Ein echter Klassiker der Science Fiction! Niemand sollte sich von den Verfilmungen abschrecken lassen, denn keine - und ich wiederhole KEINE - der drei wird dem Buch auch nur ansatzweise gerecht. Die Filme haben jeder für sich ihre Daseinsberechtigung, aber wer nun meint, aufgrund der Tatsache, dass er oder sie den Film gesehen hat, so etwa die Handlung des Buchs zu kennen, der meint falsch.Robert Neville ist der scheinbar letzte Überlebende einer apokalyptischen Seuche, die die mit ihr infizierten Menschen in Monster verwandelt. Wir erfahren durch die Nachforschungen und Erinnerungen Nevilles, dass die Seuche einem Virus geschuldet ist, der schon seit Jahrhunderten auf der Erde existiert, und dessen Krankheitsbild für die gängigen Vampirmythen verantwortlich ist, denn die Infizierten benötigen Blut um zu leben. Der Virus ist schließlich zu einer Form mutiert, die es ihm erlaubte, große Teile der Bevölkerung zu infizieren. Nicht alle Infizierten sterben an ihm, aber die, die es tun, kehren als Zombies zurück. Zu dem Zeitpunkt als die Handlung einsetzt hat es sich Neville zur Aufgabe gemacht, alle Infizierten - Zombies und Lebende - zu töten und so das Virus auszurotten. Bei Tag streift er durch die Straßen seiner Kleinstadt auf der Suche nach den Monstern, bei Nacht verbarrikadiert er sich in seinem Haus, denn mit Anbruch der Dunkelheit versammeln sich Infizierte vor seinem Haus, um ihn herauszulocken und sein Blut zu trinken. Eines Tages trifft Neville eine junge Frau, die, wie er, nicht infiziert zu sein scheint. Aber Neville hat so lange keine uninfizierten Menschen mehr gesehen, dass er seinen eigenen Augen mißtraut.I Am Legend is eines der besten Science Fiction-Bücher, die ich je gelesen habe. Die Sprache ist einfach und eingängig, aber nicht simpel. Die Handlungsführung ist spannend, und das überraschende Ende besitzt einen der besten Plot-Twists, der mir je untergekommen ist. Die Hauptfigur ist interessant, aber nicht symphatisch. Was das Buch allerdings so außergewöhnlich macht ist seine progressive Sichtweise auf die Frage nach dem Mensch-Sein. Dieses Buch ist spannend/kurzweilig und intelligent gleichzeitig. Was also könnte dagegen sprechen?Zum Buch: Wie man schon in der Beschreibung lesen kann, ist der Roman nicht besonders dick. Das Cover zeigt einige Vampire, die meisten davon mit totenschädelartigen Köpfen - eine Darstellung, die eher nicht dem menschenähnlicheren Aussehen der Infizierten im Buch entspricht. Das Papier ist graugelbes Recyclingpapier, allerdings nicht das ganz billige, sonder das etwas hochwertigere. Das Schriftbild ist klar und gut lesbar. Insgesamt eine Edition mit akzeptablem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Richard Matheson hat in seinen frühen SciFi-Erzählungen die Angst vor dem Krieg und der Atombombe, die Angst vor dem Kommunismus und vielleicht sogar die Angst vor der Zukunft allgemein, die in der amerikanischen Bevölkerung weit verbreitet war, als Matrix benutzt und gehört zu den großen Protagonisten des Paranoia-Genres, das vor allem im SciFi-Bereich beheimatet war.Viele seiner Erzählungen sind als Vorlagen für Verfilmungen genutzt worden, andere Autoren haben sich seiner Ideen bedient. Wer den paranoiden Charme der 50iger Jahre zu schätzen weiß, wird einen großen Teil von Mathesons Erzählungen mit Genuss lesen.I am Legend" wurde 1954 als erster Roman Mathesons veröffentlicht und später mehrfach verfilmt.Eine möglicherweise globale Seuche hat die Menschen in vampirähnliche Wesen verwandelt. Matheson schildert das (Über)Leben des vielleicht letzten lebenden Menschen Robert Neville in diesem apokalyptischen Szenario.Es gibt einige wenige überraschende Wendungen bzw. Ereignisse, ansonsten dümpelt der Roman über lange Strecken vor sich hin. Matheson ist als Autor von Kurzgeschichten deutlich besser als von Romanen, was neben der konzeptionellen Seite auch sehr damit zusammenhängt, dass man ihn bestimmt nicht als großen Stilisten ansehen kann.In einigen Rezensionen habe ich gelesen, dass Leser sich aus unterschiedlichen Gründen wünschten, der Roman sei länger. Ich würde mir im Gegenteil wünschen, Matheson hätte diesen Roman gestrafft und als Erzählung herausgebracht. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Masse der SciFi-Romane in den frühen Jahren nicht länger war als I am Legend".Was Matheson von den meisten seiner Kollegen unterscheidet ist, dass er die Genres Horror und SciFi auf geschickte Weise zu verbinden weiß. So wird in I am Legend" auch der Versuch unternommen, dem Vampirismus eine wissenschaftliche Erklärung zu geben und aus dem Mythos eine Krankheit zu machen. Inwieweit man Mathesons Versuch als gelungen betrachtet, sollte jeder Leser für sich selbst entscheiden. Ich fand ihn nicht ganz geglückt, aber honoriere die Vorreiterrolle, die Matheson innehat. Ein vergleichbarer Versuch im Zombie-Genre wurde zuletzt von Diana Rowland in ihrer White Trash Zombie"-Reihe unternommen. In den letzten Jahren haben Dystopien Hochkonjunktur, ein Blick auf die Ursprünge lohnt sich deshalb bestimmt und sorgt dafür, dass Matheson nicht in Vergessenheit gerät.Der Roman selbst hat aus meiner Sicht jedoch einige Schwächen, die ich ihm nicht ganz leicht nachsehen kann. Zum einen ist da der bereits erwähnte Schreibstil, der gewiss nicht von der Suche nach dem passenden Wort und sprachlicher Geschmeidigkeit geprägt ist. Nun erwartet man im Bereich SciFi / Horror keine sprachlichen Meisterwerke, aber dass es doch auch anders und besser geht hat z.B. ein Ray Bradbury überzeugend bewiesen (und auch er hatte seine Leserschaft). Mathesons Sprache in I am Legend" ist jedenfalls grob und holzschnittartig in einem Maße, dass es mich des öfteren gestört hat.Passend zur Sprache entwickelt sich auch die Handlung weder subtil noch überraschend. Treffend lässt sich sagen: Die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Das wäre notfalls zu verschmerzen, wenn ich denn etwas mehr Sympathie für Robert Neville aufbringen könnte. Dieser aber tritt uns nicht als Mensch aus Fleisch und Blut entgegen, sondern als Protagonist, dessen einzige Bestimmung es ist, der letzte lebende Mensch zu sein. Ansonsten tut er das, was man sich vorstellt, dass es auch ein Farmer oder Cowboy auf einer abgelegenen Farm tun würden: Er trinkt Whisky, hantiert mit Waffen und anderem Gerät herum und macht sich nicht allzu viele unnötige Gedanken.Seine Menschlichkeit beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass er eine Frau und eine Tochter hatte, die er durch die Seuche verloren hat; ansonsten bleibt er farblos und unattraktiv. Dass er klassische Musik hört, gibt seinem Charakter keine zusätzliche Tiefe, sondern wirkt trotz Erklärung, die Matheson abgibt, eher unglaubwürdig und verblüfft einfach nur. Wenn Neville dann auch noch den Musikgeschmack von Ruth kritisiert (She sat down as RachmaninoffŽs Second Piano Concerto began. Her taste isnŽt remarkably advanced, he thought..."), ist die Grenze der unfreiwilligen Komik überschritten.Sie ahnen es schon: Wenn der letzte Mensch auf Erden so wenig Anlass zu Mitgefühl bietet (wenn es nicht widersinnig wäre, würde ich sagen: Als Nachbar möchte ich Neville nicht haben), dann hat es der ganze Roman nicht leicht.Nicht versäumen möchte ich zum Schluss, auf einen Charakterzug Nevilles hinzuweisen, der ihn dann doch von ähnlichen Protagonisten unterscheidet:Neville gesteht sich ein, dass manchen seiner Handlungen kein kühles, wissenschaftliches Interesse zugrunde liegt, sondern sexuelles Begehren: Dieses wird ihm bewusst, als er Experimente vorzugsweise an weiblichen Vampiren durchführt. Nach meiner Vorstellung stellt diese Enthüllung" in den 50iger einen Tabubruch dar. Zwar gab es überall erotische Subkontexte, aber selten wurden diese so in den Vordergrund geholt wie bei I am Legend".