Ein neu angelegter Garten mit einem für mich bis dahin fremden Konzept (Erd-Sand-Gemisch unten und darauf eine 30 cm dicke Sand-Kies-Schicht) hat mich dazu gebracht, mir noch ein bisschen Fachliteratur zuzulegen. Zum einen kannte ich mich mit den Pflanzen und ihren Standortwünschen noch nicht so wirklich aus, zum anderen war mir oft der Nutzen noch nicht geläufig. Beides wird im Buch von Paula Polak einfach, gut verständlich, präzise, dabei aber knapp (also keine Romanlänge zu jeder einzelnen Pflanze) beschrieben. Das Buch ist aufgeteilt nach Bodenverhältnissen und dort werden dann entsprechende Pflanzen vorgestellt, beschrieben und ihr Nutzen für die Fauna erklärt. Reich bebildert ist es auch, so dass man eine gute Vorstellung von der Pflanze und ihrem evtl. im Garten schon ins Auge gefassten Platz bekommt und nochmal checken kann, ob die eigenen Vorstellungen mit den Ansprüchen der Pflanze zusammenpassen. Bei mir kleben mittlerweile schon lauter gelbe kleine Marker im Buch, alle diese Pflanzen kommen mir auch noch in den Garten. Beim Lesen und Schauen wurde mir erst richtig bewusst, wie wenig ich doch tatsächlich über unsere heimischen Wildgewächse bisher wusste. Mit Polaks Ratgeber ist man hinterher jedenfalls schlauer als vorher ;-) Klare Weiterempfehlung für Menschen, deren Augenmerk auf Naturgärten und deren typbedingt anderer Bepflanzung liegt.
Ob sonnig, nährstoffarm und trocken oder feucht und schattig – zu jedem Standort gibt es die passenden Pflanzen. Welche das sind und wie man sie kombinieren kann, erfährt man in diesem Buch.Die Einführung gibt einen kurzen Überblick über die unterschiedlichsten Standorte, bringt den Naturschutzgedanken mit ins Spiel (keinen Torf aus Mooren, regionale Arten, Aufpassen bei invasiven Neophyten) und gibt kurze Definitionen zu den erwähnten Begriffen.Nach Standorten eingeteilt werden die Pflanzen vorgestellt. Dabei wird im einleitenden Teil kurz auf die Stanortfaktoren eingegangen, die ihnen gemeinsam sind. Die Pflanzenporträts selbst setzten sich aus einem Bild, Informationen zur Wuchshöhe und den Blühmonaten, sowie Beschreibungen zu Wuchs, Blüte, Verwendung, Wert (in Bezug auf die Fauna) und die Arten zusammen. Das Kapitel wird mit einer Liste an geeigneten ökologisch wertvollen Gehölzen, Kombinationsmöglichkeiten und Pflanzvorschlägen abgerundet. Es wird aufgezeigt, wie die Blüten für uns Menschen gut zur Geltung kommen. Viel mehr aber steht – auch durch den Begriff „Naturwiese“ - die Natur im Vordergrund. So werden immer wieder Bezüge zu den heimischen Tieren hergestellt und die Möglichkeit geboten den eigenen Garten so zu gestalten, dass er für möglichst viele Tierarten Nahrungsquellen bietet.Es beginnen die Sonnenanbeter: Pflanzen, die wenig Wasser und Nährstoffe brauchen, Kies und Sand oder Trockenmauern bevorzugen. Nach Nährstoffen ansteigend geht es weiter mit den Magerwiesen. Darauf folgt der bestmögliche Standort mit viel Sonne, Wasser und Nährstoffen. Immer wieder finden sich hier auch Gewürzpflanzen, die in der Küche verwendet werden können. Die nächsten Standorte sind spezieller, so finden sich sehr feuchte (in der Nähe von Teichen), halbschattige und schattige Plätzchen.Fazit: Die Grundgedanken eines naturnahen Gartens erlebe ich täglich im eigenen Garten. Tipps wie „weniger Ordnung halten“ kann ich nur unterschreiben. So ist unser Rasen schon seit Jahren zu einer blühenden und damit viel interessanteren Wiese geworden. Zum Buch habe ich gegriffen, weil es doch immer wieder Bereiche im Garten gibt, die neu bepflanzt werden wollen. Gerade hier ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich die Standorte auch kleinräumig sein können. So hat sich mein Interesse nicht nur auf Teile des Buches beschränkt, sondern ich konnte von vielen der Kapitel profitieren.