Eine Frau wird vermisst und Inselpolizist Nils will die Umstände des Verschwindens auch dann noch klären, als die offizielle Suche bereits eingestellt worden ist.Mit seiner Suche und den Befragungen der Personen, die die vermisste Frau zuletzt gesehen haben, stößt Nils in der relativ überschaubaren Gemeinschaft auf wenig Verständnis.Insgesamt ein interssanter Krimi, dessen Spannung nicht so sehr vom Verbrechen und dessen Aufklärung lebt, sondern von der Suche und den komplizierten Verhältnissen der vielen unterschiedlichen Personen untereinander.Überraschend dann das Ende, dass so völlig anders ist, als ich beim Lesen erwartet habe.Für mich war das Buch spannend und so gut, dass ich auch den nächsten Band "Inselgrab" lesen werde.
Ebenso, wie mich die hier häufig anzutreffenden Hurra-Jubelbewertungen erstaunen, wundern mich die tendenziell eher schlechten Bewertungen dieses Krimis von Bent Ohle.Vielleicht mag es daran liegen, dass Inselblut erst mit der Lektüre des Nachfolgers Inselgrab zu einer richtig runden Story wird. Dies kann man aber durchaus als Schwäche ansehen. Die Handlungen bauen nämlich teilweise aufeinander auf und man darf die These aufstellen, dass hier die gute Story für ein Buch auf die Länge von zweien gestreckt wurde. Die Charaktäre sind dabei fein gezeichnet, der Plot geschickt angelegt, so dass die Spannung dennoch hoch gehalten wird. Die Story ist fesselnd und tiefsinnig. Ohle macht dabei nicht den Fehler einen Krimi schreiben zu wollen, der einer lauen, zigfach erzählten Story durch penetrante Nennung von Ortsnamen Lokalkolorit geben möchte, welches man durch Austausch derselben beliebig ändern kann. Soll heissen: das Buch wirkt durchaus authentisch.Da die beiden Krimis immerhin Vorlage für einen TV Krimi waren, kann die Story ja auch nicht so schlecht sein. Mir jedenfalls haben beide Krimis gut gefallen.
Auf Amrum verschwindet eine Frau aus ihrem Hotel, man weiß nicht, was mit ihr passiert ist, Mann und Tochter sind untröstlich, die Polizei sucht eher halbherzig nach ihr.Im Mittelpunkt steht Nils Petersen, der - einzige? - Inselpolizist, der gerade von Frau und Tochter verlassen wurde und darunter leidet wie ein Hund. Er ist die Hauptfigur des Romans, er ertränkt jeden Abend seinen Frust literweise in Whisky und offenbart dem Leser Seite für Seite seine Wut, seine Trauer, seinen Groll und seine Enttäuschung. Der Autor findet durchaus schöne Metaphern dafür, aber oftmals wird es einfach zu viel, wiederholt sich, und die Geschichte selbst kommt dadurch nicht von der Stelle.Das ist schade, denn im Grunde genommen ist es eine gut ausgedachte Story mit Tiefgang, die aber fast ertrinkt in der Redundanz des Textes.Sehr authentisch ist das Lokalkolorit, wer Amrum kennt, wird jede Straße, jedes Haus wiedererkennen, auch die Dialoge sind sehr lebensecht und die Charaktere recht gut geschildert.Es gibt durchaus einige Überraschungen, und zeitweise dachte ich, die Geschichte würde einen anderen, sehr sensationellen, aber ziemlich unglaubwürdigen Ausgang nehmen (nämlich dass das Opfer zweimal vom selben Täter "ermordet" würde), aber zum Glück war dem nicht so.Für mich ein Roman mit Licht und Schatten, Nils` Nabelschau ist verständlich, wird aber viel zu stark ausgebreitet und behindert dadurch doch sehr den Fortgang der eigentlichen Krimi-Geschichte.