"Sehnsucht auf blauem Papier" ist ein wunderschöner Roman, der die Liebesgeschichte zweier Menschen erzählt, der Heilpraktikerin Millicent Gruber (englische Wurzeln mütterlicherseits) und des Arztes Dr. Paul Ebner, die sich während (fast) der ganzen Zeit, die der Roman spielt, nicht begegnen. Nur Millicents Briefe und irgendwie auch die Rückblicke in ihre und Pauls gemeinsame Vergangenheit halten die beiden zusammen und treiben die Handlung auch voran. Das sind leise Töne und sehr fein gezeichnete Momente und Figuren, denen man als Leser begenet. Mit viel Gefühl und Leidenschaft, die man so sehr beim Lesen mitempfindet. Ein nachdenkliches Buch, das dann aber wieder unglaublich lustig wird. "Die Komödie ist auch nur Tragödie, plus Zeit" schreibt Milli einmal, und so verläuft auch die Handlung.Eine starke, unabhängige Hauptfigur, ein magisches altes Haus auf einem verwunschenen Grundstück,ein verzweifelter Mann der hadert und doch kämpft, viele Heilungen, auch und vorallem die der Gefühle, das findet man alles zwischen den schönen blauen Buchdeckeln mit den Origamikranichen darauf.Und eben unglaublich berührende Briefe auf blauem Papier.Ich werde diesen Roman sicher nochmal lesen, denn er ist sehr philosophisch, man kann mit ihm so schön reflektieren und ich finde auch, dass er ein schönes Geschenk ist für alle, die beim Lesen etwas Substanz suchen.
Die Idee hat mir gefallen - es ist ein leiser Roman. Wie die Autorin die Hauptperson beschreibt (lebt in einer alten Stadtvilla, englische Vorfahren, Leidenschaft für Naturheilverfahren) und auf sanfte, unaufdringliche Weise durch Briefe dem Mann ihrer Träume über den Tod seiner Frau hinweghilft, fand ich sehr schön beschrieben. Auch der sprachliche Stil hat mich sehr angesprochen.