Schirach, Ferdinand von: Kaffee und Zigaretten
Gegenwartsliteratur EAN 9783442719747

Schirach, Ferdinand von: Kaffee und Zigaretten

Hersteller: Btb  ·  MPN: 1014266
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

»Kaffee und Zigaretten« verwebt autobiographische Erzählungen, Aperçus, Notizen und Beobachtungen zu einem erzählerischen Ganzen, in dem sich Privates und Allgemeines berühren, verzahnen und wechselseitig spiegeln. Es geht um prägende Erlebnisse und Begegnungen des Erzählers, um flüchtige Momente des Glücks, um Einsamkeit und Melancholie, um Entwurzelung und die Sehnsucht nach Heimat, um Kunst und Gesellschaft ebenso wie um die großen Lebensthemen Ferdinand von Schirachs, um merkwürdige Rechtsfälle und Begebenheiten, um die Idee des Rechts und die Würde des Menschen, um die Errungenschaften un

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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günther sommer 11.03.2024 amazon.de
ein muss für Leser und Fans des Schriftstellers
Gerhard Mersmann 11.03.2024 amazon.de
Als Autor gehört er zu jener Spezies, die durch ihre berufliche Tätigkeit über Jahrzehnte Einblick in die Lebensumstände der unterschiedlichsten Biographien hatten und daraus Themen wie Perspektiven schöpfen, die an die Substanz der menschlichen Existenz gehen. Ferdinand von Schirach hat das als Rechtsanwalt getan und wird mit seinen Dramen wie „Gott“ und „Terror“ oder seinen Essays wie „Die Würde des Menschen ist antastbar“ oder die „Herzlichkeit der Vernunft“ in vielen Sprachen auf dem ganzen Globus gelesen. Die Gratwanderung zwischen rechtsphilosophischer Betrachtung, dem Einblick in die Untiefen menschlichen Handelns und der Einsicht in die Notwendigkeit einer kollektiven Sittlichkeit gelingt ihm mit einfachen, aber treffenden Worten.Daher ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass ein eher ohne großen Anspruch geschriebenes Buch, das scheinbar, vermeintlich aus Notizen des profanen Alltags entstand, dennoch mehr gibt, als der Titel vielleicht suggeriert. Mit seinem Erzählband „Kaffee und Zigaretten“ verrät von Schirach nicht nur, was er nie verheimlicht hat, nämlich die notorische atmosphärische Abhängigkeit von Koffein und Nikotin, sondern er gewährt auch einen spannenden und bereichernden Einblick in den Prozess seines Schreibens. Es wird zwar explizit nicht formuliert und ist dennoch mit jedem Eintrag zu beobachten.Denn jede der immer kurzen Erzählungen beginnt mir einem Erinnerungsschnipsel oder einer Alltagsbeobachtung, woraus sich ein Gedankengang entwickelt, der das Große und Existenzielle des menschlichen Daseins in den Blick rückt und dann, wie mit der Klappe des Regisseurs, stehen bleibt. Der Konnex zwischen Alltagshandlung und existenzphilosophischen Fragen ist hergestellt, wie er zu deuten oder gar in dem jeweiligen Fall zu bewerten ist, das überlässt von Schirach der Leserschaft. Gerade das ist wohltuend und in Zeiten ständiger Bevormundung und Belehrung und fühlt sich an wie ein Kuraufenthalt.Was den Autor dazu befähigt, den spannenden Bogen zwischen universeller Deutung und alltäglicher Unzulänglichkeit herzustellen, mag vielleicht darin begründet liegen, dass er das Ende der menschlichen Existenz, die vorhersehbare wie plötzliche Endlichkeit, nicht tabuisiert, sondern als Regiehinweis immer einsehbar ist. Die Gewissheit des Todes fällt keinem Tabu zum Opfer, sondern sie gehört zur primären Bestandsaufnahme. Das macht diese achtundvierzig nummerierten Geschichten so lesenswert. Brillant komponiert, erzählt, als hätte das Weltgewissen eine Sprache und ohne jegliche pädagogische Ambition.Machen Sie etwas daraus! Der Autor hat sie autorisiert!
Sandra von Siebenthal 11.03.2024 amazon.de
„Solange man schreibt, spricht man mit den Menschen, die man erfidet, man lebt ihr Leben mit ihnen, und die Zeit zwischen dem Schreiben wirsd irgendwann unwichtig, das Schreiben wird zum Eigentlichen.“Ferdinand von Schirach hat mit „Kaffee und Zigaretten“ sein wohl persönlichstes Buch geschrieben. In 48 Kapiteln, jedes eine knappe Zigarette oder einen Kaffee lang, erinnert er sich an Geschichten aus seinem Leben, wirft dem Leser kleine Informationshäppchen zu, die dieser zur Kenntnis nehmen oder zum Anstoss weiteren Nachdenkens machen kann, oder er lässt uns an den unterschiedlichsten Beobachtungen und Gedanken teilhaben. „Heimat ist kein Ort, es ist unsere Erinnerung.“Dabei ist er oft nachdenklich, hinterfragt das Leben und die Beweggründe, es so zu führen, wie verschiedene Menschen es tun. Entstanden ist so ein Album voller Erinnerungen, mal aus seinem Berufsalltag als Strafverteidiger, mal (auch durchaus sehr tiefschürfende Erlebnisse) aus seinem privaten Leben. Er verzichtet dabei gänzlich auf Sentimentalitäten, fast schon lapidar kommen die einzelnen Episoden daher. „Auch ohne die Begabung, glücklich zu sein, gibt es eine Pflicht, zu leben, denkt sie jetzt.“Auch alte Themen aus früheren Büchern haben Eingang in dieses Bändchen gefunden, Ferdinand von Schirachs Gedanken zu Recht und Moral innerhalb einer Gesellschaft erscheinen nochmals in neuem Gewand. „Die Würde des Menschen ist die strahlende Idee der Aufklärung, sie kann den Hass und die Dummheit lösen, sie ist lebensfreundlich, weil sie von unserer Endlichkeit weiss, und erst durch sie werden wir in einem tiefen und wahren Sinn zu Menschen. […] Sie ist nur eine Idee, sie ist zerbrechlich, und wir müssen sie schützen.“Man erkennt in „Kaffee und Zigaretten“ den analytischen Denker Ferdinand von Schirach, hier und da drücken seine Analysen und auch die Fragen an die Zeit durch, regen zum Nachdenken an, geben eine Ahnung davon, was möglich gewesen wäre, hätte er ganz aus dem Vollen geschöpft. Das Buch trägt gute Gedanken in sich, die Sprache ist klar und gewohnt schnörkellos – leider sind es doch alles nur kleine Häppchen, was durchaus einen Reiz hat, die aber doch manchmal gar kurz ausfallen und einen mit Fragen nach dem Sinn und Zweck derselben zurücklassen. Vielleicht ist genau das gewollt.Insgesamt ist „Kaffee und Zigaretten ein Buch voller Impulse, die zum Nachdenken anregen. Es ist ein Buch über das Leben einerseits Ferdinand von Schirachs, aber auch das als Mensch in unserer Gesellschaft und auf dieser Welt mit all ihren Herausforderungen. Und manchmal drückt sogar ein wenig Wehmut durch, weil : „Damals gab es keine Zeit, so wie es in der Erinnerung keine Zeit gibt. Es war nur der Sommer, in dem wir unten am Fluss waren, Forellen fingen, und ich dachte, dass sich nie etwas ändern würde.“Fazit:Ein sehr persönliches Buch eines tiefgründigen Denkers, das in vielen kleinen Lesehäppchen Erinnerungen und Beobachtungen zu Denkanstösse werden lässt. Sehr empfehlenswert!
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