New York gebracht wird, wo das Buch mit der US-Präsidentenwahl von 2016 endet.„Ich hatte an einem gewissen Punkt akzeptiert, dass ich nur auf meine Weise zu kommunizieren verstand, indem ich eine Art parataktischen Sturm undurchsichtiger kultureller Verweise entfachte und meine Leser dazu einlud, zusammen mit mir durch sie hindurchzutaumeln. Das steht nicht gerade weit oben in der Beliebtheitsskala, und wenn ich auch kein Interesse daran habe, um der Unergründlichkeit willen unergründlich zu sein, habe ich doch kein Talent für das Einfache.“Kunzrus Roman vollzieht eine bedenkliche Gratwanderung zwischen Wahnsinn und Eingebung, zwischen Wachheit und Paranoia, zwischen Angst und Poesie. „Red Pill“ lässt sich als ein Gegenstück zu Thomas Manns „Der Zauberberg“ lesen. Hans Castorp flieht in das Sanatorium, um sich vor der Welt zu verstecken, sucht die Krankheit, um sich nicht exponieren zu müssen, sieht aber am Ende ein, dass ihm nichts übrigbleibt und das Sanatorium, seinen safe place, verlassen muss. In dieser Entwicklung wird viel gesprochen, räsoniert, die üblichen Themen durchdekliniert. So auch bei Kunzru, nur dass hier die Reise weiter in den Zauberberg hineingeht. Am Ende verwebt, verschwebt, verklebt sich alles zu einer riesigen Simulation der Realitätsentrückung.„Ich ging in einen Lebensmittelmarkt, kaufte in einem italienischen Feinkostladen simulierte Oliven, probierte ein Stück Parmesan, das mir ein simulierter Käseverkäufer anbot, schmeckte Salz und Umami und staunte über die Technologie, Ionen zu simulieren, die durch simulierte Kanäle in die Zellen von Geschmacksrezeptoren wanderten und simulierte Axone anregten, Informationen an irgendeine Art von Datenfeld oder Konnektom weiterzugeben, das mein Gehirn repräsentierte.“Der Roman ist nichts für leichte Nerven. Viele Ängste werden geschürt. Die Sprache zieht dennoch in ihren Bann. Die Selbstreflektiertheit des Ich-Erzählers lässt Raum zum Atmen. Er bleibt in seiner Hilflosigkeit sympathisch und empathisch. Man exponiert sich gemeinsam mit ihm einer dritten Realität, die des Textes, in welchem die des Computers in Bits and Bytes thematisiert wird. Am Ende weiß man nicht mehr, wo welcher Text aufhört oder beginnt, wo die Tradition einsetzt, die Phrase beginnt, das Zitat endet, wo der Autor sucht, oder sich bereits in seinen Verweisungen und Desillusionen gefunden und verfangen hat. Sicherlich eine Art „Fänger im Roggen“ derjenigen Generation, die noch aufwuchsen ohne Computer und denen der Computer daher nicht vollends geheuer sein kann.Viel überzeugender ist „Klara und die Sonne“ von Kazuo Ishiguro und „Echos Kammern“ von Iris Haneka. Dennoch weiß „Red Pill“ durchaus zu überzeugen und liest sich schnell, obgleich ein gewisser Schauder, eine Art Unbehagen nach dem Lesen hängen bleibt, den man so schnell nicht mehr abschütteln kann. Kein gutes Buch für zurückgezogene, einsame Lektüre.
Glen Runciter 12.07.2023 amazon.de
Red Pill fand ich ein absolut schwaches Buch. 2 Sterne dafür, dass Kunzru flüssig schreibt und sich das Buch sehr gut lesen lässt. Was Herr Kunzru mit seinem Buch mitteilen möchte, verstehe ich allerdings nicht so wirklich. Eine Warnung vor White Supremacy und Konsorten? Das Buch endet mit dem Wahlsieg von DT. Nur, inzwischen ist Trump abgewählt und der Spuk fürs erste vorbei. Das Buch kommt mMn 5 Jahre zu spät.Der Protagonist des Buches ist ein weinerlicher Möchtegernschriftsteller der mit der Realität nicht klar kommt und überall Verschwörungen wittert. Das ist alles so banal und unzusammenhängend erzählt, dass es einen graust. White Tears und Götter ohne Menschen von Kunzru haben mir beide sehr gut gefallen.Kaum zu glauben, dass dieser Autor so ein schlechtes Buch wie Red Pill schreiben konnte.Die Absicht von Kunzru vor alternativen Wahrheiten/Fakten und rechtem Gedankengut zu warnen in allen Ehren, allein die Form die er dafür findet, ist mMn nach völlig misslungen.Das Buch besteht aus 4 (un)zusammenhängenden Teilen. Und kein Teil kann überzeugen.Bleibt zu hoffen, dass Hari Kunzru mit seinem nächsten Buch zu alter erzählerischer Form zurückfindet.
Amazon Customer 12.07.2023 amazon.de
Das Cover hat mich neugierig gemacht und es wurde damit geworben, dass historisches gut mit der Gegenwart verwoben sei - es war gar nichts verwoben. Es waren nahezu kontextlose Essays die irgendwie schlecht und lieblos aneinander geflickt wurden. Die ersten 100 Seiten geht es um Prokastination eines Autors mit Schreibblockade, um seine wirren Missempfindungen und seine Lethargie sowie Phlegmatismus. Überhaupt geht es eigentlich nur um ihn und seine wirren Gedanken, die nach der Prokastinationsphase in Depressionen und Verfolgungswahn münden und schließlich in der Psychiatrie enden. Wenn man eine Krankengeschichte lesen will (aus Sicht des erkrankten), dann ist das sicher das richtige Buch, aber das Buch wirbt mit den falschen Fakten für sich. Letztlich hat der Autor glaube ich viel zu viel gewollt und er ist einfach kläglich gescheitert, aber vielleicht hat er auch gar nichts gewollt und musste laut Vertrag einfach irgendwas veröffentlichen. Das ganze Werk wirkt mühelos und ist auch überhaupt nicht raffiniert oder gut durchdacht in der Recherche (wahrscheinlich gab es gar keine, das meiste ist Allgemeinbildung). Es ist einfach zusammengestückelt und wirklich reine Zeitverschwendung. Dass das den Leuten nicht peinlich war zu veröffentlichen… kann ich nur dringend von abraten.
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