Hebräisch für Alle: von der Sprache zur Vielfalt
Hebräisch lernen EAN 9783960420910

Hebräisch für Alle: von der Sprache zur Vielfalt

Hersteller: Edition Assemblage  ·  MPN: 1116397
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 19:39 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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edition assemblage
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9783960420910
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Hebräisch lernen
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Produktbeschreibung

Dr. Hila Amit, preisgekrönte Autorin und professionelle Hebräisch-Lehrerin, entschloss sich dazu, ihre Fähigkeiten zu kombinieren, um ein wegweisendes und vielgestaltiges Hebräisch-Lehrbuch zu entwickeln, das auf Content-based instruction (CBI) und kommunikativen Ansätzen des Spracherwerbs basiert. Jedes Kapitel des Buches beginnt mit einem eigens von Dr. Amit konzipierten und geschriebenen Text, der diverse Charaktere und Themen einleitet. Diese Texte fungieren als Grundlage für den progressiven Ansatz des Buches und dienen den Schüler*innen als Einstieg in Grammatik und Vokabeln der Lektion.

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Musicluke 06.06.2024 amazon.de
Dieses moderne hebräische Lehrbuch ist mit Abstand das Beste, der bereits auf dem Markt befindlichen. Sehr gut auch für Autodidakten!
Rudolf Poliak 06.06.2024 amazon.de
Eine sehr sinnvolle Ergänzung für alle, die (idealerweise) mit einem Lehrer oder selbständig Hebräisch lernen.
Kunde 06.06.2024 amazon.de
(Ursprüngliche Rezension im April 2022 - aktualisiert August 2022, siehe unten)Mit „Hebräisch für alle“ hat Dr. Hila Amit ein Buch geschaffen, das sich von den stereotypen, sexistischen und heteronormativen Klischees, die in anderen Lehrbüchern bedient werden, lösen will. Das Problem ist, dass hierbei der sprachpädagogische Aspekt spürbar auf der Strecke geblieben ist. Zu viel wird nicht erwähnt, unzureichend oder falsch erklärt. Zu oft fehlt der rote Faden, der Lerner*innen auf den Weg bringt, sicher richtiges Hebräisch zu sprechen und es gleichzeitig schafft, zu motivieren.Bereits der inklusive Aspekt ist nur halbherzig umgesetzt. Zwar beziehen sich die Texte auf viele Menschengruppen und diverse Lebenssituationen, doch nichtbinäre Personen und die verbundene Problematik des Sprachgebrauchs werden komplett verschwiegen. Ein schwieriges Thema - keine Frage; noch mehr im Hebräischen als im Deutschen, wo kaum ein Satz nicht auf irgendeine Weise das Geschlecht des*der Sprechers*in oder des*der Angesprochenen referenziert.Schon der hebräische Titel „עברית לכולן“ exkludiert grammatikalisch gesehen alle männlichen Personen (כולן bedeutet nämlich „alle (Frauen)“). Man stößt sich am generischen Maskulinum, das momentan noch im Hebräischen sehr üblich ist? Dann halte ich es, unter dem Gesichtspunkt der Inklusion, für ziemlich ungeschickt, es durch eine nicht minder sexistische Form zu ersetzen. Zudem kommt die Form כולן im Buch kein einziges Mal vor, die männliche Form כולם schon. Dass es hier eine Geschlechterunterscheidung gibt, wird nirgends erklärt.Auch hört die sprachliche Inklusion bei der deutschen Ländergrenze auf. Als Österreicher fühle ich mich bei den Begriffen „Junge“ und „Schlagsahne“ nicht angesprochen. Es wäre beileibe kein großes Problem, alle Standardvarietäten des Deutschen gleichberechtigt einzubringen – so groß sind die Unterschiede auch wieder nicht und es wäre ein Zeichen des Respekts, der für schweizerisches und österreichisches Standarddeutsch sowieso selten da ist.Für mich steht und fällt die Qualität eines Lehrbuchs nicht mit dem (Nicht-)Gebrauch gendergerechter oder allgemein inklusiver Sprache. Bedeutend ist der Informationsgehalt. Aber wenn ein Buch schon auf der Rückseite so gegen andere Lehrbücher und ihre "konservative" Konzeption wettert und dann groß erzählt, dass es alles besser mache, rückt eben auch dieser Aspekt in die Kritik. Und es gibt ganz klar Verbesserungsbedarf.Nun zum Wichtigsten, dem didaktischen Inhalt:Alle Lektionen des Buches sind folgendermaßen aufgebaut: Einem Einführungstext oder -dialog folgen Inhaltsfragen und Grammatik- bzw. Vokabelübungen. Dazwischen finden sich immer wieder durch ein anderes Layout sehr schön hervorgehobene Grammatikerklärungen und am Ende gibt es Listen mit neuen Vokabeln. Alle paar Lektionen gibt es zudem eine Rekapitulationslektion, die dem*der Lerner*in seinen*ihren Fortschritt aufzeigt. Praktisch ist, dass neue Vokabeln in kleinen Kästchen neben den Texten auftauchen. Die Lesetexte sind schön groß gedruckt und die Seiten sind nicht überladen, was einen angenehmen Eindruck macht. Insgesamt wird hier sehr geschickt mit Farben und Platz gearbeitet. Das Buch ist schön anzusehen, was aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass es beim Inhalt ordentlich krankt.Ich tue mir offen gesagt schwer, über die pädagogischen Fehltritte zu schreiben, denn man könnte Seiten mit ihnen füllen. Daher will ich hier ein paar der eklatantesten Punkte anführen:- Das Buch führt überhaupt nicht in das hebräische Alphabet ein. Es gibt nicht einmal eine Tabelle mit den Buchstaben. Woher soll ein*e Lerner*in bereits das hebräische Alphabet beherrschen? Es wird nicht einmal erklärt, dass Hebräisch von rechts nach links geschrieben wird. Man kann nicht erwarten, dass der*die Lerner*in sich das Alphabet von selbst herleitet; dafür ist es zu verschieden vom lateinischen. Die Rechtschreibung wird schon gleich überhaupt nicht behandelt. Warum עכשיו ein stummes Jod hat und Vokale manchmal geschrieben werden und manchmal nicht, bleibt der Fantasie der*des Lesers*Leserin überlassen. Das macht das Lernen auch nicht leichter.Positiv anzumerken ist, dass die Autorin die Hilfsvokale einigermaßen sparsam verwendet und das System vereinfacht. Es liest sich zugegeben für jemanden, der*die die Regeln kennt, anfangs seltsam, aber meistens verwirrt es Anfänger*innen nur, dass es für jeden Vokal mehrere Hilfszeichen gibt. Außerdem vokalisiert „in Natura“ sowieso niemand Texte.- Detto verhält es sich mit der Aussprache, die ebensowenig erklärt wird. Es wird in den Vokabellisten des Buches eine Lautschrift verwendet. Diese orientiert sich an der deutschen Rechtschreibung (mit Ausnahme von , das die Autorin statt verwendet, wieso auch immer). Problematisch ist, dass die bedeutungsunterscheidenden Laute /s/ (ס, ש) und /z/ (ז) beide mit transkribiert werden. Auch zur Betonung der Wörter findet man nichts.- Es gibt keine Audiodateien, weshalb der Faktor Hörverständnis überhaupt nicht trainiert werden kann. Menschen, die sich in eine Sprache „einhören“ müssen, sind auf komplett verlorenem Posten.- Die Darstellung der Grammatik ist gleichzeitig zu viel und zu wenig. In jeder Lektion finden sich mehrere Grammatikkästchen. Lektion ד (4) allein hat sieben (!) davon. Das ist viel zu viel und schlägt sich auch in den Übungen nieder. Eine Übung pro Thema und weiter geht’s. Das reicht nicht zum Festigen. Und dann ist da noch der Inhalt. Fast alle Themen werden entweder zu kurz, wirr oder falsch erklärt, wenn überhaupt. Beispiel: S. 20: „An maskuline Substantive wird -ים angehängt, an feminine Substantive -ות.“ Dass es zig Maskulina auf -ות und einige wichtige Feminina auf -ים gibt, wird mit keiner Silbe erwähnt. Das geht nicht.Besonders auch das Verb ist ein Fleckerlteppich von befremdlichen Erklärungen, Fehl- und Falschinformationen. Eine relativ dramatische Ausnahme ist die Auslassung des Binjan Nif’al. Dies geschah vermutlich deshalb, weil das Buch sich nicht mit passiven Binjanim auseinandersetzt. Das ist legitim und nachvollziehbar, jedoch kann der Nif’al sowohl aktiv als auch passiv sein und umfasst einige wichtige Verben wie להיכנס – betreten und להיפגש – sich treffen. Die hebräische Umgangssprache kommt nicht ohne den Nif’al aus und daher auch ein*e Lerner*in nicht. Die zweite relativ schlimme Auslassung ist, dass Verben nicht mit ihren dazugehörigen Präpositionen angegeben werden. Der*die Lerner*in müsste sich diese Information aus den Lerntexten und Übungen zusammenklamüsern, was zeitaufwendig und frustrierend ist, kaum pädagogischen Mehrwert hat und zu Flüchtigkeitsfehlern einlädt.Es ist ein beliebter Mythos, dass man eine Sprache ohne bewusstes Grammatiklernen erwerben könne. Kleinkinder bekämen ja auch keine Verbtabellen vorgesetzt. Viele Lehrbücher werben sogar mit ihren spärlichen Grammatikteilen. Dieses Buch tut dies glücklicherweise nicht, aber beruft sich auf einen kommunikativen Lernansatz (CBI – content-based instruction). Diese Ansätze sehen eher die Kompetenz im „wahren Leben“ im Fokus und nicht die Perfektion des grammatischen Wissens. Ich bin ein brennender Verfechter dieser Herangehensweise – eine Sprache will verwendet werden -, aber die Kluft zwischen „wenig formale Grammatik“ und „zu wenig Grammatik“ ist tief und tückisch und kann einem*einer Lerner*in lange nachhängen. Und erwachsene Menschen sind eben keine Kleinkinder. Weder auf neurologischer noch auf sozialpädagogischer Ebene können wir uns an ihnen orientieren. Sprache ohne Grammatik ist keine Sprache.- Die Wortlisten sind nicht weniger chaotisch. Sie sind nicht alphabetisch geordnet und nur sporadisch thematisch. Ich glaube, die Vokabeln sollen der Reihenfolge ihres Vorkommens in der Lektion folgen, aber auch das trifft oft genug nicht zu. Das, zusammen mit dem Fehlen einer vollständigen Wortliste am Ende des Buches, macht das Auffinden von Wörtern lästig – vor allem, wenn man ein Wort einer vorherigen Lektion nicht mehr weiß.Substantive haben keinerlei Angaben zu Genus und Pluralbildung. Adjektive haben manchmal die maskuline und feminine Form angegeben, manchmal nicht. Gerade bei den etwas unregelmäßigen Farbbezeichnungen fehlen die femininen Formen komplett. Verben werden zuerst in ihren Präsensformen angegeben, in einer Lektion in der Vergangenheitsform (wo diese behandelt wird) und anschließend immer im Infinitiv. Unregelmäßigkeiten werden nur aufgezeigt, so sie in eines der drei Schemata fallen, die im Buch behandelt werden (ל״ה, ע״ו/ע״י, פ״נ im Pa’al – unpraktischerweise als „Gruppen A, B und C“ bezeichnet), ansonsten mit den regulären Verben zusammengeworfen. Ausspracheverschiebungen durch gutturale Konsonanten werden komplett unter den Teppich gekehrt.Man könnte die Liste noch weiterführen. Mein Fazit ist, dass das Buch für den Klassenunterricht unter Führung einer kompetenten Lehrperson einigermaßen brauchbar ist. Allerdings sind keinerlei Gruppenübungen zu finden, keine Impulsaufgaben. Von der kommunikationsorientierten Ausrichtung, die sich das Buch auf die Fahnen heftet, ist außerhalb von den Lesetexten und dem relativ starken Fokus auf der Umgangssprache relativ wenig zu spüren. Die meisten Übungen sind grammatikorientiert oder gar Übersetzungsübungen (vom Deutschen ins Hebräische). Es ist alles relativ trocken und noch dazu so viel Falsches und Unklares dabei, dass die Lehrkraft vermutlich wertvolle Zeit aufwenden muss, die Unzulänglichkeiten des Buches auszubügeln.Für Autodidakt*innen ist das Buch völlig ungeeignet. Am schwersten wiegt sicher das Fehlen einer auditiven Komponente. Eine Sprache muss man hören. Doch auch die Grammatikerklärungen sind unzureichend, die Wortlisten für die Unterstützung einer korrekten aktiven und kreativen Sprachproduktion ungeeignet und man lernt noch nicht einmal richtig, die Schrift zu lesen. Abgesehen davon fehlen die Lösungen zum Buch, was die Autorin sogar erwähnt, mit der Anmerkung, dass „der Aufbau der einzelnen Lektionen“ einen Lösungsteil überflüssig mache. Gegenbeispiel: Übung S. 21: Adjektive mit Substantiven übereinstimmen. Aufgabe: „große Häuser“. Man hat an diesem Punkt gerade die (falschen) Pluralbildungsregeln gelernt. Es heißt, an maskuline Substantive müsse man einfach -ים (-im) anhängen. „Großes Haus“ ist בית גדול (sprich: „bajit gadol“), also muss der Plural doch ביתים דגולים, „bajitim gadolim“ lauten, oder? Dass בית im Plural unregelmäßig בתים („batim“) lautet, wurde an dieser Stelle mit noch keiner Silbe erwähnt (und wird es auch später nicht explizit – es taucht an späterer Stelle einfach kommentarlos in der Form auf). Und dass das Wort für „groß“, גדול („gadol“), im Plural sein /a/ verliert, muss man auch erraten. Zumindest wird vorher erwähnt, dass die feminine Form „gdola“ lautet – aber dass der Plural diesem Vokalschema folgt, kann man wohl kaum intuitiv erahnen. Dass jemand somit zur richtigen Antwort בתים גדולים, „batim gdolim“ kommt, ist eher Prophetie und sicher nicht dem Buch zu verdanken. Außerdem vergisst die Autorin, dass ein*e Lerner*in schlicht und ergreifend noch im Spracherwerb ist und somit selbstverständlich Fehler macht, egal ob Flüchtigkeitsfehler oder Verständnisfehler. Wenn ihn*sie aber niemand darauf aufmerksam macht, wie sollen diese Fehler dann verbessert werden, damit der*die Lerner*in es beim nächsten Mal richtig machen kann? Ein essenzieller Lernpfad ist mit dieser Auslassung komplett ausgehebelt.Die Autorin hätte gut daran getan, sich bereits bestehende Lehrbücher für das Hebräische genauer zu Gemüte zu führen und nicht nur ihre Problematiken für einen inklusiven gesellschaftlichen Diskurs zu sehen. Ich kenne etliche Hebräischlehrbücher – deutsch-, englisch- und hebräischsprachige. Pädagogische Konzepte zum Erwerb des Hebräischen sind gut entwickelt und in vielen dieser Bücher umgesetzt. Man schaue sich nur „Ivrit Bekef“ an, das sicher nicht perfekt ist (Alphabetisierung unsinnigerweise auf separates Buch ausgelagert, fade Texte, wenig kommunikativ, keine Präpositionen bei Verben in Wortlisten, fast kein Futur) aber pädagogisch viel kohärenter dasteht. Oder auch „עברית מן ההתחלה“ (englischer Titel: „Hebrew from Scratch“), das inzwischen ein bisschen in die Jahre gekommen ist, aber ein nach wie vor bewährter Klassiker ist, mit einem sehr gut durchdachten Alphabetisierungskonzept, solider grammatikalischer Basis und guten und vielfältigen Texten verschiedenster Stile (aber dafür kommen Übungen wieder recht kurz und haben auch keine Lösungen dabei). „Hebräisch für alle“ kann hier einfach von Anfang an nicht mithalten und seine Alleinstellungsmerkmale sind für den Spracherwerb schlicht zu marginal. Es ist schön, wenn Lehrbücher den pluralistischen Charakter unserer Gesellschaft anerkennen, aber für einen guten Spracherwerb ist einfach viel mehr notwendig – und das haben andere bereits besser gemacht.Trotz schöner Ideen (Inklusion, Layout, an und für sich gute Auswahl an Vokabular) kann ich Anfänger*innen und auch Hebräischlehrer*innen nicht guten Gewissens raten sich „Hebräisch für Anfänger“ zuzulegen. Es ist leider zu unausgereift, um solide Hebräischkenntnisse zu vermitteln, und scheitert zu sehr an den Details, um Lehrpersonen im Unterricht zu unterstützen.UPDATE August 2022:Man findet jetzt (gut versteckt) auf der Webseite der "International Hebrew School", der Sprachschule der Autorin, die Lösungen zu den Übungen und Audiodateien für die Dialoge und Aufgaben. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und ich hoffe, dass auch am Buch selbst in zukünftigen Auflagen noch gefeilt werden wird. Nach reiflicher Überlegung habe ich meine Zwei-Sterne-Bewertung aber beibehalten. Die meisten meiner Kritikpunkte stehen nach wie vor und die Audiodateien könnten besser sein: Sie werden nur von einer Person gelesen, was bei Dialogen seltsam anmutet, und können nicht heruntergeladen werden. Ich würde das Buch wohl jetzt mit zwei bis drei Sternen bewerten.
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