Inhalt:Nachdem Evan Walker zurückbleiben musste, um der Gruppe um Cassie die Flucht aus Camp Haven zu ermöglichen, beharrt Cassie - sehr zum Ärger von Ringer - darauf, in einem Hotel auf Evans Rückkehr zu warten. Ringer wiederum macht sich alleine auf den Weg, um für sich und die Gruppe einen dauerhaft sicheren Zufluchtsort zu suchen, wird aber dabei von der kleinen Teacup verfolgt, die ihr verbotenerweise nachläuft und so - ohne es zu wissen - ihrer beider Schicksal besiegelt. Im Hotel bekommt es die Gruppe währenddessen mit einem unbekannten Angreifer zu tun, der sich schon bald als alter Bekannter herausstellt.Meinung:Der Schreibstil ist - wie schon im ersten Band - angenehm flüssig, direkt, eindringlich und teilweise sehr tiefgründig, fast schon poetisch. Normalerweise mag ich so etwas sehr gerne, aber ab und an hatte ich die Sorge, dass sich der Autor in seiner besonderen Art zu schreiben verliert und so die Handlung in den Hintergrund gerät. Das hat sich glücklicherweise aber in keinem Moment bestätigt.Auch fand ich es sehr schön, dass diesmal aus der Sicht von Charakteren erzählt wird, die im ersten Band nicht zum Zug kamen, wie z.B. Poundcake und vor allen Dingen Ringer, der Rick Yancey sogar einen Großteil des Buches gewidmet hat.Der Autor hat hierbei wieder großen Wert auf die Ausarbeitung seiner Figuren gelegt. Jeder von ihnen hat seine eigene, ganz besondere Persönlichkeit und das hat mir sehr gefallen. Ich mag es nicht, wenn blasse, gesichtslose Charaktere von einer strahlenden, heldenhaften Protagonistin überschattet werden, das gibt jeder noch so guten Geschichte, in meinen Augen, einen bitteren Beigeschmack.Jeder aus der Gruppe hat ähnliches wie Cassie durchgemacht, aber jeder von ihnen geht anders damit um: Cassie gibt sich tough und vor Sarkasmus triefend, Ben charmant, Ringer hart und verschlossen, Dumbo pflichtbewusst, Poundcake schweigsam und Sam tapfer - wobei man Sam ausklammern muss, weil er noch zu jung ist, um sein Verhalten auf Dauer steuern zu können.Mein Favourit ist nach wie vor Cassie, da sie - dank ihrer sarkastischen und humorvollen Art - bei mir für den ein oder anderen Schmunzler gesorgt hat. Abgesehen davon hat der Autor generell dafür gesorgt, dass die guten Gefühle wie z.B. Humor und Liebe nicht zu kurz kommen. Das lockert die Geschichte, trotz der vielen brutalen Szenen, an den richtigen Stellen wieder auf.Einen Großteil des Buches hat Rick Yancey wie gesagt Ringer gewidmet und da dreht er dann noch einmal komplett auf. Die tiefgründige, düstere Schreibweise und die actionreiche Handlung haben mich sehr begeistert. Man erfährt ein wenig mehr darüber, was hinter den 5 Wellen stecken könnte, aber das wiederum so unterschwellig, dass man sehr genau lesen muss und am Ende bleibt man mit mehr Fragen als Antworten zurück. Wie schon im ersten Band, ist auch hier wieder eine Wendung eingebaut, mit der ich nicht gerechnet habe, obwohl man - dank des ersten Bandes - damit hätte rechnen müssen. Rick Yancey schreibt allerdings so geschickt, dass man von dem Gelesenen viel zu abgelenkt ist, um vorrausschauend denken zu können und so hat es mich mal wieder kalt erwischt.Fazit: Ein perfekter zweiter Band der aus der Masse der typischen Zwischenbände heraussticht. Absolute Leseempfehlung!
Meine Meinung:„Die Welt ist eine Uhr, die abläuft.“Seite 17Das unendliche Meer ist die Fortsetzung von Die 5. Welle und die Handlung knüpft nahtlos an den Vorgänger an.Den Schreibstil finde ich mittlerweile genial. Der Zwiespalt der Protagonisten wird so gut beschrieben. Da werden dann kurze, knappe Sätze verwendet. Man denkt ja auch nicht in komplett komplizierten Sätzen. Für die Erzählung des Geschehens verwendet der Autor dann wieder lange, verschachtelte Sätze, die einem volle Konzentration abverlangen. Manche muss man zwei Mal lesen, weil sie so schön sind. ;-)Ich konnte mich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen. Man fühlt und zittert mit, werden sie es wieder überleben? Können Sie die Außerirdischen besiegen? Die Spannung steigt dadurch, dass das Buch wieder aus der Sicht von mehreren Charakteren erzählt wird. Dieses Mal kommen Ringer und Poundcake neu dazu. Ringer rückt ins Zentrum des Geschehens, es wird sehr viel aus ihrer Perspektive geschildert. Sehr schön sind die Rückblicke, die zeigen, warum die Protagonisten geworden sind, wie sie sind. Da finde ich die Geschichte von Poundcake sehr schön und so traurig.Am Anfang dachte ich mir zwar: „Nein, jetzt hab ich dieses Gespräch gerade aus Ringers Sicht gelesen und jetzt kommt dasselbe aus Cassies Sicht.“ Aber da waren nur Teile gleich, weil jeder der beiden nur das erzählt hat, was für sie wichtig war.Ringers Gefangenschaft zieht sich dann ein bisschen und auch die Warterei im Hotel ist sehr langatmig.Das Buch lässt einem mit einem Cliffhanger zurück. Ich hab leider noch nicht rausgefunden, ab wann der 3. Band bei uns erhältlich ist, aber er wird auf jeden Fall kommen. Und ich warte sehnsüchtig. ;-)Fazit: Gelungene Fortsetzung einer tollen Trilogie! Vielleicht manchmal ein bisschen langatmig, aber auf jeden Fall lesenswert!Noch ein paar schöne Zitate:Er war gefangen zwischen der Welt, wie sie einst gewesen war, und der Welt, wie sie geworden war, zwischen seinem einstigen Ich und seinem jetzigen Ich, und der Preis all der unausgesprochenen Versprechen lastete auf seinem Herzen.Seite 11Sich nach etwas sehnen, das wir verloren haben, ist dasselbe, wie auf etwas zu hoffen, dass niemals eintreten kann.Seite 22In der Minute, in der wir beschließen, dass eine Person keine Rolle spielt, haben sie gewonnen, und jetzt sind meine Worte die Kette, die mich an sie fesseln.Seite 41Er hat mir gezeigt, wie gewaltig die Leere war, indem er sie gefüllt hat.Seite 339Liebe ist das Einzige im Universum, was vollkommen unvorhersehbar ist.Seite 342