Superhelden gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Marvel und DC als größte Player überbieten sich mit immer aufwendigeren Produktionen im Kino und beim Streaming. Die Superhelden brauchen immer krassere Fähigkeiten um beim Publikum zu punkten.Wie aber wäre es, wenn es einen Superheld geben würde, dessen Superkraft es ist, dass sich seine Familie, Freunde und Nachbarn super fühlen. Und sicher!Vorhang auf für Stuntboy. In Zukunft wird er versuchen auf die Bewohner seines Wohnblocks aufzupassen. Doch dies ist gar nicht so einfach, da Stuntboy auf jede Menge Hindernisse trifft. Da wären zum einen der gemeine Herbert Singletary, der im ganz Wohnblock Terror verbreitet oder zum anderen die ewigen Streitereien von Stuntboys Eltern.Zum Glück hat er seine beste Freundin Zola an seiner Seite. Zusammen versuchen sie Lösungen für die Probleme zu finden. Doch dies ist alles andere als leicht.Was Autor Jason Reynolds und Illustrator Raúl The Third hier erschaffen haben ist einfach der Wahnsinn. Eine Art Comic-Roman, der sich auf geniale Weise deutlich von den typischen Superheldencomics abhebt. Hier geht es nömlich nicht um die Rettung des ganzen Planeten mit all den kosmischen Bösewichtern, sondern um die Rettung der Welt in der man alltäglich lebt.Text und Bilder ergänzen sich perfekt und verdoppeln das Lesevergnügen.Thematisch werden Dinge wie Mobbing, Scheidung oder Panikattacken aufgegriffen und dabei auch mit dem nötigen Ernst behandelt. Ein toller Weg um junge Leser/innen für ernste Themen zu sensibilisieren, von denen sicherlich schon jede/r gehört hat. Obwohl sich das Buch primär an Jugendliche richtet, können Erwachsene auch sehr viel Vergnügen mit dem Buch haben.Fazit: Ein tolles Buch mit wichtiger Botschaft. Es braucht mehr Helden wie Stuntboy. Unterstützt Stuntboy! Ihr werdet es nicht bereuen.Unbedingte Leseempfehlung!
Mit schönen, altersgerechten, im Comicstil gehaltenen Bildern versehenes Jugendbuch, welches die Geschichte von Portico erzählt, welcher in seiner Fantasie ein Superheld ist - Stuntboy.Tenor der Geschichte ist die Trennung seiner Eltern, das Drama um die Aufteilung der Möbel etc. und wie der Junge, mit Hilfe seiner Freunde damit umgeht.
Mit „Stuntboy rettet die Welt“ hat der bekannte Kinder- und Jugendbuchautor Jason Reynolds einen neuen Comicroman mit Illustrationen von Raúl the Third veröffentlicht.Worum geht es?Portico Reeves ist ein normaler Junge, der immer wieder mit seinen Angstattacken zu kämpfen hat. Um mit seinen „Phobies“, wie er sie nennt, klarzukommen, wird er zu Stuntboy, denn als Superheld kennt er keine Ängste. Seine Superkraft ist, dass alle anderen super sind und dafür sorgt er mit seinen Stunts. Er beschützt seine beste Freundin Zola, seine Nachbarn im Wohnblock und vor allem seine Eltern, bei denen immer öfter dicke Luft herrscht. Wird Stuntboy dieser großen Aufgabe gewachsen sein?Meine Meinung:Das ansprechende Cover zeigt den Protagonisten als Superheld auf den Dächern der Siedlung.Die Illustrationen im Inneren sind sehr großzügig, aber nicht comictypisch seitenfüllend und nur mit Sprechblasen und Erzählkästchen, sondern es gibt auch längere Textpassagen. Die Farbgebung ist eher minimalistisch gehalten, sonst sind die Zeichnungen allerdings sehr passend.Am Besten fand ich die Illustration auf S. 232 und 233, als die Eltern um das Sofa stritten und Gran Gran sogar noch schlafend darauf saß. Auch sehr gelungen, wenn auch ein wenig verstörend, ist der zweigespaltene Portico auf S. 242 und 243. Zu guter Letzt möchte ich noch die besonders tollen Illustrationen von der Katze Immer Anders hervorheben.Der Schreibstil war am Anfang sehr gewöhnungsbedürfig, weil die Zielgruppe Kinder und Jugendliche sind und dies auch bei der Wortwahl berücksichtigt wurde.Neben dem Hauptcharakter Portico Reeves alias Stuntboy gibt es noch seine beste Freundin Zola, seine Familie bestehend aus Mr. und Mrs. Reeves, Gran Gran und der Katze Immer Anders sowie zahlreiche andere Bewohner des Wohnhauses. Eine weitere wichtige Person ist Herbert Singeltray der Fiese. Während er am Anfang immer als Porticos und Zolas Gegenspieler fungierte, erfährt man im letzten Teil des Buches viel über seine Vergangenheit. Da es da einige Gemeinsamkeiten mit Portoco gibt, entsteht dann doch eine Freundschaft.Meine Lieblingscharkter war Zola, weil sie immer versucht mit ihren Ratschlägen Portico mit seinen Angstattacken zu helfen. Auch toll finde ich Zolas Mutter mit ihren psychologischen Tipps, mit denen die Kinder natürlich nichts anfangen können, wie zB durch die Zehen atmen.Während das Buch am Anfang nach einem netten Comic für zwischendurch aussieht, bekommt es mit fortschreitender Geschichte immer mehr Tiefgang und behandelt mit der Trennung der Eltern ein sehr schweres Thema für Kinder und Jugendliche. Vor allem die bildliche Darstellung des geteilten Portico, als sich seine Eltern um ihn steiten, veranschaulicht das Gefühlschaos und das „hin und her gerissen sein“. Viele Scheidungskinder werden sich hier wiedererkennen.Als störend empfand ich die Werbepausen mitten im Kapitel. Die Idee an sich fand ich gut, weil das ganze Buch als Fernsehserie mit mehreren Folgen aufgebaut ist. Jedoch fühle ich mich jedes Mal aus der Geschichte gerissen, weil es meinen Lesefluss stört.Die Sprache und der Stil vom Buch strahlen eher Einfachheit aus, ganz im Gegensatz zu den Themen des Buches, die sehr schwierig sind. Neben Mobbing spielt auch die Trennung der Eltern eine große Rolle.Ich denke Portico hat den Superhelden Stundboy nur erfunden, um sich hinter einer Maske verstecken zu können, wenn ihn etwas zu sehr belastet. Was dabei herauskommt, wenn man vor seinen Problemen wegläuft und diese nicht anspricht, sieht man ja am Ende des Buches.FazitFür eine gut gelungene Geschichte, die schwierige Themen wie Mobbing und Scheidung aufgreift und sicher mehreren Kindern aus der Seele spricht, gebe ich 4 von 5 Sternen.