Das Leben des achtjährigen Yves wird in einer einzigen Sekunde brutal entzweigerissen, in ein Vorher und Nachher. Die Psychologin Eliane Hess, die ihm über den Verlust der Eltern hinwegzuhelfen versucht, ist gleichzeitig erschüttert und fasziniert von dem traumatisierten Jungen. Sein Schicksal geht ihr nahe - es leuchtet hinein in ihre eigene Vergangenheit. Nach der Begegnung mit Yves kann auch Elianes Leben und das ihrer beiden Töchter nicht mehr dasselbe sein. Ein berührender Roman über Geborgenheit und Verlust; über die Familienbande, die wir nicht lösen können, und diejenigen, die wir selb st knüpfen.
Bewertungen & Erfahrungen
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4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion11.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein sehr spannendes und packendes Buch, das mich von Seite zu Seite fesselt, auch wenn manche Wendungen etwas zu schnell kommen. Die psychologische Tiefe der Darstellung ist beeindruckend.
Der 11. August 1999, der Tag der totalen Sonnenfinsternis. Die Familie des achtjährigen Yves macht sich auf ins Elsass, um das Spektakel mitzuerleben. Auf der Rückfahrt verliert der Vater anscheinend die Kontrolle über das Auto, fährt gegen eine Tunnelwand. Die Eltern und die Schwester sterben sofort, der ältere Bruder wird mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, stirbt wenig später, Yves selber hat am wenigsten abbekommen. Eliane, eine Psychologin und alleinerziehende Mutter zweier Töchter, wird gerufen, um den Buben zu betreuen.Die Geschichte ist im Wesentlichen aus Sicht von Eliane geschrieben. Sie berichtet von der Großmutter, der Nonna, des Jungen, und der Tante, die beide um die Vormundschaft ringen. Schnell stellt sich heraus, dass es in Yves Familie kein glückliches Familienleben gab, der Vater die Mutter schlug, diese sich von ihrem Mann trennen wollte. War der Unfall am Ende kein Unfall? Die Polizei ermittelt. Eliane versucht den Jungen abzuschirmen, ihm zu helfen. Für einen ersten Übergangzeitraum darf sie ihn zu sich nehmen.Dann jedoch wird der Tante die Vormundschaft zugesprochen. Eine Entscheidung, die Eliane stark belastet, stärker, als sie es sich selber eingestehen will. Besonders leidet jedoch der Junge. Er magert ab, er bricht aus, versucht zu Eliane zu gelangen. Die Situation eskaliert, so dass die Tante freiwillig auf die Vormundschaft zugunsten von Eliane verzichtet. Eine zweite Chance für die engagierte Psychologin, Yves zu helfen.Als Eliane gefragt wird, warum diese Geschichte bei ihr so tief geht, da antwortet sie: Weißt du, es ist eine Geschichte, die vieles aufwühlt. Man klammert sich an denen fest, die das Schlimmste erlitten haben. Man verbündet sich mit ihnen, man will sie trösten und heilen, weil man selber Trost und Heilung braucht.Trost und Heilung. Elianes erster Mann starb als die Tochter drei Jahre alt war: Aortariss, Herzstillstand bei einer Wanderung mit seiner Geliebten. Auch Ehe Nr. 2 war nicht von Dauer. Und bei den beiden Töchtern, insbesondere bei der pubertierenden Alice versagt die psychotherapeutische Ausbildung von Eliane.Indem Eliane Yves hilft, hilft sie auch sich selber. Die Beziehung zu ihren Töchtern und auch zu Ex-Ehemann Nr. 2 wird auf ein neues Fundament gestellt. Die Veränderungen sind mitunter schmerzhaft. Es geht auch nicht ohne Reibungen. Genauso schwierig ist es, den Grund herauszufinden, warum Yves die Trauerarbeit schwerfällt. Was belastet den Jungen?Mein Gesamteindruck: Einfühlsame Charakterstudien, eine glaubhafte Entwicklung, eine Geschichte, die das Herz berührt. Manche Szenen sind beklemmend, voller Leid. Soviel aber sei versprochen: das Ende ist überaus hoffnungsvoll.Unbedingt empfehlenswert, von Lukas Hartmann werde ich sicher noch mehr lesen.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.