Eine neue Episode in der Familiengeschichte, um die Familie, die ihre Töchter und die Londoner Gesellschaft zu furchtbaren Soireen zwingt. Auch diesmal kommt eine _ Iris unter die Haube, aber bis zum Happy End dauert es. Eine Reihe von Geheimnissen und Vertrauensbrüchen müssen überwunden werden. Gute Unterhaltung, was manchmal wichtiger ist als tiefschürfende Werke. Platz für beides.
Sir Richard Kenworthy muß dringend heiraten, die eher unscheinbare Iris Smythe-Smith kommt seinen Zwecken dazu gerade recht. Auch wenn er sie nach dem kennen lernen sofort sehr mag, muß er sie schnellstens zu Heirat zwingen, den Eile ist geboten. Er kompromittiert sie, das ist am einfachsten und seine Rechnung geht auf.Das passiert in den ersten 5 Kapiteln und dann ließt man sich 20 Kapitel lang durch die wirklich qualvollen Beginn einer Ehe, die man bei Julia Quinn so nicht erwartet hat.Der Anfang ist in der üblichen und humorvollen Quinn-Art geschrieben, ganz so wie man es erwartet hat und der Grund warum man das Buch eben schon Monate vorbestellt hatte, humorvoll und toll!Aber, dieses Buch ist wirklich anders als ihre anderen Bücher aus der Reihe, leider in diesem Fall, da der Leser, wie Iris 20 Kapitel lang im Dunkeln gelassen wird, was Richard Kenworthy im Schilde führt. Somit baute sich bei mir der gleiche Frust auf, wie bei Iris. Was mir nicht gefiel, bei einem Quinn Buch über die Smythe-Smith Charaktere. Zumal Iris sich als ein toller Charakter entpuppte, der eigentlich einen besseren und humorvolleren Umgang verdient hätte.Der Beginn einer Zweckehe, in welcher Iris schon fast seelisch von Richard gequält wird und warum er sich so verhält, ist unglaublich! Er will die Ehe einfach nicht vollziehen und man erfährt erst warum in den letzten Kapiteln. Es wird einfach unglaublich ernst und Humor ist nicht mehr vorhanden, wie auch.In endlose Gedankengänge werden die Schuldgefühle von Richard und die Traurigkeit von Iris beschrieben. Es ist in diesen 20 Kapiteln nicht schlecht umgesetzt, warum sie sich z.B. dann verliebt in der Ehe, es ist -vor allem bei der Auflösung- aber eher fraglich ob das gerechtfertigt ist, das Iris sich verliebt hatte. Das Richard sich in Iris verliebt ist logischer, aber warum er sich verhält wie er sich verhält auch unbegreiflicher.Zwar ist die Erklärung von Richards Verhalten dann genau so eine Bombe für den Leser wie für Iris, wenn sie dann den Grund für sein wirklich verletzendes und teilweise blödes Verhalten ihr gegenüber erfährt, aber mußte es sooooooo lange beschrieben/verheimlicht werden?Dadurch ist zwar die Geschichte nicht vorhersehbar und wenn es kein Quinn Roman wäre vielleicht auch ganz spannend, weil mal anders, aber...nun, es war wirklich teilweise zum Augenrollen und wirklich nicht nur ein quälen der wirklich tollen Iris, sondern auch der Leser-Geduld.Richards Verhalten ist dann zwar erklärbar, aber nicht entschuldbar!Dafür ist/dauert sein Geheimnis einfach zu lang und die Auflösung ist einfach zu kurz gehalten.Meine Erwartungen nach dem letzten Buch der Smythe-Smith Reihe waren hoch, vor allem als ich die ersten 2 Kapitel auf der Autorenseite gelesen hatte, die ein typisches Quinn Buch versprachen.Es wäre auch ein tolles Buch geworden, wenn einfach dieses Geheimnis nicht so lange im Dunkeln geblieben wäre, denn der Umgang mit diesem wäre viel spannender gewesen. Der Anfang und auch die Liebeserklärung am Ende sind sehr gut, der lange Mittelteil ist auch nicht schlecht geschrieben, aber es ist einfach quälend...Was einem üblichen Quinn-Leser eben am Ende auch unbefriedigt zurück läßt, ist, dass erst von dem Moment an, wo man dann erfährt, was er beabsichtigte mit der Heirat, wurde es spannend, aber leider wurde dies dann in aller Kürze abgewickelt zum wirklich, für den Leser, dann etwas "unverständlichem" HEA und Epilog.Fazit:Das ist wohl das erste mal, dass mir ein Quinn-Buch nicht so richtig gefallen hat und ich wirklich eher enttäuscht bin, dass (die wirklich tolle) Iris und Richard eine "inhaltlich" nicht so gut umgesetzte Geschichte erhalten haben, der Schreibstil ist wie gewohnt gut, es ist nur die Geschichte an sich, die mir nicht gefiel.Im Gegensatz zu den erste 3 Teilen ist diese Geschichte auch als Einzelbuch zu lesen, ob man die Reihe damit vervollständigen muß... nun ja... die Kindelversion habe ich behalten, aber die Printversion habe ich abbestellt.