Vor kurzem las ich das BuchKöstliches und Kostbares der Autorin Maryse Condé, dieses Buch machte mich neugierig auf ihr Leben und auch auf das ihrer Großmutter Victoire, so war es naheliegend auch die vorigen Bücher der Autorin in die Hand zu nehmen.Maryse Condé erzählt vom Leben ihrer Großmutter, die kurz nach Ende der Sklaverei in Guadaloupe geboren und aufgewachsen ist,Victoires Mutter starb 14-jährig bei ihrer Geburt und so wird das Kind von ihrer eigenen Großmutter Caldonia aufgezogen, die dem Kind anders als ihren eigenen mit grenzenloser Liebe und Fürsorge begegnete. Victoires Vater ist unbekannt, ihre glatten Haare, die helle Haut und Augen, lassen allerdings auf einen weißen schließen, das Kind spricht nicht viel und lässt selten erahnen, was es fühlt, umso intensiver sind seltene Gefühlsausbrüche, z.B. als sie das erste Mal Musik aus einem Grammophon hört, von der sie nicht genug bekommen kann, als Folge dieses Erlebnisses schenkt Caldonia ihr eine Spieluhr, die sie fortan überall mit sich nimmt.Diese Begebenheit beschreibt Victoire eigentlich ziemlich genau, sie ist immer still, sanft und Bescheiden, bis ihr etwas wirklich wichtig ist, dann setzt sie sich durch.Maryse Condé erzählt in ihrem aufwendig recherchierten Buch auch über die Kluft zwischen den Menschen verschiedener Abstammung, die verwirrende Vielfalt ist schwierig auseinander zu halten ebenso wie die Beziehungen untereinander, ich hatte meine Schwierigkeiten damit zu verstehen, wer nun aus welchem Grund glaubte gesellschaftlich über jemand anderen zu stehen. Sogar innerhalb der Familien gibt es diese Standesunterschiede, so wächst Victoire erst in ärmlichsten Verhältnissen bei ihrer Großmutter auf um noch als Kind zu einer Verwandten in Dienst geschickt zu werden um dort im Haushalt zu helfen und als Gegenleistung den Schulbesuch ermöglicht zu bekommen, doch außer einem Leben voll harter Arbeit bekommt sie nichts, Victoire hat niemals eine Schule besucht.Wir erfahren auch von Victoires Beziehung zu ihrer eigenen Tochter Jeanne, die im Gegensatz zu ihrer Mutter die Schule besuchen kann und Lehrerin wird, Victoire ist stolz auf ihre geliebte Tochter und ist doch unfähig diese Liebe mit Worten auszudrücken, also kocht sie für sie all die fantastischen Gerichte, für die sie in der Gesellschaft berühmt ist.Dieses Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, eine Mischung aus Tatsachen und Vermutungen, teils Sachbuch, teils Roman, aber lässt man sich darauf ein ist es durchaus interessant. Eines hat mir allerdings gar nicht gefallen, auf fast jeder Seite gibt es Fußnoten zur Begriffserklärung, das stört den Lesefluss und es wäre mir lieber gewesen diese Begriffserklärungen in den Text einfließen zu lassen.
Was zum Teufel war das? Und was für einer literarischen Gattung gehört dieses Buch an? Es gibt Romanelemente, Sachbuchelemente und dann wieder schreibt die Autorin, was sie vermutet. Genauso ein Wirrwar ist die Handlung, keine Stringenz, einfach nur gruselig. Ein maximal uninteressanter und nicht mitreißender Schreibstil. Die Figuren haben keine Tiefe und sind ein einziger Klumpatsch, so wie der Rest des Buches ebenfalls.FazitEcht schlecht.