BRIEFE, DIE TIEF BEWEGEN UND BEEINDRUCKEN - DAS INTERNATIONALE BUCHEREIGNIS 1962, auf dem Höhepunkt einer brutalen Kampagne des südafrikanischen Apartheidregimes gegen die politische Opposition, wurde der vierundvierzigjährige Anwalt und Aktivist des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) Nelson Mandela verhaftet. Er ahnte nicht, dass er die folgenden siebenundzwanzig Jahre im Gefängnis verbringen würde. Im Laufe seiner 10 052 Tage in Haft schrieb der künftige Führer Südafrikas eine Vielzahl von Briefen an sture Gefängnisbehörden, an Mitstreiter, Regierungsfunktionäre und insbesondere an seine Frau Winnie und seine fünf Kinder. Nun erlauben uns mehr als 250 ausgewählte Briefe, die meisten davon bislang unveröffentlicht, einen höchst unmittelbaren Blick auf diesen außergewöhnlichen Menschen. Ob er über den Tod seines Sohnes Thembi schreibt, ob er seine ebenfalls inhaftierte Frau unterstützt oder eine bis heute aktuelle Philosophie der Menschenrechte entwirft - aus den "Briefen aus dem Gefängnis" spricht ein Mann, den keine Macht auf Erden zu beugen vermochte. Heute wird Nelson Mandela als einer der inspirierendsten Menschen des 20. Jahrhunderts verehrt. "Eine neue Welt wird nicht von denen geschaffen, die tatenlos beiseitestehen, sondern von denen, die sich in die Arena begeben, deren Kleider vom Sturmwind zerfetzt sind und deren Leiber im Kampf bleibende Spuren davontragen." Nelson Mandela "Mandelas Worte geben uns einen Kompass in einem Meer des Wandels." Barack Obama
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Redaktion13.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein sehr interessantes und tief bewegendes Buch, das einen Einblick in eine wichtige historische Zeit bietet, allerdings sind einige der Details etwas dicht geschrieben.
Jubiläen führen oft zu einer Publikationsflut, in der Büchern wie diesem die Gefahr droht, lautlos unterzugehen. Zumal dicke Sammlungen von Briefen selten auf den Bestsellerlisten landen. Daher gleich vorweg: Die Lektüre der Briefe, die Nelson Mandela während seiner 27-jährigen Haft in südafrikanischen Gefängnissen schrieb, lohnt sich. Auch weil die Herausgeberin Sahm Venter hervorragende Arbeit leistete.Zamaswazi Dlamini-Mandela hätte bestimmt mehr als knapp drei Seiten über ihren prominenten Großvater schreiben können. Aber sie hält sich im Vorwort ebenso zurück wie die Herausgeberin in ihrer Einführung oder ihren Anmerkungen zu den Briefen. Im Zentrum stehen die Worte von Nelson Mandela, und das ist gut so.Die Zusammenstellung der über 250 Briefe für diesen Band nahm zehn Jahre in Anspruch. Das erklärt sich auch aus dem Umstand, dass sich Mandelas Briefe nicht zentral unter einem Dach befinden, sondern in verschiedenen Sammlungen aufbewahrt sind. Zudem waren die Kopien der Originale oft schwer zu entziffern, sei es weil die Tinte mit der Zeit verblasste, sei es wegen der Eingriffe der Gefängnisbeamten. Kurz: Die Herausgeberin musste viel Arbeit und wohl auch viel Liebe investieren, um uns Lesern eine solche Einsicht in Mandelas Denken und Tun während seiner langen Haft zu ermöglichen.Die ausgewählten Briefe berichten von Mandelas Kampf für bessere Haftbedingungen, von seinen Sorgen, Nöten und Hoffnungen. Heute kaum mehr vorstellbar, dass es Nelson Mandela nicht einmal erlaubt war, an den Beerdigungen seiner Mutter und seines ältesten Sohnes teilzunehmen.Es ist sicher empfehlenswert, andere Bücher von und über Mandela zu kennen, bevor man sich an die Lektüre seiner Briefe macht. Denn wegen der strengen Zensur bleiben viele inhaltliche Leerstellen, die auch die Kommentare und Anmerkungen der Herausgeberin nicht immer füllen können.Im Anhang, der nochmals 50 Seiten umfasst, findet sich auch ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis wichtiger Personen, Orte und Ereignisse. Auf das griff ich zurück, wenn ich gewisse Stellen nicht einordnen konnte oder nicht in der lesenswerten Biografie von Stephan Bierling nachschlagen wollte. Die Orientierung erleichtern auch die Gefängnischronik und eine Karte Südafrikas. Und wer gezielt nach einer Person sucht, kann dies im entsprechenden Register tun.Mein Fazit: In einer Zeit, die eher arm an Vorbildern ist, sind Bücher wie dieses noch wichtiger. Denn Mandelas Briefe dokumentieren nebst der afrikanischen Kultur und Geschichte auch ein eindrückliches Leben. Für Ideen und Werte einzustehen, bedeutet eben viel mehr, als auf einen „Like-Button“ zu drücken oder manchmal aus dem Alltagstrott auszusteigen. Nelson Mandela war, wie seine Biografen immer wieder betonen, kein unfehlbarer Heiliger. Aber er war mit Sicherheit ein Mann, der für seinen Glauben an eine gerechtere Welt kämpfte und gewillt war, für erstrebenswerte Ziele einen hohen Preis zu bezahlen. Schön, dass diese Sammlung von Mandelas Briefen auch einen Bildteil hat.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.