Frans Balder fasste die absurde Entscheidung, seinen autistischen Sohn August Balder von seiner Exfrau und ihrem schrecklichen Mann, dem Schauspieler Lasse Westman, zu sich zu holen, sich ganz um den Jungen zu kümmern und deswegen auch seinen Job im Silicon Valley zu kündigen. Alles ging glatt, seine Ex und ihr neuer Lover waren einverstanden und Frans nahm den Jungen mit zu sich nach Hause.Währenddessen laborierte Mikael Blomkvist, der bekannte schwedische Journalist bei der Zeitung Millenium, so mit seinem Leben herum. Der Medienmogul Ove Levin von Serner Media hatte dreißig Prozent der Anteile von Millenium übernommen, nachdem der Zeitung das Geld ausgegangen war. Jetzt wollte Ove Levin eine Erklärung zur Neuausrichtung von Millenium abgeben. Blomkvist musste auf der Hut sein. War er aber nicht. Er hatte schon überlegt, sich beruflich komplett umzuorientieren, nachdem er ins Gerede gekommen war. Er dachte über sich und seine weitere Zukunft nach. Auf der entscheidenden Sitzung stellte sich Ove Levin gut dar. Mikael Bromkvist ging hinaus, weil der das Geschwätz nicht mehr ertragen konnte.Ein ehemaliger Assistent von Professor Balder meldete sich bei Mikael und wollte mit ihm sprechen. Sie trafen sich. Er erzählte ihm einiges und schlug ihm vor, dass Mikael sich mit Frans Balder treffen solle. Der wurde mit siebenundzwanzig Jahren Professor der Informatik in Schweden und war seit zwei Jahrzehnten eine weltweit führende Autorität auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Er befasste sich mit neuronalen Netzen und digitalen Quantenprozessoren. Damit versuchte er, Computer zum Denken zu bringe, also das menschliche Gehirn nachzuahmen. Dieser Professor Balder sei mittlerweile hysterisch und sicherheitsfixiert geworden, sagte sein Assistent, und offensichtlich an einer großen Sache. Mikael hielt das alles nicht für interessant und unwichtig. Nur die Erwähnung einer Hackerin erregte seine Aufmerksamkeit. Dabei schien es sich offensichtlich um Lisbeth Salander zu handeln, eine gute Bekannte, zu der er lange keinen Kontakt mehr gehabt hatte. Sie hatte wohl zwischenzeitlich auch wieder einiges angestellt. Eine Kontaktaufnahme mit ihr reizte ihn. Er schrieb ihr eine kurze Mail. Und wartete ab.Edwin Needham, auch Ed the Ned genannt, war vielleicht nicht der höchstbezahlteste Sicherheitstechniker in den USA, aber der beste und stolzeste. Trotz eines nicht gerade untadligen Lebenswandels landete er aufgrund seiner enormen Kenntnisse schließlich bei der NSA, der National Security Agency der USA, einer nationalen Sicherheitsbehörde der USA. Dort war er für die IT-Sicherheit der geheimsten aller amerikanischen Behörden verantwortlich. Er hatte alles umgekrempelt in der Behörde und war besessen von seinem Ehrgeiz; vor allem wollte er erreichen, dass sein System nicht zu knacken sei. Und doch fing sich sein System eines Tages ein Schadprogramm ein. Zunächst glaubte er es nicht. Dann erhielt er eine Mail, in der der Absender schrieb, er habe den Root. Ed stieß einen lauten Schrei aus und wurde fast ohnmächtig.Gabriella Grane war beim Geheimdienst gelandet. Warum, das wusste kein Mensch – am allerwenigsten sie selbst. Sie wurde als Analystin bei der Spionageabwehr eingesetzt.Lisbeth Salander hatte zwischenzeitlich einen Angriff auf das Netz der NSA durchgeführt. Als Ziel ihres Schadprogramms hatte sie sich Ed the Ned ausgesucht. Der schäumte.Dann sprach Mikael mit seiner Freundin Erika von Millenium, die zu ihm kam. Sie erzählte, wie Ove Levin bei Millenium eingestiegen sei, sich quasi eingeschlichen habe und wie er dann Millenium von innen angreifen und verändern wollte. Mikael sollte einen strategischen Standort in London bekommen und damit entmachtet und lahmgelegt werden. Dagegen hätten sich aber die Mitarbeiter gewehrt. Sie riet dazu, zu kämpfen, wie sie früher gekämpft hatten.Frans Balder wurde von einem unbekannter Täter in seinem Haus erschossen. Der Täter konnte fliehen. Die beiden Polizisten, die zu seiner Bewachung abgestellt waren, zeigten sich überfordert. Mikael Blomkvist war in der Nähe, weil Frans Balder ihn nachts angerufen und ihn gebeten hatte, sofort zu ihm zu kommen, er habe ihm eine Geschichte zu erzählen. Mikael als neugieriger Journalist und immer auf der Suche nach einer guten Story, kam seinem Wunsch nach, fuhr zu ihm hin und erlebte den Mord an Balder aus nächster Nähe. Er schaltete per eMail Lisbeth Salander ein. Die sagte ihre Hilfe zu. Und stieß schon in kurzer Zeit auf interessante Geschehnisse.Kommissar Jan Bublanski war Ermittler bei der Polizei. Er wurde mit der Leitung der Ermittlungen im Mordfall Professor Balder vom zuständigen Oberstaatsanwalt beauftragt und ging verschiedenen Spuren nach. Mikael Blomkvist führte ein Gespräch mit einer gutaussehenden Informatikprofessorin, die den verstorbenen Frans Balder kannte. Sie unterhielten sich über verschiedene Aspekte der künstlichen Intelligenz. Franz Balder war sein Programm gestohlen und an die Firma Solifon verkauft worden.Und immer wieder ging es um August, den autistischen Sohn von Professor Balder, ein Savant mit einer ganz speziellen Begabung. Er wurde von dem Mörder seines Vaters nicht getötet, obwohl er in der Nähe im Bett lag, weil der Mörder seine Kommunikationsfähigkeiten falsch eingeschätzt hatte. Diesen Fehler sah er später ein und wollte sich den Jungen auch holen. Der Junge wurde in Odens Kinder- und Jugendstation am Sveavägen untergebracht. Die private Einrichtung wurde von Torkel Lindén und seiner Firma Care Me betrieben. Dort sollte August untergebracht und unter Beobachtung gestellt werden. Prof. Charles Edelman, ein Fachmann auf dem Gebiet des Autismus’ Jugendlicher, Kommissar Bublansksi und die Kriminalinspektorin Modig wollten den Jungen zu einem festgelegten Termin treffen. Treffpunkt und Termin wurden geändert. Zu dem Termin wollte der Mörder, der aufgrund eines Lecks bei der Polizei davon erfahren hatte, auch den Jungen August töten. Dies verhinderte Lisbeth Salander durch ihr beherztes Eingreifen, nachdem sie von dem Termin erfahren und Böses geahnt hatte und deswegen hinfuhr. In der entscheidenden Situation warf sie sich über den Jungen und rettete ihn dadurch, erhielt aber selbst einen Streifschuss. Der Junge blieb unverletzt. Sie konnten fliehen. Torkel Lindén wurde bei dem Schusswechsel tödlich verletzt.Gabriella Grane, die Analystin bei der Spionageabwehr, wurde während einer Besprechung der Umstände des erneuten Mordes klar, dass bei den beteiligten Behörden ein Leck war, das Informationen weitergab. Die Polizei suchte bereits nach einer undichten Stelle in ihrem Apparat. Des Weiteren wurde ihr klar, dass die aufgetauchte Lisbeth Salander die Tochter von Zalatschenko war, die ihren Vater abgrundtief hasste, weil er ihre Mutter umgebracht und der Tochter sowohl die Mutter als auch die Kindheit geraubt hatte. Auch wurde ihr klar, dass die Tochter viel Zeit damit verbracht hatte, das Verbrechersyndikat ihres Vaters zu erforschen. Sie sah einen Zusammenhang zwischen Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist. Wie der genau aussah, war ihr aber unklar.Lisbeth war nach ihrer Flucht mit dem Jungen August in einem Ferienhaus, von dem sie meinte, dort seien sie sicher. Mehr durch Zufall entdeckte sie, dass der Junge ein Zahlengenie war. Sie probierte mit ihm die Zerlegung von Zahlen gemäß der Primfaktorzerlegung und war erstaunt über die Ergebnisse, die der Junge ihr lieferte. Selbst die größten Ziffern zerlegt er mühelos und richtig.Aufgrund eines Vorfalles besucht Mikael Blomkvist Holger Palmgren, der als pensionierter Anwalt in Stockholm lebte und während seiner aktiven Berufszeit lange Jahre Lisbeths gesetzlicher Vormund gewesen war. Als solcher konnte er das Vertrauen von Lisbeth Salander erlangen und sie zum Reden bringen. Sie hatte Holger Palmgren viel von ihrer schrecklichen Kindheit und Jugend sowie von der Familie Zalatschenko erzählt. Einiges davon erfuhr Blomkvist jetzt von Palmgren. Vieles war aufschlussreich und erklärte die Handlungen von Lisbeth Salander. Schließlich kam Camilla ins Spiel. Sie war die Zwillingsschwester von Lisbeth und verfolgte ihre eigenen Ziele. Die beiden Schwestern hassten sich abgrundtief. Langsam erfuhr man mehr von dieser Camilla.Dann verschwand Andrei Zander, ein junger Journalistenkollege von Mikael Blomkvist. Mikael war zutiefst beunruhig. Später wurde er ermordet aufgefunden.Mikael traf sich mit Ed Needham. Der war ziemlich offen zu ihm und erzählte Mikael einiges. In harter Arbeit hatten er und seine jungen Computerleute Lisbeth Salander als Urheberin des Angriffes auf die NSA ausgemacht. Mit Hilfe der Zahlen des Jungen August hatte Lisbeth das System der NSA geknackt. Mikael sollte ein Treffen von Lisbeth mit Ed organisieren. Das Treffen fand statt.Lisbeth wurde Opfer eines Überfalles in der geheimen Unterkunft, die sie mit August bewohnte. Sie konnte mit dem Jungen fliehen.Aufgrund der Erkenntnisse, die er gesammelt hatte, konnte Mikael Blomkvist eine Sonderausgabe von Millenium veröffentlichen, in der er den Tod von Frans Balder beleuchtete und wie die russische Mafia eine Kooperation mit der NSA und einer großen US-Computerfirma einging. Professor Balder war im Auftrag der NSA und der Computerfirma Solifon ermordet worden Diese Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Den Offiziellen der NSA und der Handelsministerin blieb nichts anderes übrig, als sich öffentlich zu entschuldigen. Die Nachfrage nach Millenium war so groß, dass durch den finanziellen Erfolg Anteile von Millenium zurückgekauft werden konnten. Damit war die Zeitschrift gerettet.David Lagercrantz wurde im Dezember 2013 vom schwedischen Originalverlag und Stieg Larssons Familie ausgewählt, den 4. Band der Millenium-Romane zu schreiben. Dies schwierige Unternehmen ist ihm gelungen. Er hat nachvollziehbar in die Probleme des schwedischen Journalisten Mikael Blomkvist und das Denken von Lisbeth Salander sowie die Zeitschrift Millenium eingeführt und die Handlung fortgesetzt. Das Buch ist spannend geschrieben und gut zu lesen. Manchmal möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich kann die Lektüre dieses Buches bestens weiterempfehlen.
Als ich davon hörte, dass man eine Fortsetzung der Millenium-Reihe von einem anderen Autor veröffentlichen würde, war ich zunächst etwas bestürzt. Ich hatte Angst, dass einer meiner liebsten fiktiven Charaktere, nämlich Lisbeth Salander, nicht mit der selben Seele weiterleben würde und dass alles allgemein einfach nicht so ist wie bei Stieg Larssons Büchern. Die Millenium-Reihe gehört zu meinen Liebsten. Dementsprechend hatte ich wirklich Angst enttäuscht zu werden. Diese Angst war aber definitiv unbegründet.Inhalt:Das Buch knüpft an die vorigen drei Teile von Stieg Larsson. Ich mochte die teilweise sehr detaillierten Abschnitte über Mathematik und Wissenschaft. Ich bin kein Mathe-Ass und konnte trotztdem das meiste verstehen, da es vereinfacht dargestellt wurde. Einige Schocker waren wirklich dabei. Ich kann mich aber gut an den dritten Teil erinnern, wo es oft vorkam, dass ich das Buch zuklappen musste, um das Geschehe zu realisieren. Ich bin sehr froh Lisbeth, Mikael und alle anderen Figuren in diesem Buch wiedergefunden zu haben. In keinem Moment musste ich anzweifeln, dass Lisbeth oder Mikael nicht so gehandelt hätten. Auch die ganze Thematik um die nationalen Nachrichtendienste passt aktuell super und regt zum Nachdenken an.** ACHTUNG SPOILER **Was mir nicht gefallen hat war ein bisschen, dass Lisbeth ein bisschen zu weich dargestellt wurde. Vielleicht lag es auch daran, dass man alle wirklich Gewalt geladenen Abschnitte nur von anderen Figuren im Buch erzählt bekam (z. B. Der Angriff auf Lisbeth und August am Ferienhaus, Lisbeth bricht die Hand eines Arztes, Roger). Der "Showdown" am Ferienhaus kam mir etwas zu kurz. Ich hätte das Ganze aus Lisbeths oder Augusts (?) Perspektive spannender gefunden. Vor allem fand ich davor den Teil bis zur Tötung von Frans Balder etwas zu lang. Dafür hätte ich lieber mehr vom Showdown gehabt. Alles rund um Camilla war sehr gut geschrieben. Vor allem der Teil, in dem Holger Palmgren über Lisbeths und Camillas Kindheit/Jugend erzählt.** SPOILER ENDE **Autor/Vergleich mit Larsson:Ich finde David Langercrantz hat den Erzählstil gut übernommen. Den einzigartigen Stil Larssons zu übernehmen ist nicht leicht. Das hat er aber wirklich gut hingekriegt.Fazit:Ich würde mich wirklich freuen, wenn Langercrantz auch den fünften Teil schreibt und kann jedem, der Lisbeth und Mikael vermisst hat, empfehlen dieses Buch zu lesen. Aufgrund einiger kleiner Kritikpunkte von mir gute 4 Sterne.