Ein phantastisches Buch über essentielle Zusammenhänge der ÖkonomieMargit von Mises, die Frau von Ludwig von Mises, war die Initiatorin, dieses Kondensat an Wissen zu veröffentlichen, Wissen, das Ludwig von Mises Ende der 50-er Jahre in sechs Vorlesungen in Buenos Aires gehalten hat. Sie war es, die seine Gedanken zusammen fasste, von Worten befreite, die beim freien Sprechen gewählt werden. Die Grundgedanken von Ludwig von Mises kommen in kaum einem Werk so glasklar, so rein und logisch daher, wie in diesem Werk. Sechs Vorlesungen über Wirtschaft und Politik: Kapitalismus, Sozialismus, Interventionismus, Auslandsinvestitionen, Politik und Ideen.Kapitalismus: Der Anfang der Massenproduktion war der Ursprung des Kapitalismus. Es war Massenproduktion für die Bedürfnisse der Massen. Der Lebensstandard zu Beginn des Kapitalismus war erschütternd. Aber er war nicht wegen den neu entwickelten kapitalistischen Industrien erschütternd, sondern vorher in brutaler Weise existent. Die Menschen, die in den Fabriken Arbeit fanden, lebten vorher bereits unter dem Existenzminimum. Die Geschichte, dass Frauen und Kinder, bevor sie anfingen in den Fabriken zu arbeiten, unter befriedigenden Verhältnissen gelebt haben, ist eine der größten Geschichtsfälschungen. In den Jahren der industriellen Revolution (1760 bis 1830) verdoppelte sich die Bevölkerung Englands. Tausende von Kindern, die in früheren Zeiten gestorben wären, konnten jetzt überleben und zu Frauen und Männern heranwachsen. Natürlich waren die Verhältnisse in den damaligen Fabriken katastrophal. Doch zu Beginn des 19. Jahrhunderts verbesserte sich das Leben auch für die Fabrikarbeiter. Ohne die Möglichkeit zu arbeiten wären viele dieser Menschen verhungert.Interventionismus: Der Staat sollte innerhalb seiner Grenzen die Bürger vor gewaltsamen und betrügerischen Angriffen von Verbrechern schützen und das Land gegen Feinde von außen verteidigen. Das sind die Aufgaben eines Staates in einem freien, marktwirtschaftlichen System. Der Staat läuft stets Gefahr zu viel zu tun, zu intervenieren. Interventionismus bedeutet, dass der Staat mehr tun möchte. Er will in Marktvorgänge eingreifen. Angenommen, die Menschen beschweren sich, dass die Mietpreise zu hoch sind. Der Staat greift in den Markt ein und setzt die Mietpreise mit einem Höchstmietpreis fest. Diejenigen, die eine Mietwohnung haben, profitieren im Moment, da sie zu den Privilegierten zählen. Anbieter von Mietwohnungen können ihre Kosten nicht mehr decken, oder keine Gewinne erzielen. Sie investieren nicht mehr in Mietwohnungen. Das Angebot von Mietwohnungen nimmt nicht zu, sondern ab, da Vermieter die Wohnung lieber verkaufen, da sie woanders Mietwohnungen vermieten. Die Mietpreisbremse ist daher ein Instrument des Staates, das kontraproduktiv wirkt und das Problem nicht über den Markt löst, sondern das Problem verschärft. Zusätzlich ist auch die Ursache steigender Mietpreise zu analysieren. Heute ist durch das Fiat-Geld eine Flucht in Immobilien ein Faktum, das zu künstlich hohen Preisen führt. Hohe Abgaben und Gebühren verschärfen den Anstieg der Mietpreise zusätzlich. Dieses Beispiel, das Mises als Milchpreisproblem skizzierte, zeigt schön die fatale Wirkung staatlicher Eingriffe in den Markt.Auch die weiteren Themen Sozialismus, Inflation, Auslandsinvestitionen und Politik und Ideen bieten anschauliche Beispiele wie Marktwirtschaft funktioniert, welche Kräfte dagegen wirken und warum das so ist. Ein hervorragendes Werk, das sehr zu empfehlen ist.