Er ist wieder da: Der Roman (Bastei Lübbe Taschenbuch, 17178)
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Gegenwartsliteratur EAN 9783404171781

Er ist wieder da: Der Roman (Bastei Lübbe Taschenbuch, 17178)

Hersteller: Lübbe  ·  MPN: 1049003
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Produktfakten auf einen Blick

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Lübbe
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9783404171781
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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva, dafür unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende startet er gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur, sondern erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und »Gefällt mir!«-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und m

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 05.08.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein provokanter und beklemmender Einstieg in eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, auch wenn die Handlung manchmal etwas unkonventionell wirkt.
Redaktion 05.08.2026 testmonster.de · Redaktion
Intensiv!
MissVega 09.08.2023 amazon.de
Timur Vermes, ein deutsch-ungarischer Journalist und Autor, hat mit „Er ist wieder da“ seinen Debütroman abgeliefert und damit eines der kontroversesten und hervorragendsten Bücher der letzten Jahre geschrieben. Vermes gelingt eine derart realistische Utopie, um mal ein hierfür passendes Oxymoron zu bemühen, dass man sich Seite für Seite gar nicht entscheiden kann, ob man nun lachen oder weinen soll. Vermes’ Idee, den „Größten Feldherrn aller Zeiten“ (GröFaZ), Adolf Hitler, im heutigen Berlin im wahrsten Sinne des Wortes wiederauferstehen zu lassen, ist so beängstigend wie komisch und wird von Vermes stilistisch so exzellent beschrieben, dass man die 396 Seiten des Buches nahezu verschlingt. „Er ist wieder da“ ist ein grandioses Buch, dem es gelingt, und das ist vielleicht das Erschreckendste daran, sowohl über als auch mit Adolf Hitler zu lachen und sich gleichzeitig zu überlegen, ob es nicht auch im heutigen Deutschland wieder möglich wäre, dass ein so unmenschlicher und grausamer Diktator wie Hitler wieder an die Macht kommen könnte. Ein famoses Buch, das sowohl stilistisch als auch inhaltlich eine absolute Ausnahmeerscheinung ist.Adolf Hitler wacht eines schönen Augusttages auf einem leeren Grundstück mitten im Berlin des Jahres 2011 auf. Schnell stellt er fest, dass er sowohl den Krieg als auch die darauf folgenden Jahrzehnte offensichtlich unbeschadet überstanden hat. Doch was ist aus seinem Deutschland geworden? Regiert wird es von einer matronenhaften Frau, die man „Kanzlerin“ nennt, der Jude scheint weitestgehend ausgerottet, dafür haben offensichtlich Türken und andere Ausländer Deutschland bevölkert, und der mittlerweile vorherrschende technische Fortschritt ist bemerkenswert. Und so verwirrt Hitler auch darüber ist, wie er nun wohl im Jahre 2011 gelandet sein mag, so unverzüglich und zielsicher macht er sich daran, die Geschicke Deutschlands wieder in seine Hände zu nehmen. Dass man ihn derweil für einen Komiker und Schauspieler hält, ist ihm nicht wirklich klar, kommt ihm aber äußerst gelegen, da es ihm so möglich ist, bei den Medien Beachtung zu finden und seine rückständigen und rassistischen Thesen großen Teilen des deutschen Volkes zugänglich zu machen. Und während man im Fernsehen und auf youtube noch über den täuschend echten Hitler-Imitator lacht, spinnt der Diktator unverdrossen und geschickt seine rhetorischen Fäden, um Deutschland wieder zu seinem Reich zu machen…Ein Buch über Adolf Hitler zu schreiben, in dem der Führer nicht nur als grausamer und rücksichtsloser Diktator und unmenschlicher Rassist geschildert wird, sondern auch als überaus cleverer Stratege und intelligenter Demagoge, ist ein Drahtseilakt. Ein Drahtseilakt allerdings, den Timur Vermes bis zur Perfektion beherrscht. Die immer wieder aufkommende Frage, ob man über Hitler lachen darf oder nicht oder ob man mehr als nur die schlimmen Seiten seines Charakters aufrufen darf, stellt Vermes hier gar nicht, er setzt sie als gegeben voraus. Und das ist auch gut so. Man darf über Hitler lachen, da Vieles an seinem Habitus schlicht lächerlich war. Die komische, theatralische Sprechweise, die martialischen Gesten, das alberne Bärtchen, dies alles lädt nachgerade dazu ein, sich über Hitler lustig zu machen. Aber natürlich wäre ein Mann, der nur lächerlich und dumm gewesen wäre, niemals zum Herrscher und Unterdrücker eines ganzen Volkes geworden, ergo war Hitler trotz aller Lächerlichkeit ein sehr intelligenter Mann, der wie kein zweiter die Stimmung im Volk erkennen und für sich nutzen konnte. Er war manipulativ, besessen, ehrgeizig und verschlagen, er wusste die sich ihm bietenden Vorteile eines gebrochenen Volkes für seine Zwecke zu nutzen und hat, bevor er seine Terrorherrschaft begann, genau auf die richtigen Knöpfe gedrückt, um dann letztendlich über so viel Macht zu verfügen, ein ganzes Volk zu unterjochen, ein anderes zu großen Teilen auszurotten und darüber hinaus das Ausland lange Zeit über seine wahren Absichten zu täuschen.Diffiziler wird es dann, wenn es darum geht, ob man MIT Hitler lachen darf. Denn Vermes scheut sich keineswegs, die Defizite im heutigen Deutschland anzuprangern und - durch Hitlers Augen - präzise zu analysieren und zu sezieren. Man kommt einfach nicht umhin, festzustellen, dass Vieles von dem, was Hitler an Fehlern im heutigen Deutschland erkennt, absolut richtig ist. Natürlich sind die Maßnahmen, mit denen Hitler die gute deutsche Ordnung wiederherstellen will, absolut indiskutabel und menschenverachtend, aber die Genauigkeit, mit der Hitler auf die wunden Punkte „seines“ Volkes zeigt, ist erschreckend.In Ermangelung des Wissens um den technischen Fortschritt hält Hitler zum Beispiel die Kopfhörer von MP3-Playern, die er vorwiegend bei türkischen Einwohnern ausmacht, für ein Mittel, diese Türken von der Gesellschaft abzuspalten und ihnen möglichst wenig Informationen „von außen“ zugänglich zu machen, da sie ja nichts mitkriegen, so lange sie ihre Kopfhörer aufhaben. Natürlich findet er diese „Türkenstöpsel“, wie er sie nennt, überaus praktisch. Auch verwundern ihn die von ihm als „Rassekomödianten“ betitelten türkischstämmigen Comedians, da er nicht begreift, wie ein Volk sich über sich selbst lustig machen kann anstatt über andere. Ein Deutscher würde so etwas selbstredend nicht tun. Altkanzler Helmut Schmidt bezeichnet er als „rollenden Schwelbrand“ der als „allwissendes Orakel durch das Land gereicht wird“, warum, entzieht sich ebenfalls Hitlers Verständnis. Und richtig böse wird es, wenn Hitler auf seiner neu eingerichteten Homepage mit dem Namen „Führerhauptquartier“ einen Leserbrief erhält, in dem sich der Schreiber, der sich durchaus für Hitlers „Konzept der unterschiedlichen Wertigkeit der Rassen“ interessiert und dieses sogleich auf die Tierwelt überträgt, fragt, „wer der Jude unter den Hunden ist“. Hier bleibt einem erst einmal vor Entsetzen der Mund offen stehen.Vermes gelingt es darüber hinaus aber auch, die heutige Spaßgesellschaft und die allgemeine Oberflächlich- und Schnelllebigkeit der heutigen Zeit genüsslich vorzuführen. Denn obwohl Hitlers Verhalten durchaus befremdlich und besorgniserregend ist, nimmt ihn niemand wirklich ernst. Alle Welt glaubt, hier einen grandiosen Komiker vor sich zu haben, der seine rassistischen und rückständigen Parolen und Thesen natürlich niemals ernst meinen könnte. Und genau so gelingt es Hitler, seinen Fuß in der Tür zu halten und diese immer weiter aufzustoßen. Denn auch damals wurde er anfangs nicht ernst genommen und verhöhnt, niemand hat diesem bierernsten, lächerlichen Phrasendrescher zugetraut, Millionen von Menschen umzubringen und das Land in einen gnadenlosen Krieg zu führen.Vermes’ Stil ist rhetorisch perfekt, überaus hochwertig und blitzgescheit. Seine unnachahmliche Rhetorik trägt maßgeblich dazu bei, aus der an sich schon aberwitzigen Grundidee ein anspruchsvolles und herausforderndes Lesevergnügen zu machen. Seine Formulierungen sind genial, ebenso wie die zahlreichen Ideen, die Hitler und seine Umgebung in die unmöglichsten Situationen bringen. Man kann sich gar nicht entscheiden, was Vermes besser gelungen ist, die Beschreibung der aberwitzigen Szenarien oder überhaupt die genialen Ideen, die diesen Szenarien zugrunde liegen. Zum Beispiel, wenn er Hitler einer NPD-Niederlassung einen Besuch abstatten lässt und Hitler entsetzt darüber ist, wie nachlässig und beschämend schlecht organisiert die heutigen Nazis sind und er den Vorsitzenden erstmal richtig rund macht. Man kann sich wirklich gar nicht sattlesen an Vermes’ Ideen und deren sprachlich hochwertiger Umsetzung, dieses Buch ist trotz aller erschreckenden Wahrheiten ein wahres Füllhorn fantastischer Komik und absurdem Witz. Und doch hält Vermes uns allen hier gekonnt den Spiegel vor und lässt uns mit der beunruhigenden und indirekt gestellten Frage zurück, ob „ so etwas“ nicht auch heute noch möglich wäre. Nach der Lektüre von „Er ist wieder da“ stellt man erschrocken fest, dass es wohl zumindest nicht ganz ausgeschlossen werden kann.„Er ist wieder da“ ist ein rundum gelungenes, vortreffliches Buch, das auf allen Ebenen überzeugt. Und gerade wir noch immer unter der Kollektivschuld leidenden Deutschen sollten es alle gelesen haben. Um uns einerseits von unserer schrecklichen Vergangenheit ein Stück weit befreien zu können, aber auch, um sie nie ganz zu vergessen und eine Wiederholung unmöglich zu machen. Obacht vor dem GröFaZ, denn vielleicht ist er wirklich eines Tages wieder da, und dann wird es mit Sicherheit nicht so amüsant, wie Vermes es hier schildert. Für ein so fantastisches Buch somit gerne volle fünf von fünf Utopien, die vielleicht gar nicht so utopisch sind.
Florian Wahl 09.08.2023 amazon.de
Achtung!!!! SPOILER-GEFAHR!Der Inhalt des Buches handelt, nicht schwer zu erkennen an dem Scheitel auf dem Buchcover, über die Person Adolf Hitlers. Aber anders, als alle bisherigen Bücher, die über den Massenmörder erschienen sind, handelt es sich hierbei um eine Geschichte, die in der heutigen Gegenwart spielt.Der Roman beginnt zunächst damit, dass der Protagonist, namens Adolf Hitler im Jahre 2011 auf einer einsamen Berliner Wiese, umgeben von Plattenbauten, ganz verwundert und erstaunt erwacht. Erinnerungen an die letzten Tage, wie z.B.: das Verschanzen im Berliner Führerbunker oder das letzte Beisammensein mit seiner Lebensgefährtin Eva Braun, zeigen, dass er glaubt, sich noch im Jahre 1945 zu befinden, was ebenfalls dadurch bekräftig wird, dass er noch seine Uniform trägt, die aber mittlerweile stark nach Treibstoff stinkt, und er glaubt, dass Eva seine Uniform wahrscheinlich mit einer übertriebenen Menge Reinigungsbenzin gesäubert hätte.Dass Hitler erstaunt über seine Rückkehr ist, zeigt sich daran, dass er gleich zu Beginn der Geschichte einen Satz äußert, mit dem er seine Überraschtheit über den Fortbestand der Deutschen Bevölkerung aber auch eine Überraschtheit über den Fortbestand seiner eigenen Person zeig: „Es ist aber, wie ich jetzt feststelle, noch immer da. Das ist mir einigermaßen unbegreiflich. Andererseits: Ich bin ja auch da, und das verstehe ich genauso wenig.“Die einsame Stille wird daraufhin von einem nahestattfindenden Fußballspiel unterbrochen.Hier kommt es auch erstmals zu einem Kontakt zwischen dem Protagonisten des Buches und der Bevölkerung des 21. Jahrhunderts. Jedoch wird der „Führer des Deutschen Reiches“ von den Jugendlichen nicht erkannt, was ihn sehr stört.Daraufhin macht sich Hitler auf den Weg in das Stadtinnere. Nach einiger Zeit, und einigen „Zusammenstößen“ mit Passanten (unter anderem auch einem verärgerten Radfahrer) kommt er auf die Idee, sich eine Zeitung bei einem Kiosk zu kaufen.Hierbei wird er auch erstmals mit der Erkenntnis, dass er sich nicht mehr im Jahre 1945, sondern bereits im Jahre 2011 befindet, konfrontiert.Der Zeitungsverkäufer hält ihn unterdessen für einen Schauspieler und er beschließt, den obdachlosen „Führer“ für ein paar Nächte in seinem Kiosk hausen zu lassen, da Hitler auf Fragen, wie nach seinem Wohnort oder nach seiner Lebensgefährtin keine passenden Auskünfte geben kann.Der Kioskverkäufer versichert ihm außerdem, dass er dafür sorgen würde, dass er ihm einigen Personen vermitteln möchte, um sein scheinbares schauspielerische Talent anderen vorzuführen, da immer wieder hochrangige Agenten und Produktionsfirmenangestellte bei ihm einkaufen. Zunächst solle er aber noch eine andere Kleidung anziehen oder zumindest seine verdreckte und stinkende Uniform in eine Reinigung bringen, das nach einigen Anläufen dazu führt, dass Hitler seine Uniform in die Reinigung, „Blitzreinigungs-Service Yilmaz“, ein von einem Türken geführtes Reinigungsgeschäft, bringt.Nach einigem Hin und Her wird Hitler schließlich, mit Hilfe des Zeitungsverkäufers, zwei Agenten vorgestellt, Joachim Sensenbrink und Frank Sawatzki, die für eine große Produktionsfirma arbeiten, welche für Privatsender wie RTL oder Pro7, Fernsehshows und -filme produziert.Die beiden Agenten finden ihn sofort sympathisch und auch sehr professionell und es kommt schließlich sogar dazu, dass sie ihn unter Vertrag nehmen wollen.Sie besorgen ihm auch eine Unterkunft in einem Hotel, in welchem er auf eine Errungenschaft der Technik der letzten Jahrzehnte stößt, nämlich auf den Fernseher, was dazu führt, dass er daraufhin ununterbrochen das Fernsehprogramm (vorwiegend Kochsendungen) durchschaut und -studiert, da für ihn dieses neuartige Medium ein neues Zweckmittel für die Propaganda und die Beeinflussung von Wählerstimmen werden könnte.Die Geschichte entwickelt sich daraufhin dahingehend, dass Hitler zu einer Produktionsfirma bestellt wird, und dort sein „Können“ zeigen soll.Die dort ansässigen Firmenmitglieder finden ihn ebenfalls sehr talentiert und wollen ihn unter Vertrag nehmen. Er soll neben einem TV-Comedian namens Ali Witzgür, der Ausländerklischees bedient, in der Show auftreten.Doch zuvor gilt es noch allgemeine Fragen wie die Frage nach dem echten Namen oder nach dem Wohnsitz zu klären. Jedoch erweist sich dies als äußerst schwierig, da Hitler jedes Mal wahrheitsgetreu seinen „echten“ Namen, Geburtsjahr, usw. nennt.Die sich damit befassenden Personen tun das damit ab, dass sie glauben, er möchte seine „wahre“ Identität verschweigen, um sich nicht einer Meute von Paparazzis und einem Medienrummel aussetzen zu müssen.Hitler wird daraufhin ein eigenes Büro und eine eigene Sekretärin zur Verfügung gestellt. Mithilfe der Sekretärin namens Vera Krömeier wird er mit dem Medien PC und Internet konfrontiert, welcher er nach einiger Eingewöhnungsphase dafür nutzt, sich geschichtliche Ereignisse (auch über ihn selbst) auf Plattformen wie Wikipedia oder dergleichen durchzulesen.Es folgt der erste TV-Auftritt neben dem zuvor genannten Comedian Ali Witzgür. Den besagten Auftritt nützt er dafür, dass er eine Rede an die „deutschen Volksgenossinnen und –genossen hält, was wiederum Ali Witzgür nicht so recht ins Programm passt und er daraufhin mehrmals lauthals protestiert über diesen, nach seiner Meinung, stümperhaften Amateur.Doch für das Produktionsteam ist die Person des Hitlers als Comedian eine wahre Goldgrube.Nach kürzester Zeit erscheint sein TV-Auftritt auf der Internetplattform Youtube und er bekommt nach einigen Stunden bereits sehr viele „Klicks“ dafür.Der weitere Verlauf der Show wird dafür genützt, Hitler als Vertreter der Innenpolitik Deutschlands hinzustellen und ihn mit Fernsehberichten wie „Der Führer im Schwimmbad“ mit dazugehörigen Interviews mit Passanten über allgemeine Themen wie „Autoraser“ oder dergleichen darzustellen. Die Beiträge werden danach laufend in der Show des Ali Witzgür gezeigt und Hitler hält zum Ende jeweils eine Rede an das Volk.Nach einiger Zeit kommt Hitler jedoch mit der Boulevardzeitung „Bild“ in Berührung, die sich sehr interessiert um den scheinbaren Hitler-Fanatiker und Neonazi kümmern, in Form von täglich erscheinenden Berichten, die ihn mit jedem Male schlechter erscheinen lassen (z.B.: „Irrer Youtube-Hitler – Fans feiern seine Hetze!“).Dies führt in weiterer Folge dazu, dass ein Interview zwischen der Bild-Zeitung und dem Protagonisten stattfindet, was nach kurzer Zeit von Seiten der Zeitung abgebrochen wird und er danach in einem noch schlechteren Bild dargestellt wird („Der irre Youtube-Hitler im Bild-Verhör: „Ich bin ein Nazi!““).Doch Hitler lässt sich von der schlechten Presse nicht unterkriegen und es folgen weitere TV-Auftritte, unter anderem ein Besuch bei der NPD-Parteizentrale in Berlin Köpenick, für den er später sogar für den „Grimme-Preis“ nominiert wird.Der steigende Erfolg Hitlers führt letztendlich dazu, dass er eine eigene Fernsehshow, vergleichbar mit der Harald-Schmidt-Show bekommt, in der er bekannte Gäste, vor allem aus der Politik, wie z.B.: die Parteivorsitzende der Grünen, Renate Künast, einlädt. Es werden dabei politische Themen angesprochen und Hitler zieht dabei die Arbeit der heutigen Politiker häufig ins Lächerliche.Die Sendung sorgt dabei für laufende Lacher bei den Zusehern, was unter anderem auch davon kommen mag, dass ein „Running-Gag“ in Form des „Stauffenberg-Attentats“ eingebaut worden ist.Der Ruhm und das Ansehen Hitlers wachsen. Er nimmt sogar als prominenter Gast am Münchner Oktoberfest, neben bekannten Persönlichkeiten wie Roberto Blanco, Lothar Matthäus oder Boris Becker teil.Schließlich kommt es am Ende dazu, dass er bei einem Spaziergang durch München von zwei Neonazis fast totgeprügelt wird, da er nach ihrer Meinung, Schmutz und Verachtung dem Führer entgegenbringt und er eine Schande für das deutsche Volk sei. Dass sie dabei den „echten“ Führer niedergeschlagen haben, wissen sie nicht.Hitler landet wegen seiner schweren Verletzungen im Krankenhaus, wo er nach und nach Anrufe von angesehenen Personen bekommt, die ihm ihr Mitgefühl und ihre „Gute-Besserung-Wünsche“ zukommen lassen. Hierbei handelt es sich größtenteils um Parteivorsitzende der deutschen Parteien, die ihn dazu bewegen wollen, sich ihrer Partei anzuschließen, doch Hitler verneint diese Vorschläge jedes Mal.In der Schlussphase des Romans telefoniert er außerdem mit einer Frau, die für einen bekannten Buchverlag arbeitet und er lässt sich dabei von ihr überreden, ein eigenes Buch zu schreiben.Ich finde, dass Timur Vermes mit diesem Buch eine Glanzleistung gelungen ist, wobei sich für mich diese Erkenntnis auch erst nach dem zweiten Lesen herausstellte. Anfangs dachte ich, dass der Autor einfach nur „schnelles Geld“ verdienen wollte und sich dafür einen der grauenvollsten und erschreckendsten Persönlichkeiten der Geschichte bediente, um durch Schock Begeisterung zu erzeugen.Jedoch finde ich, dass Vermes mit seinem Buch auch eine Kritik an der Gesellschaft üben möchte. Es kommen immer wieder Auszüge vor, bei denen man sich nach dem Durchlesen denkt: „Das ist doch nicht komisch!“, wie z.B.: wenn Hitler die Laubbläser und ihre gründliche Arbeit mit der gründlichen Arbeit der Vergasung der Juden vergleicht.Doch nach einigen Seiten ist dieser Textausschnitt wieder vergessen und man findet die Person wieder sympathisch. Am Ende des Buches kommt man aber meiner Meinung nach zu jener Einsicht, dass man Menschen nicht nach ihrem Auftreten bewerten soll und dass man ihnen nicht blindlinks Aufmerksamkeit schenken soll, sondern sich im Klaren darüber werden muss, welche Person denn dahinter steckt und was diese Person gemacht hat, damit sie in die Geschichte eingegangen ist.Der Roman darf nicht als bloße Trivialliteratur hingenommen werden, sondern der tiefere Sinn der dahinter steckt, soll registriert werden, findet zumindest Vermes.Deshalb rate ich allen, die dieses Buch lesen, immer im Hinterkopf zu behalten, über welche Persönlichkeit sie gerade lesen.Was mir beim zweimaligen Durchlesen ebenfalls noch aufgefallen ist, ist dass man, wenn man gar keine Ahnung vom Zweiten Weltkrieg und der nationalsozialistischen Vor- und Zwischenkriegszeit hat, man immer wieder auf Textstellen, Namen, Daten und Informationen stößt, die bei einigen Lesern Verwirrungen erzeugen könnten. So werden Persönlichkeiten wie Albert Speer, Martin Bormann oder Rudolf Hess genannt, die zwar durchaus bekannt sind, aber wie schon gesagt, nicht bei allen Lesern.Wer dieses Buch für den Unterricht verwenden will, sollte sich im Klaren darüber sein, dass es wahrscheinlich für die Unterstufe nicht sehr geeignet ist. Bei Kindern könnte ein falsches Bild von der Person des Adolf Hitlers entstehen.Jedoch halte ich es durchaus für angemessen, in höheren Schulstufen, diese Literatur in den Unterricht einfließen zu lassen, allerding mit einer umfassenden Vor- bzw. Nachbehandlung der Thematik.
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