Schicksal: Roman | Roman einer schicksalshafte Begegnung
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Gegenwartsliteratur EAN 9783492319294

Schicksal: Roman | Roman einer schicksalshafte Begegnung

Hersteller: Piper  ·  MPN: 796450
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 19:39 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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PIPER
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9783492319294
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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

»Shalev ist eine Meisterin der großen Emotionen.« ARD, ttt¿¿¿titel, thesen, temperamente Eine Begegnung, die alles infrage stellt. Nach dem Tod ihres Vaters sucht Atara seine geheimnisvolle erste Frau. Wer ist diese Rachel, von der in Ataras Kindheit nie geredet werden durfte? Aber als sie Rachel endlich gefunden hat, nimmt ein gänzlich ungeahntes Schicksal seinen Lauf¿... Familiäre Verstrickungen, Schuld, vor allem aber die Liebe ¿ das sind die Themen von Zeruya Shalevs großem neuen Roman. »Radikal, intensiv und vielschichtig.« WDR

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 21.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine wahre Meisterleistung und hat mich tief berührt; die emotionale Tiefe und die philosophische Auseinandersetzung sind absolut fesselnd. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen!
Redaktion 21.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine sehr eindringliche und emotionale Lektüre, die viele tiefgründige Gedanken anspricht. Allerdings empfand ich den Aufbau manchmal als etwas zu dicht.
Redaktion 21.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Tiefgründig!
Susan Kellermann 24.06.2023 amazon.de
Danke!
Amazon Kunde 24.06.2023 amazon.de
Nicht jedem Autor gelingt es, bereits mit dem ersten Roman den absoluten Welterfolg zu erzielen, doch Zeruya Shalev gehört zu den Schriftstellerinnen, deren erstes Buch bereits den Namen und den Ruf für die kommenden Jahrzehnte besiegeln sollte. Nach ihrer Trilogie über die „moderne Liebe“, zu der auch ihr Debüt gehörte, wurden ihre Romane zunehmend politischer und persönlicher. Vor Schicksal erschien der Roman Schmerz (2015).Zeruya Shalev wurde am 13. April 1959 in der ländlichen Kollektivsiedlung Kinneret am See Genezareth, Galiläa, Israel, als Tochter einer Malerin und eines Literaturwissenschaftlers geboren. In der traditionell an die Schulausbildung angrenzende Militärzeit arbeitete Shalev als Krankenschwester und studierte im Anschluss Bibelwissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem, genauso wie die Protagonistin ihres ersten Romans, Ja’ara. Liebesleben, der erste und erfolgreichste Band der eingangs erwähnten Trilogie über die „moderne Liebe“, soll bis heute ihr bekanntester und wohl auch gerühmtester Roman bleiben, der vielleicht auch deshalb so viel Ansehen in Deutschland genießt, weil ihn Marcel Reich-Ranicki in seiner damals, 2000, noch existierenden Sendung „Das literarische Quartett“ sehr lobte. Shalevs Leben selbst ist von den Konflikten, von denen ihre Romane erzählen, geprägt. So ist sie mittlerweile in dritter Ehe mit einem Journalisten verheiratet und hat mehrere Kinder aus den vorhergegangenen Beziehungen. »Niemand schreibt so ehrlich über die Liebe wie Zeruya Shalev.«, stand einst in einer Rezension über die Autorin, und man könnte meinen, dass ihr die Radikalität und die Ehrlichkeit ihrer Romane eben deshalb so gut gelingt, weil die Konflikte, in die ihre Protagonisten geraten, wenn auch nicht alle von der Autorin selbst erlebt doch sehr intensiv von ihr mitempfunden werden.Der 2021 im Berlin-Verlag erschienene Roman Schicksal ist das aktuellste Buch der Autorin, die nach dem Tod von Amos Oz im Winter 2018 nun wohl als die führende Stimme der israelischen Literatur bezeichnet werden darf. Im Zentrum der etwa 400 Seiten, die dieses Buch zählt, stehen gleich zwei Frauen: Rachel, in den 40er Jahren geboren, Idealistin und ehemalige Freiheitskämpferin sowie Atara, in den 60er Jahren geboren, in ihrem Leben in einer Sackgasse angelangt. Atara ist Architektin, hat jung geheiratet und eine Tochter namens Avigale bekommen. Als sie Alex bei der Arbeit kennenlernt, weil dieser – ebenfalls mit Frau und Kindern – die Renovierung seines komfortablen Hauses mit Meerblick auf dem Carmel-Berg im Bezirk Haifa plant, besteht sofort eine geheimnisvolle Anziehung zwischen den beiden. Nach einer kurzen Affäre beschließen beide, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen, auf ihr Herz zu hören und etwas ganz neues zu beginnen. Sie heiraten und bekommen einen gemeinsamen Sohn, der später als Elitesoldat beim israelischen Militär eingesetzt und von den Bildern, die der tägliche, blutige Kampf mit den Palästinensern bedeutet, schwer traumatisiert werden wird. Die Hinterbliebenen in ihren alten Familien werden schwer herausgefordert, und während es Atara gelingt, den Kontakt zu ihrer Tochter, die mittlerweile in Amerika studiert, aufrechtzuerhalten, bricht die Familie von Alex ganz mit ihm. Die glücklichen Jahre verstreichen, und es grenzen die an, in denen weder Atara noch Alex so wirklich weiter zu wissen scheinen, in denen sie miteinander nicht mehr im Grünen sind, in denen sie sich tatsächlich auseinanderleben. Ihr Mut zum Glück, den sie einst bewiesen, scheint bestraft zu werden. Die Sackgasse, in der sich Atara befindet, sucht nach einem Ausweg, einem Durchbruch, und in dieser Situation kommt Atara auf dem Gedanken, ausgerechnet die erste Frau ihres Vaters, Rachel, unter dessen herrischer, cholerischer Art sie in jungen Jahren schwer gelitten hat, aufzusuchen. Sie erfuhr erst in den letzten Tagen des Lebens ihres Vaters von der Existenz dieser Person und ist nun bereit, von Tel Aviv nach Jerusalem zu reisen, wo die gealterte Frau lebt. „So wie Rachel und Alex habe auch ich anfangs vielleicht nicht verstanden, was genau Atara sucht, doch in der langen Zeit des Schreibens ist mir ihr Weg klarer geworden.“ Und genau wie Zeruya Shalev weiß der Leser eigentlich auch am Ende dieses komplexen Romans noch nicht, warum genau Atara zu dieser geheimnisvollen Rachel fährt, um mit ihr über den Vater und den gemeinsamen Kampf des damals noch jungen Paares für einen souveränen israelischen Staat und die Befreiung aus der britischen Besatzung, zu reden.Atara ist bei Rachel als sie den Anruf bekommt, dass ihr Sohn mit dem plötzlich kranken Alex in die Notaufnahme gefahren ist. Sie kommt nach Hause, unterschätzt die Brisanz der Erkrankung anfangs, und muss mit ansehen, wie ihr Mann von einem Tag auf den anderen vollkommen unerwartet verstirbt. Schicksal, wie schon der Titel andeutet, könnte man meinen, doch für Atara scheint alles Bestimmung, alles Fügung zu sein, in einem Leben, in dem schon lange nichts mehr so lief, wie sie es geplant hat, in einem Leben, in dem die Hoffnungen und die Wünsche überwogen hatten, und in dem viel aufgegeben worden ist für Lebenssituationen, in denen man letzten Endes wieder ganz am Anfang steht.Es ist ein forderndes Buch, das Zeruya Shalev da geschrieben hat. Über vier Jahre habe es sie begleitet, sagte die Autorin in ihrem traditionellen Brief an die Leser, in dem sie sich auch besonders für die Arbeit der Übersetzerin Anne Birkenhauer bedankt, die erstmals nach dem Tod von Mirjam Pressler einen Shalev-Text ins Deutsche bringt. Der Roman Schicksal hat an der ein oder anderen Stelle ein Problem, und diese Kleinigkeiten sollten gleich am Anfang genannt werden, damit letzten Endes auch hier das positive, das diesen Roman so einzigartig und gewaltig werden lässt, überwiegt. Shalev führt ihre Figuren nicht ein, wirft sie ins kalte Wasser, und so wäre es schön gewesen, wenn für das Verständnis des Lesers zumindest am Ende das ein oder andere offene Detail geklärt werden würde. Fragen, die nach der Lektüre eines Romans bleiben, sind legitim und manchmal sogar erfrischend und bereichernd, doch hängt und hadert man mit der Lektüre, wenn man so gar nicht vorankommt. Brennend interessant wäre auf jeden Fall eine vertiefte Auskunft über das genaue Verhältnis von Atara zu ihrem Vater gewesen. Dieser fungiert nämlich als Bindeglied zwischen den beiden Protagonistinnen, Rachel und Atara, und bleibt in dieser Funktion leider sehr blass. Dies trägt dazu bei, dass die gesamte Beziehung zwischen diesen beiden Frauen eigentlich sehr undurchsichtig geschrieben ist. Bis auf die zwei Treffen, in denen die Frauen einmal gestört durch Rachels frommen jüdischen Sohn nicht frei miteinander sprechen können, sehen sich die beiden nur noch auf der Beerdigung von Alex. Hier wäre ein bisschen mehr Spannung und ein bisschen mehr Tiefe in der Lektüre wünschenswert gewesen, denn so sind es doch eigentlich nicht die Einzelgeschichten, die diesen Roman zu etwas besonderem machen, sondern das Zusammenfügen dieser beiden eigenartigen und einzigartigen Personen.Diese Facetten werden auffallen beim Lesen, den einen mehr und den anderen weniger bis gar nicht stören, doch was keiner leugnen kann: diese Autorin hat ein unbeschreibliches erzählerisches Talent. Man kommt bei diesem Roman, der konsequent in der dritten Person geschrieben ist, und dennoch beide Protagonistinnen, denen abwechselnd immer ein Kapitel näherkommt, so intensiv beleuchtet, ganz schön ins Staunen über die Möglichkeiten und die Fähigkeiten des modernen Erzählens. Jeder, der Sorge haben könnte, einen Roman, der sich nebenbei auch sehr intensiv mit der israelischen Geschichte und der jüdischen Kultur auseinandersetzt, nicht zu verstehen, sollte hier beruhigt sein. Denn Zeruya Shalev bemüht sich erkennbar im Wissen darüber, dass sie nicht nur Leser in ihrem eigenen Land sondern auf der ganzen Welt hat, viele der verwendeten Fachbegriffe, der Ortsbezeichnungen und der historischen Hintergründe noch einmal in einen allgemein verständlichen Kontext zu rücken, an dem man sich dann entlanghangeln kann. Es ist ein sehr aufwendig konzipierter Text, der dadurch so anspruchsvoll wird, dass die Erzählerin den Leser quasi ins kalte Wasser wirft. Die handelnden Figuren werden nicht eingeführt, alles, was man über sie erfährt, muss man sich nach und nach aus den Kapiteln zusammentragen, und so kann es durchaus passieren, dass man in den ersten Kapiteln, auf den ersten 50,60,70 Seiten, noch nicht so genau weiß, wie man die Menschen, die man hier vorgestellt hat, priorisieren und in Beziehungen zu setzen hat. Dass man am Ende aber eben doch durchblickt, ist das, was an diesem Roman so kunstvoll ist.Weiter begeisternd ist das Spiel, das Shalev mit ihrem Lesern spielt. Es gibt z.B. eine Szene, in der Atara nach dem Tod ihres Mannes Alex mit der Tochter aus erster Ehe, die sich in Amerika befindet, telefoniert. Diese spricht zwar ihr Beileid aus, hat aber sichtlich keine Empathie für die Mutter und ihre Situation. Und während man am Anfang dieser Szene meint, dass Shalev eine außerordentlich schlechte Beschreibung dieses Mutter-Tochter-Dialogs liefert, wird man bemerken, dass die Unkenntnis der Tochter über die Lage der Mutter erzählerisch genau so gewollt war. Denn auch Atara ist entsetzt über die Reaktion ihrer Tochter, kann damit nichts anfangen. Und auf einmal ist man beklommen bei der Lektüre dieses Textes und fast ein wenig traurig, weil man mitfühlt, wie es der Mutter nun zu gehen scheint, weil sie von ihrer Tochter so enttäuscht ist. Dass es vorrangig die negativen Gefühle sind, die von den Protagonisten auf die Leser überschwappen, muss man auszuhalten wissen. Doch was gibt es besseres als einen Roman, der es vermag, einen selbst zu berühren, als Figuren, die so plastisch und echt werden, dass man sie für real zu halten beginnt? Neben den Dialogen gelingen Shalev auch einige unschlagbare Situations- und Gefühlsbeschreibungen, und obwohl die Auseinandersetzung mit Ataras Trauer sehr lange geraten ist, kann man am Ende des Romans vielleicht nur aufgrund dieser Ausführlichkeit die finale Entscheidung der Hauptfigur nachvollziehen.Starker Tobak also, viel vereint in diesem Roman, der absolut lesenswert und hochinteressant ist. Eine Autorin, von der man schon viel gehört hat und hoffentlich noch einiges hören wird, legt einen Roman vor, der noch eine ganze Weile präsent sein wird in seiner düsteren und packenden Wucht und hoffentlich viele Leser finden wird.
Stephanie Müller 24.06.2023 amazon.de
Die erste Hälfte des Buches ist toll, wenn man sich langsam an die unwillkürlichen Zeitenwechsel, die Namen und die hebräischen Ausdrücke gewöhnt hat.Aktuelle Familien-Beziehungsprobleme von zwei sympathischen, modernen Frauen in verschiedenem Alter in Israel.Jede hat ihre eigene Geschichte, die sich aber im Laufe der Lektüre überkreuzen.Die Autorin (und Übersetzerin) fesseln durch die sehr emotionale Story.Viele Textstellen habe ich mir mehrfach durchlesen müssen, um sie mir zu merken.Berührend, wie ich mich bei manchen Gefühlen der Frauen selbst erkannte…Interessant die Geschichte der Entstehung Israels mit diesem Buch kennen zu lernen.Leider kommen im Laufe der Geschichte immer mehr Texte aus dem Alten Testament oder der Thora vor.Im letzten Viertel war mir das Buch irgendwie zu schwermütig, dramatisch und religiös.Schade, so spricht es wahrscheinlich eher Menschen an mit Vorkenntnissen.
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