Die grüne Grenze: Roman. Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018
Gegenwartsliteratur EAN 9783960540496

Die grüne Grenze: Roman. Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018

Hersteller: Edition Nautilus  ·  MPN: 1244527
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Produktfakten auf einen Blick

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Edition Nautilus
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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

- NOMINIERT FÜR DEN PREIS DER LEIPZIGER BUCHMESSE 2018 - Die Amerikanerin Isabel Fargo Cole, Übersetzerin bedeutender DDR-Autoren, hat einen großen Roman über das Leben an der innerdeutschen Grenze geschrieben. Ein junges Künstlerpaar zieht von Berlin aufs Land. Ein Kind ist unterwegs - ungeplant. Die Ehe - unbedacht. Es ist 1973, das Dorf heißt Sorge und liegt in der Sperrzone der DDR im Harz. Editha ist Bildhauerin mit staatlichen Aufträgen, Thomas ist Schriftsteller und will nun 'den' Roman über die Grenze schreiben. Hat nicht schon Honecker verkündet, in der Literatur gebe es keine Tabus

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 08.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Toll!
Alfred Wollmann 06.06.2024 amazon.de
Die US-amerikanische Schriftstellerin und Übersetzerin Isabel Fargo Cole lebt seit langer Zeit in Berlin und legt mit "Die grüne Grenze" ihren ersten Roman vor, der es in die Nominierungsliste für den Belletristik-Preis der diesjährigen Leipziger Buchmesse schaffte. Daß ein "geschichtsträchtiger" und "symbolgeladener" Roman (Verena Auffermann, DLF Kultur) hohe Erwartungen bei den Lesern zu wecken vemag, ist verständlich. Doch werden diese auch erfüllt?Schon der situative Hintergrund des Romans wirkt weithergeholt und konstruiert, nicht gänzlich unwahrscheinlich, aber auch nicht unmittelbar fesselnd- ein Künstlerehepaar, er mittelprächtiger Schriftsteller jüdischer Abkunft (wie könnte es anders sein), sie umtriebige bildende Künstlerin, ziehen mit behördlicher Genehmigung, sprich Unbedenklichkeitsbescheinigung, in den Harz ins Sperrgebiet an der Grenze, um Abstand und Ruhe zu gewinnen. Daß die Intellektuellen in der DDR relativ einen guten Stand hatten, sofern sie bestimmte Grenzen nicht überschritten, alles bekannt, so what? Thomas will sich nach einem ersten kleineren Erfolg mit einem Kriegsroman auf Betreiben seines Lektors an einem Nachfolge-Roman versuchen. Der im ersten Drittel des Buches eingebettete Textentwurf eines historischen Romans - abgehoben durch Courierschrift - wirkte auf mich an sich nicht schlecht, im Ganzen jedoch ist es nur ein manierierter Kunstgriff zur Demonstration der handwerkliche Versiertheit der Autorin. Trotzdem hätte ich mir nach einigen Passagen gewünscht, die Autorin wäre bei einem historischen Mittelalter-Roman geblieben! Die sich entwickelnde kindliche Perspektive aus Sicht von Eli, des Kindes von Thomas und Editha, ist im Grunde intuitiv ganz gut erfaßt, aber ist das das Thema des Romans? Ich weiß es nicht. Es folgen Rückblenden auf verschiedene Phasen von Thomas Grünbergs Leben und die Entstehung seines ersten Romans. Zeithistorische Großereignisse wie Mauerbau, der Wechsel von Ulbricht zu Honecker, der Einmarsch in die Tschechoslowakei usw. bilden einen Hintergrund, der für die Protagonisten Thomas und Editha völlig unwichtig ist, da diese selbst eigentlich unpolitische Menschen sind und vor allem Thomas sich in gesicherter Existenz seinen psychologistischen Bauchnabel-Reflexionen hingibt. Auch die öfters thematisierte jüdische Abkunft von Thomas, der als Waisenkind von einem russischen Offizier gerettet wurde, spielt keine Rolle, da Thomas nichts damit anfangen kann, es interessiert ihn nicht. Das Thema wird in der zweiten Häfte des Romans plötzlich ad acta gelegt. (S. 410) Warum die Autorin dann überhaupt das Thema der jüdischen Identität einführte, erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich war sie der Meinung, daß das "irgendwie" zu Deutschland dazugehört. Die Lebensgeschichte von Thomas plätschert dahin, um schließlich folgenlos zu verebben, weil der geplante zweite Roman in der Stille des Harzes nicht zum Abschluß kommt. Dafür wird ersatzweise die Familiengeschichte von Editha angerissen und allerlei Dunkles angedeutet. Edithas Vater soll kurz vor Kriegsende noch der SS beigetreten sein! Thomas sucht seine erste Tochter Vera, die aus einer früheren Beziehung mit einer Russin hervorgegangen ist, auf. Das Ganze wird aber dann auch nicht weiter verfolgt. Zum Abschluß des Romans wird die Perspektive von Eli wiederaufgenommen. Wenn der geduldige Leser sein Aha-Erlebnis erfährt und annimmt, er hätte es mit einem gut kaschierten Adoleszenz-Roman zu tun, dreht das Ganze ins Phantastische ab und man legt das Buch endlich erleichtert zur Seite.Trotz einiger guter Passagen fügt sich die "Geschichte" - soweit man überhaupt von einer solchen sprechen kann - nicht zu einem glaubwürdigen Ganzen zusammen. Die DDR bleibt blaß. Sinnbildlich dafür ist die Einführung der Figur des "Meisters" (Werner Tübke), der kurz auftritt, nichts sagt und wieder verschwindet. Es dürfte wohl zahlreiche Autoren geben, die die intellektuelle Atmosphäre der DDR weitaus besser einzufangen vermochten. Warum und wieso Thomas dann an seiner Arbeitsstelle, der Kommunalbibliothek, Berichte für die Stasi über die Bibliotheksbesucher schreibt, wird nicht thematisiert. Es bleibt für die Geschichte folgenlos, aber die Autorin war wiederum wohl der Ansicht, das gehöre eben dazu. Bis auf Eli, die manchmal etwas altklug wirkt, sind alle Figuren des Romans blaß und flach gezeichnet. Viele tauchen auf und verschwinden wieder, ohne beim Leser bleibende Eindrücke zu hinterlassen oder gar zum Nachdenken anzuregen.Erschwerend für die Lektüre kommt dazu, daß die Autorin einen merkwürdigen Schreibstil pflegt, der mit einer abgehackten Telegramm-Syntax immer wieder auf grenzwertige Sprachbilder zusteuert. "Editha war blass, in ihrem Gesicht traten die Vorväterfurchen hervor. Das hätte er nie gedacht, dass sie so unerbittlich. [sic] War doch sonst so. War sie doch selbst nicht. Es war schließlich die alte Geschichte mit diesen Vogts. Dass sie von nichts wissen wollten. Das Leben verträgt sie nicht. Sie saßen einander gegenüber und starrten auf den Blumenstrauß. ... (S. 409)Mich verleitete eine sehr positive Rezension im DLF zum Kauf des Buches, auch die Neugier, was eine hochgelobte Neuerscheinung denn so "bringen" würde. Leider kann ich mich den vorherigen Rezensenten bei Amazon nur anschließen und konstatieren, daß hochgesteckte Ziele bei weitem nicht erreicht wurden. Der Leser - ich frage mich, an wen sich dieses Buch überhaupt richtet und was es "uns" eigentlich sagen will - wird an der Nase herumgeführt. Und das auf kanpp fünfhundert Seiten. Einige wenige gelungene Passagen und interessante Einsprengsel mit lokalhistorischem Hintergrund rechtfertigen bei weitem nicht den Umfang, Ich wollte das Buch nach der Hälfte bereits weglegen und mußte mich zwingen, es zu Ende zu lesen - von Spannung, Plot oder Ähnlichem keine Spur. Eine glaubwürdige "Geschichte" hat das Buch nicht zu bieten. Leser, die Atmosphärisches, Lokalkolorit oder Naturschilderungen suchen - beim Harz wäre das wohl zu vermuten - werden enttäuscht sein.Das Buch ist überambitioniert. Es wird Vieles angedeutet und angesprochen, ohne dann weiter verfolgt oder gar reflektiert zu werden. Die sehr positiven Rezensionen in den "Qualitätsmedien" finde ich nicht gerechtfertigt und werfen ein fragwürdiges Licht auf den Literaturbetrieb der späten BRD. Ein potentieller Leser, der Unterhaltung im besten Sinne des Wortes wünscht, sollte sich woanders umschauen. Den Germanisten und Literaturwissenschaftlern, sofern es sie noch gibt, wünsche ich viel Spaß und noch mehr Durchhaltevermögen
Bibliothekswurm 06.06.2024 amazon.de
Was soll dabei herauskommen, wenn eine US-Amerikanerin anfängt, über die Problematik der innerdeutschen Grenze, Judenverfolgung, Rote Armee und die DDR an sich zu schreiben? Dieses Buch entbehrt über weite Strecken jeder Handlung. Seitenweise Hauptsätze, unvollständige Sätze, kryptisches Geschreibsel. Dass die Zeit vergeht, merkt man nur daran, dass die Tochter der Hauptfiguren älter wird. Spätestens dann, wenn sich zu der Grenzlandthematik noch Judenverfolgung und Kriegswirren gesellen, mag man nicht mehr weiterlesen. Dabei klang das Thema spannend, und ich kenne das Harzer Grenzland aus eigener DDR-Anschauung. Nee, das Buch konnte mich nicht begeistern ...
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