Anna In: Eine Reise zu den Katakomben der Welt
Gegenwartsliteratur EAN 9783311100744

Anna In: Eine Reise zu den Katakomben der Welt

Hersteller: Kampa Verlag  ·  MPN: 1254257
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Produktbeschreibung

In Anna, oder Anna In, Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit, des Mondes, aber auch des Krieges, herrscht über das sumerische Uruk - ein mythischer, lichter Ort, wo Fahrstühle auch nach links und rechts fahren und Gärten vom Himmel hängen, ein Ort, der eher in der nahen Zukunft als in einer fernen Vergangenheit zu liegen scheint. Anna In ist schön, jung, verführerisch, aber auch ungestüm, unstet und machtbewusst. Eines Tages ruft ihre Zwillingsschwester, die Herrscherin der Unterwelt, sie zu sich. Und Anna In steigt hinab, in die Katakomben, ins dunkle Reich des Todes. Niemand ist je von dort zu

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 12.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein wahrhaft faszinierendes und tiefgründiges Leseerlebnis, das mich sofort in die Welt von Anna und ihrer komplexen Geschichte hineinzieht. Die literarische Tiefe und die fesselnde Erzählweise sind absolut beeindruckend.
Redaktion 12.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein wahrer Genuss und taucht in eine faszinierende Welt ein, die mich tief beeindruckt hat. Die Darstellung der Göttin Anna In ist wunderschön und fesselnd.
Redaktion 12.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Interessant!
Jan 19.04.2024 amazon.de
Tokarczuk versetzt die uralte, sumerische Saga der sumerischen Mondgöttin Inanna in die Gegenwart. Ihre poetische Prosa beschreibt eine magische, aber seltsam vertraute Welt in traumhaften, schillernden Bildern.
Amazon Kunde 19.04.2024 amazon.de
Wenn man das Wort Mythologie hört, dürfte man sofort die Bilder der Götter aus dem alten Rom bzw. dem antiken Griechenland vor Augen haben: Zeus, der Göttervater auf dem Olymp, der mit Blitz und Donner über die Menschheit herrscht. Pallas Athene, die tapfere Göttin des Krieges, Poseidon, der des Meeres, Aphrodite, Göttin der Liebe. Wer sich vertieft mit der Thematik auseinandersetzt, wird viele weitere große Glaubenskulturen aus den vergangenen Jahrtausenden entdecken: in Ägypten, bei den Wikingern und Seeräubern, bei der Indigenen Bevölkerung aber auch bei den Germanen.Einen endgültig geweiteten Blick auf das Thema Mythologie und ihre Vertreter wird man haben, wenn man den Roman Anna In. Eine Reise zu den Katakomben der Welt von der polnischen Schriftstellerin Olga Tokarczuk gelesen hat. Die am 29. Januar 1962 geborene Literaturnobelpreisträgerin ist allen, die sich mit ihrem Werk auseinandergesetzt haben, bereits als eine Autorin des Magischen, des Fantastischen, des Surrealen bekannt – und das, obwohl Ausgang für ihre oft märchenhaften Romane meist eine reale Basis ist. So behandelt sie in ihrem Weltbestseller Ur und andere Zeiten die Zeit unmittelbar während und nach dem Zweiten Weltkrieg, in ihrem Roman Der Gesang der Fledermäuse die Umweltkrise und das Verhalten des Menschen gegenüber den Tieren und Pflanzen oder in Letzte Geschichten Episoden aus dem Leben von ganz normalen Menschen, die eigenartiger nicht sein könnten. Für diesen ganz eigenen wie außergewöhnlichen Umgang mit den klassischen Themen der Weltliteratur hatte Tokaczuk vollkommen berechtigt die höchste Auszeichnung, die ein Autor für sein Werk bekommen kann, erhalten, und kann sich auch seither in Deutschland über einen festen Leserstamm freuen, der ihre Werke, die im Kampa Verlag erscheinen, verfolgt.Anna In. Eine Reise zu den Katakomben der Welt ist in Polen bereits 2006 erschienen und kam damals auch in deutscher Übersetzung hierzulande unter die lesende Bevölkerung, wurde damals allerdings weder von der Öffentlichkeit noch von der Literaturkritik besonders aufmerksam verfolgt. Der heute wieder in einer Übersetzung von Lisa Palmes vorliegende Roman liest sich für alle, die sich bereits mit dem Werk der Autorin auseinandergesetzt haben, wie eine logische und klassische Fortsetzung dessen, was in den eingangs aufgeführten Werken bereits angekündigt wurde. Die Realität als solche scheint bei Anna In allerdings noch einmal auf eine extremere Weise in den Hintergrund gerückt worden zu sein, denn so ist der Ausgangsstoff, der diesem Roman zugrunde liegt, eine Geschichte aus der sumerischen Mythologie – eine Kultur, deren Sagen und Mythen in der allgemeinen Öffentlichkeit weitaus weniger Aufmerksamkeit erfahren durften als die der Griechen, Römer oder Ägypter. Geografisch angesiedelt ist die Geschichte, auf die Tokarczuk ihren Roman aufbaut, auf dem Territorium des heutigen Irak.Die titelgebende Hauptfigur Anna In oder Inanna ist die Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit, des Mondes sowie des Krieges und herrscht über das sumerische Uruk. Vom Äußeren von einem Menschen nicht zu entscheiden und sich nur durch besondere Fähigkeiten sowie einen gehobenen Status innerhalb des Volkes ausgezeichnet, sind die Götter der sumerischen Kultur vollkommen andere als die der genannten anderen Mythologien. Was sie mit den parallel existierenden Kulturen verbindet sind die besonderen Bereiche, über die die Gottheiten herrschen, sowie die Geschichten, die die Menschen, die an sie glauben, von ihnen erzählen. Und so ist die bekannteste Geschichte der Göttin Anna In, der gleichzeitig auch das Fundament wenn nicht gar den gesamten Inhalt von Olga Tokarczuks Roman darstellt, die von der Reise eben jener Göttin in die Unterwelt zu ihrer Schwester, die über das dortige Totenreich herrscht. Von der Herrscherin der Unterwelt gerufen, begibt sich Anna In mit ihrer Dienerin auf den Weg zu den Katakomben der Welt und trägt ihrer treuen Begleiterin auf, im irdischen Leben Alarm zu schlagen, sollte sie nach drei Tagen nicht unversehrt zurückgekommen sein.Anna Ins Schwester, die Göttin des Totenreichs, begegnet dem Besuch ihrer Schwester mit Abneigung und gekränktem Stolz – sie fühlt sich von den Menschen auf der Erde nicht ernstgenommen, falls diese mit der Einstellung durchs Leben laufen, sie könnten ins Reich der Toten spazieren wie in einen Einkaufsladen, und lässt Anna In hinrichten. Ihre Dienerin, die sich an das Wort ihrer Herrin hält, schlägt nach den vereinbarten drei Tagen Alarm bei den Göttervätern. Zwei der drei verweigern ihre Hilfe während sich der dritte im Bunde nach langem Ringen breitschlagen lässt und aus dem Schmutz unter seinen Fingernägeln zwei Phantome erschafft. Diese dringen in die Unterwelt ein und schaffen es, die Totengöttin zu veranlassen, den Leib der toten Anna In herauszugeben. Außerhalb des Totenreichs beleben die Phantome die tote Göttin mit Lebenswasser und Lebenskraut wieder und die Geschichte nimmt ein für die Mythologie nicht ungewöhnliches, glückliches Ende.Der Roman von Olga Tokarczuk ist in etwa genau so wie diese, am Sagenstoff der sumerischen Kultur orientierte Wiedererzählung des Mythos, mit dem einzigen Unterschied, dass das Dörfchen Uruk, über das Anna In herrscht, über Fahrstühle, die in alle Richtungen zu fahren, verfügt, und Gärten vom Himmel auf die Erde hängen. Die ansonsten vollkommen unbedeutenden Anspielungen auf unsere Gegenwart haben den allein interpretatorischen Zweck, dass Olga Tokarczuk ihren Lesern auch inhaltlich das vermitteln möchte, was eigentlich jedem klar ist: der polnischen Erfolgsautorin ging es nicht ausschließlich um die Nacherzählung dieses nicht nur für sie faszinierenden Mythos, sondern selbstredend auch um die Frage, was uns derart alte Geschichten in unserer Gegenwart zu sagen vermögen. Die Frage, ob man es als Lebender mit dem Tod aufnehmen darf bzw. ob man den bereits über einen hereingebrochenen Tod letztlich besiegen darf, ist eine hochaktuelle Frage in Zeiten, in denen die Medizin immer perfekter und die Menschen immer älter werden. Steht uns eines Tages das ewige Leben bevor und wäre es, wenn wir es erreichen könnten, überhaupt wünschenswert? Olga Tokarczuk lässt den Leser ihres Romans über die genauen Aussageabsichten ihrer Nacherzählung im Unklaren; man muss sich selbst Gedanken darüber machen, was die Autorin mit ihrem Roman gemeint haben könnte, was die Lektüre nur umso spannender macht. Man hat es nicht zu tun mit einem didaktischen Roman, der einem mit hoch erhobenem Zeigefinger auf moralisierende Art und Weise seine Botschaft vorsetzt, sondern mit einem Buch, das Spielraum bietet für ganz eigene Zugänge und Gedanken.Dass all das auch noch auf eine sehr erfreuende und erfrischende Weise herausragend erzählt ist, zeugt von der hohen Qualität, von der Olga Tokarczuks Werk im allgemeinen durchzogen wird. Die Passagen der Reise in die Unterwelt haben science-fiction-Potenzial, die Schilderungen der Wesen und Persönlichkeiten, die diesen Roman bestimmen, sind derart plastisch, dass man an manchen Stellen den Eindruck bekommt, man würde sich einen Horrorfilm anschauen. Die einzelnen Kapitel des Romans sind aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, aber niemals aus denen der beiden zentralen Schwesterfiguren. Weder Anna In noch die Königin des Totenreichs kommt selbst zu Wort, dafür allerdings ihre Dienerinnen und Diener, die Pförtner der Katakomben und die Freunde auf Erden. Ihr besorgter wie emotionaler Blick auf das Geschehen gibt diesem sowohl thematisch wie stilistisch zauberhaften Roman die „reale“ Komponente, die selbstredend nicht fehlen darf. Das Schicksal der Menschen ist losgelöst von der Magie und der Fiktion, die die Göttervorstellungen der Menschen umgibt und könnte somit jede Leserin und jeden Leser dieses Romans meinen und direkt ansprechen.An manchen Stellen der Lektüre mag der Roman vielleicht den Anschein erwecken, zu sehr darauf abzuzielen, eine Parallele zur Gegenwart herzustellen, die der Ursprungsstoff vielleicht gar nicht hergibt. Es ist die Frage, ob eine Nacherzählung mit den wenigen stilistischen Kniffs und Tricks, die Tokarczuk angewandt hat, überhaupt auf die gegenwärtige Zeit übertragen werden muss, um sein Aussagepotenzial beibehalten zu können. Doch da es eine allgemein gängige Herangehensweise in der Literatur ist, die sich mit einem bereits vorhandenen, deutlich älteren Stoff auseinandersetzt, sei auch der polnischen Nobelpreisträgerin kein Strick aus ihrer Herangehensweise gedreht. Klar ist, dass sie sich mit den Figuren und den Geschichten ihres Stoffs sehr intensiv befasst hat sowie dass sie über das Potenzial verfügt, sich selbst in hoch abstrakte und surreale Gefilde wie diese hineinzudenken. Letztlich überwiegt der durchweg positive Eindruck einer erfrischend anderen Autorin, die in ihrem gesamten literarischen Werk so viele Feinheiten und so viel Außergewöhnliches eingearbeitet hat, dass es eine wahre Freude ist, sich in gewissen Zeitabständen immer wieder mit ihren Texten auseinanderzusetzen, die einem stets eine andere Sicht auf die Welt zu vermitteln vermögen.Anna In. Eine Reise zu den Katakomben der Welt ist somit auch eine Lektüre für all diejenigen, die mit Zeus, Odin oder Thor nicht allzu viel anzufangen wussten. Es ist ein Roman voller Fantasie und Vorstellungskraft für eine Welt, die anders ist als die, die wir kennen und der Realität dennoch nicht ähnlicher sein könnte.
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