schöne ruhige Balladen, die manchmal an Sheryl Crow erinnern, aber ansonsten eigenen Charakter haben.. Leider nur 10 Songs, was schade ist.
Maria Taylor ist zurückgekehrt, in die Nähe ihrer Familie, nach Birmingham, Alabama, wo sie sich nun gemeinsam mit ihrem Bruder Macey ein Haus teilt. Nach dem flügge werden in Athens, Georgia, der Lovestory in Omaha und dem Erwachsenwerden in L.A., nun also ein erneuter Wohnortwechsel, der natürlich nicht ohne große Gefühlswallungen bewältigt wurde. Neben den stets auf ihren Solo-Alben präsenten Themen wie der Sinnsuche und der Sehnsucht nach der großen, wahren Liebe, ist es das Heimweh, das Heimkommen und der damit verbundene Zwiespalt wieder einmal Brücken hinter sich abgebrochen zu haben, der sie anspornte.Unter diesem Eindruck ist ihr großes gelungen. Ein Album das einen packt, das einen mitreist, das die eigene Gefühlswelt durcheinander wirbelt. Sei es das melancholische Happenstance", das sehnsuchtsvolle Like it does", das flippige Masterplan", oder das letzte Stück der Platte, das elegische Along fort he ride", Maria Taylor hat dieses Mal ohne Ausnahme großartige Songs abgeliefert. Selbst das twangige Bad idea?", ein ziemlich sexy klingender Shuffle im Stile der Zwanziger Jahre steht der Songwriter-Fee gut zu Gesicht und eröffnet ganz neue Optionen für die hübsche Schwarzhaarige. Zumindest vorübergehend wurden die geisterhaften elektronischen Flirts der vorangegangenen Alben ad acta gelegt, die oft nur die Lücken zu füllen schienen. Maria Taylor ist gereift, selbstbewusster geworden und beweist sich endgültig als großartige Songwriterin. Overlook" könnte man durchaus auch als ihr Country-Album bezeichnen, zumindest ihre Version davon, eingespielt mit viel Lap Steel, mal einem Banjo und mit hübschen Backup Vocals. Ein Familienprojekt, dem sowohl Bruder Macey, als auch Schwester Kate ihre Hilfe beisteuerten. Maria selbst bediente neben Gitarre auch schon mal die Drums und nahm zudem zum ersten Mal die Produktion ihres Albums selbst in die Hand. Weiß sie doch wohl am besten wie sie ihre liebreizende, verführerische Stimme, eine der schönsten der Zunft, in Szene setzen kann. Bei In a bad way" getraut sie sich gar einen überaus lasziven Gesangsstil zu, mit aufwühlender, elektrischer Gitarrenbegleitung, ein Song der kräftig rockt! So kraftvoll hat man Maria selten gehört. Overlook" ist ein abwechslungsreiches, berührendes Album geworden, das alle Fähigkeiten Maria Taylors in den Vordergrund rückt und den bisherigen Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens markiert. Inklusive Azure Ray! Ein Glas Rotwein auf das etwas andere Alabama-Girl! (Indy, Roadtracks Magazin)