Herbert Ernst Groh, geboren 1905 (andere Quellen nennen 1906 als Geburtsjahr) in Luzern, gestorben 1982 in Norderstedt bei Hamburg, ist vermutlich fast nur noch der älteren Generation der „Stimmenliebhaber“ ein Begriff. Und auch sie werden sich an den Tenor hauptsächlich als Rundfunk- und Schallplattensänger erinnern.Hier beweist Groh, dass er auch Oper „konnte“, was nicht verwundert, wenn man weiß, dass er klassischen Gesang studierte (u.a. bei Professor Karl Beines, der auch Richard Tauber eine Weile unterrichtete) und an verschiedenen deutschen Theatern in mehreren Opern auftrat.Seine große Stärke, die er auch in den hier ausgewählten Arien präsentieren kann, lag in der lyrischen Qualität seiner Stimme, seiner Ausdrucksfähigkeit und seiner Phrasierungskunst. Der Glanz seiner Mittellage beeindruckt dabei mehr als seine hohen Töne (was nicht für alle Tenöre typisch ist; viele blühen überhaupt erst richtig auf, wenn sie hohe Cs schmettern dürfen), vor allem, wenn er diese mit voller Mittelstimme singt. Sobald er in der hohen Lage etwas mehr Kopfstimme (Randstimme, nicht etwa Falsett oder Fistel) beimischt, verschwindet die leichte Enge, die sich manchmal im “Attackieren“ der Höhe bemerkbar macht. Wunderschön schwebend ist sein Piano - hier zeigt sich, dass er die Kopfstimme (und wieder: Randstimme) sehr gut einzusetzen weiß.Die Arienauswahl, in die man sich auf dieser Seite dankenswerterweise sogar hineinhören kann, reicht von überaus populären Stücken (u.a. von Mozart, Rossini, Verdi) bis hin zu Ausschnitten aus Opern, die heutzutage kaum noch auf dem Spielpan stehen, wie etwa „Der Barbier von Bagdad“ (Cornelius) oder „Der Kuhreigen“ (Kienzl).In zwei der eingespielten Duette ist Gitta Alpar Grohs Partnerin, in drei anderen Emmy Bettendorf.Der Kauf der CD lohnt sich auf jeden Fall. Dasselbe gilt für etliche andere CDs von Herbert Ernst Groh, z.B. in der Reihe „Gutes von gestern“ mit gleich sechs Folgen vertreten!