Ein Kalender? Ein Achtsamkeitsbuch? Ein Ratgeber? Was genau ist dieses Buch von Lukas Linder, seines Zeichens preisgekrönter Dramatiker und Autor? Ein wenig von allem könnte man es nennen.Denn es ist ein Achtsamkeitskalender, welcher der Leserin immer auch ein paar gute Ratschläge mitgibt auf dem Weg durch das Jahr. Aufgeteilt in die 52 Wochen eines Jahres bietet es uns die Möglichkeit oder vielmehr soll es uns dazu anstiften, mindestens einmal in der Woche innezuhalten. Festzuhalten, was gut war und was weniger gut war in diesen sieben Tagen. Was man also gerne in Erinnerung behalten möchten und was man dann doch lieber vergessen würde von dem, was in der vergangenen Woche geschah.Dazu, und das ist das Beste an diesem kleinen, schön gestalteten Buch mit den Illustrationen von Leonie Rösler, gibt es für jede Woche amüsante, witzige kleine To Dos. Da gibt es die Aufforderung, mal der Liebe auf den Grund zu gehen. Einmal wird man angehalten dazu, zu kündigen. Und das, nachdem die Anweisung in der Vorwoche war, eine Gehaltserhöhung zu fordern. Nun ja, so ganz ernst gemeint ist das halt nicht.Und schließlich gibt es für jede Woche noch eine Seite zum Selbstgestalten. Eine kleine Zeichnung, ein Foto, eine Eintrittskarte, was immer man möchte, kann man hier einfügen. So erhält man am Ende des Jahres ein Tagebuch, einen Kalender, mit schönen Erinnerungen und Texten, die man immer mal wieder gerne liest, weil sie so unterhaltsam sind. Schon allein wegen dieser kurzen Kolumnen lohnt sich das Buch, das viel Spaß macht. Und welches ich sicher am 1. Januar des nächsten Jahres wieder zur Hand nehme.Lukas Linder - Die Kunst der guten WocheKein & Aber, September 2022Taschenbuch, 224 Seiten, 18,00 €
Die Texte sind lieblos und sarkastisch geschrieben. Sogar Weihnachten wird schlecht dargestellt. Es gibt aber Menschen, die Weihnachten mögen! das Buch sollte "Die Kunst der schlechten Woche" heißen, oder "Wie verderbe ich mir meine Woche." Keine Kaufempfehlung!
Dieses Buch hat für mich keinen positiven Nutzen. Hätten die Texte zu den einzelnen Wochen mit möglichen Fragestellungen oder Anregungen wenigstens einen Bezug zu den jeweiligen Aufgaben, hätte der Leser einen tatsächlichen Mehrwert. Die Auswahl der (erfundenen) Kurzgeschichten wirkt, als wäre dieses Buch für Ü40, sich selbst bemitleidende, höchst pessimistische, introvertierte Menschen geschrieben wurde. Möglich ist auch, dass ich diese Form von schlechtem Sarkasmus nicht verstehe, denn lustig ist dieses Buch ebenfalls nicht. Es wirkt, als hätte der Autor unter Zeitdruck irgendwas zusammengeschmiert. Denn, wie soll dem Leser, Zitat: „>>Die Kunst der guten Woche<< (…) sofort und nachhaltig.“ helfen, wenn man Aufgaben wie „Zeichnen sie Ihren Körper und markieren Sie alle Stellen, die Ihnen wehtun.“ gestellt bekommt? Oder „Der schrecklichste Urlaub Ihres Lebens (in Wort und Bild)“, „Notieren Sie drei Situationen, die Sie nie erleben wollen.“? Leider keine Empfehlung.