Spiegel-Bestseller! Der 4. Fall für Gunnar Barbarotti. Die 70er Jahre: Drei Paare aus Uppsala, miteinander befreundet und jung, planen eine Busreise von Schweden durch die Ostblockländer bis ans Schwarze Meer. Aber was so lustig beginnt, endet im Desaster. Die Wege der Sechs trennen sich nach diesem Urlaub - und kreuzen sich ein Menschenalter später erneut, als ein Dozent aus Lunda in den Wäldern vor Kymlinge am Fuße eines Steilhangs tot aufgefunden wird. Genau an derselben Stelle, an der eine junge Studentin aus Uppsala vor fünfunddreißig Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben kam ...
Bewertungen & Erfahrungen
4,0 von 5
5 Bewertungen
5 ★1
4 ★3
3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion29.04.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein spannender Fall aus der Zeit der 70er Jahre, der gut inszeniert ist, aber ich fand die Auflösung etwas zu schnell.
Die Biographien der Protagonisten sind, wie immer bei Nesser, intensiv und geben Einsicht in die Gedanken und Handlungen der Charaktere.Jeder dieser 6 Studenten kommt durch die Ich-Erzählung zu Wort und man hat dadurch ein klares Bild der einzelnen Charaktere vor Augen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.Auch der Kriminalinspektor Barbarotti kommt dabei nicht zu kurz. Ein sympathischer Ermittler mit Ecken u. Kanten, der neben den Ermittlungen einen Deal mit Gott am Laufen hat.Der Kriminalroman verläuft in mehreren Handlungssträngen und diese wiederum auf zwei Zeitebenen - der Gegenwart und Anfang der 70er Jahre.Ist jedoch nicht so kompliziert wie es sich anhört. Im Gegenteil! Das Buch liest sich flüssig und es trägt erheblich zur Spannung bei.Die Spannung nimmt gegen Ende zu und die Auflösung ist wieder einmal eine große Überraschung, die man nicht im Ansatz hätte erahnen können - dramatisch, aber auch traurig.Fazit:Philosophisch, tiefgründig, spannend und doch mit Witz.Wieder einmal ein Nesser den ich nahezu verschlungen habe
Lange habe ich mich auf den neuen Nesser gefreut, vereint Hakan Nesser doch alle Eigenschaften, die aus meiner Sicht einen herausragenden Schriftsteller ausmachen: Literarische Qualität, Tiefe und, was seine Kriminalromane angeht, Spannung pur.Aber diesmal bin ich ein wenig enttäuscht.2 Menschen sterben am selben Ort. Er 35 Jahre nach ihr. Beide waren ein Paar. Wir lernen sie kennen. Und nicht nur sie, sondern auch 4 Freunde der beiden.6 Personen, 3 Paare: Nesser schildert deren Lebensweg vom Ende der 60er Jahre bis heute. Aus 20jährigen Jugendlichen sind 60jährige, lebenserfahrene Menschen geworden. Die Biografien sind intensiv, die Charaktere so unterschiedlich wie sie nur sein können und absolut stimmig. Hier beherrscht Nesser sein Metier meisterlich.Die Spannung des Kriminalromans will sich jedoch nicht ohne weiteres einstellen. Zu lange tappen Barbarotti und Kollegin Backman im Dunkeln, drehen sich ihre Ermittlungen im Kreis. Erst ein einschneidendes Ereignis auf einer Urlaubsreise der 3 befreundeten Paare bringt wieder Fahrt in die Geschichte. Aber nicht in die Ermittlungen.Nicht nur in den Ermittlungen bleibt Barbarotti seltsam blass. Ohne Ecken und Kanten, ohne Fehl und Tadel, zu perfekt.Ohne zuviel zu verraten: Auch die Auflösung des Falles wirkt beliebig. Nichts deutet darauf hin.Dennoch habe ich dieses Buch meistenteils gefesselt vom Gang der Geschichte verschlungen. Für Nesser-Fans ein Muss, für Neulinge sind die ersten drei Bände der Barbarotti-Reihe (Mensch ohne Hund, Eine ganz andere Geschichte, Das zweite Leben des Herrn Roos) empfehlenswerter.
Inhalt7 Studenten brechen eines Tages aus unbekannten Beweggründen auf zur Pilzsuche. Nur 6 kehren wieder zurück. Der Fall wird als Unfall zu den Akten gelegt. 35 Jahre später geschieht an der selben Stelle wieder ein Fall mit Todesfolge. Das Opfer - einer der übrigen 6 von damals. Ermittlungen beginnen und verlaufen schleppend.Immer wieder stoßen die Ermittler an eine Wand aus Schweigen und auch ihrem Vorgesetzten können sie nur schwer Rechenschaft darüber ablegen, ob hier ein Mord geschah oder ein Unfall.Der Autor lässt sich viel Zeit damit in einzelnen Rückblenden die Geschichten der Protagonisten zu erzählen. Wie lernten sie sich kennen, bzw kannten sie sich überhaupt? Wie verliefen die Beziehungen im Einzelnen? Man lernt alle gut kennen und zeitweise fühlt man sich auch wie in einer Telenovella. Mal ist es spannend, dann zieht es sich wieder..Aber auf jeden Fall will man unbedingt wissen, wie es weiter geht.ProtagonistenIn gewisser Hinsicht sind alle Figuren interessant. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Rolle der Maria. Sie ist zwar die tragischte aller Protagonisten, jedoch war sie für mich ein Mensch der in jüngsten Jahren schon den besseren Durchblick in unsere Gesellschaft hatte als die anderen. Ständig unterschätzt, drängt sie sich selbst in die Rolle einer unwichtigen Randerscheinung, obwohl sie mit ihren Bemerkungen oft mitten ins Schwarze trifft.Rickard und Gunilla erzählen abwechselnd in Rückblenden wie damals alles begann. So gesehen lernt man beide gut kennen, aber zu Sympathieträgern schaffen sie es nicht. Zu naiv und Kleinbürgerlich erscheint oftmals deren Standpunkt.Tomas und Anna lernt man nur indirekt kennen. Sie werden absichtlich in die Rollen der Unsympathen geschrieben, allen voran Tomas. Aber auch wenn man sie nicht mögen muss, sind deren Entscheidungen äußerst menschlich gehalten. Es sind keine überzeichneten Charaktere und trotzdem halten sie die Geschichte erst am Laufen.Germund ist der mysteriöse Teil des Buches. Ich fand diese Story jedoch bis zur letzten Seite etwas lahm gestaltet und obwohl er das zentrale Thema ist, konnte ich für ihn kaum Interesse aufbringen.Die 7. im Bunde hätte man einfach weglassen können.GesamteindruckInsgesamt finde ich dieses Buch sehr gut. Der Schreibstil ist - wie von Hakan Nesser gewohnt - sehr ansprechend. Hier wurde nichts lieblos hingetippt, sondern jeder Satz erscheint wohl überlegt.Es wird in kleinen Schritten aus der jeweiligen Perspektive ein Gesamtbild erarbeitet. Man erfährt immer nur kurze Einblicke in die Gedanken der Protagonisten damals. Teilweise in Zeitsprüngen, teilweise aus den Protokollen der Vernehmungen. Was sich wirklich zugetragen haben könnte erahnt man beim Lesen nicht. So erzeugt der Autor sehr viel Spannung und eine unglaublich hohe Erwartungshaltung in die Auflösung des Falles / der Fälle. Meiner Meinung nach ist diese zu hoch, und das Ende daher etwas enttäuschend. Das komplexe System durch das man sich Seitenlang durcharbeitet lässt einen immer vermuten, dass mehr hinter all dem stecken muss. Manche Protagonisten werden unnötig in ein Zentrum verlagert, obwohl sie sich als völlig unwichtig entpuppen.So fand ich es auch am Ende äußerst simpel, als man endlich erfährt, was sich tatsächlich zugetragen hat und persönlich kann ich nicht ganz nachvollziehen, wieso dieser Fall nicht schon vor 35 Jahren geklärt werden konnte. Wenn ein Buch so hervorrangend ausgearbeitet wird, wie dieses, verlangt man als Leser einfach auch am Schluss einen "Kracher".Daher bleibt Begeisterung mit Beigeschmack.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.