Zwei Paare beschließen, es einmal mit Partnertausch zu versuchen. Ein mittelgewichtiger Versuch, mit dem schwergewichtigen Problem der Ehe fertigzuwerden und wieder gefährlich zu leben. Anfangs scheint auch alles zu klappen, doch dann entpuppt sich einer der Vier als Spielverderber, die Vierecksgeschichte entwickelt sich zunehmend zu einem Kampf hinter verschlossenen Türen, mit schmerzlichen Folgen.
Bewertungen & Erfahrungen
3,8 von 5
5 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion14.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch bietet eine interessante und humorvolle Perspektive auf die Herausforderungen einer Ehe, auch wenn die Umsetzung des Partnertauschs etwas überzogen wirkt. Es ist eine unterhaltsame Lektüre mit einigen nachdenklichen Momenten.
Der dritte Roman von John Irving zeigt Stellenweise das Können des Romanciers, Geschichten zu erzählen.John Irving hat bisher dreizehn Romane über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren verfasst. Etliche seiner Werke sind verfilmt worden und was sie zumeist auszeichnet, sind groteske tragikomische Szenen und skurrile Personen. „Eine Mittelgewichtsehe“ erschienen im Original 1974 war sein dritter Roman und mit nur 278 Seiten ist es ein kurzes Werk, etliche seiner Romane sind mehr als fünfhundert Seiten stark.Diese dicken Bücher kommen der Erzählweise des unter Legasthenie leidenden Irving entgegen, der Geschehnisse oft über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten darstellt und in denen er die Entwicklung seiner Romanfiguren ausreichend beschreiben kann. So, ist oft der Abschluss eines seiner Bücher gleichbedeutend mit dem Abschied von liebgewonnenen Freunden.In diesem Frühwerk von Irving geht es sehr viel um Sex – keines seiner Bücher behandelt Sexualität so explizit -, doch kommen hier auch Themen vor, mit denen er sich oft auseinandersetzt: Schreiben und vor allem um Ringen. Das Buch heißt im Original „The 158-Pound Marriage“, einige seiner Kapitel sind nach Gewichtsklassen benannt und stellenweise tauchen komische und bizarre Ereignisse auf, „Utsch lag zwei Tage und zwei Nächte lang im Bauch der Kuh, während die Russen das Dorf Eichbüchl verwüsteten“, und, auch typisch für den Autor, die Geschichte spielt zeitweise in Wien, wo Irving einige Semester studiert hatte.Der Erzähler der Geschichte ist Schriftsteller historischer Romane und er lernt mit seiner Frau ein Ehepaar kennen, mit denen sie Partnertausch betreiben. „Wer kriegt mich heute nacht?“ Die Erzählung verläuft nicht gradlinig, wie Geschichte niemals verläuft, sondern springt von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. „Es gab eindeutig Positionen, in denen ihre verlorenen Zehen kein Verlust waren.“Nach und nach entwickeln sich Komplikationen und immer mehr Wahrheiten tauchen auf, neben jugoslawischen Ringern und einem Mann mit einem Loch in der Wange.Dieses Frühwerk von Irving hat einige gute Stellen, die zum Lachen oder Nachdenken animieren, doch leider vermag es nicht vollkommen zu überzeugen. Die Geschichte ist schlicht zu schnell erzählt und er hat noch nicht sein Können, welches in den folgenden Jahren auftaucht, „…wenn du unglücklich bist, machen wir mit der ganzen Sache Schluß.“Am Ende bleibt das Wissen, dass die Geschichte ganz nett ist, doch auch die Gewissheit, es gibt viele andere sehr gute Irving Geschichten mit Figuren, die der Leser immer wieder gerne besucht.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.