Musik zweier amerikanischer Komponisten des 20. Jahrhunderts enthält diese Aufnahme des American Composers Orchestra unter Dennis Russel Davies und mit Keith Jarrett am Klavier. Die Gemeinsamkeiten von Alan Hovhaness und Lou Harrison werden im Begleittext des Booklets angeführt: ähnliches Alter, jeweils als "Westküstler" abseits des intellektuellen Mainstream in den USA lebend, beide mit ausländischen Wurzeln, gleiche Vorlieben für Harmonien und eher mystische Klänge. Von dem äußerst produktiven Alan Hovhaness, väterlicherseits armenischstämmig, sind die Sinfonie Nr. 2, die auch "Mysterious Mountain" genannt wird, sowie das Klavierkonzert "Lousadzak" enthalten; von Lou Harrison dessen fünfteilige, sehr spirituell gestaltete zweite Sinfonie "Elegiac".Die Musik ist überwiegend harmonisch, von getragenen, weichen, zumeist sehr streicherlastigen Klängen gehalten. Die Sinfonie von Hovhaness ist dreiteilig, mit zwei Teilen andante. Es herrschen tiefe, weiche Harmonien vor, nichts Vertracktes oder allzu Komplexes, eine Hommage an die Berge eben, angenehm anzuhören. "Lousadzak", bei dessen Uraufführung 1945 mit dem Komponisten selbst am Klavier es heftige Diskussionen gegeben haben muss (sagt der Begleittext), ist eine etwas anspruchsvoller gestaltete Folge tiefer Streicher- und Klavierlinien, die sich allmählich quasi ins Licht, in die Höhe spielen. Jarrett interpretiert das an den Tasten sehr fein. Die Sinfonie von Lou Harrison ist geprägt von spirituellen, religiösen Motiven, was sich auch in den Titeln der einzelnen Teile ausdrückt (z.B. "Tears Of The Angel Israfel", "Praises For Michael The Archangel"). Auch hier überwiegen langsame, dunkle, mystische Klänge, durchbrochen von dem arg dramatischen Satz der Gebete für den Erzengel Michael.Insgesamt sind es schöne Kompositionen, zwar nichts Umwerfendes, aber doch besser als etwa Jarretts Eigenkompositionen zu "Bridge Of Light".