Kehlmann, Daniel: F
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Gegenwartsliteratur EAN 9783499249273

Kehlmann, Daniel: F

Hersteller: Rowohlt  ·  MPN: 1062999
4,6/5 (5 Bewertungen)
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 10:22 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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Rowohlt
EAN
9783499249273
Hersteller-Artikelnr.
1062999
Kategorie
Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

Es ist der Sommer vor der Wirtschaftskrise. Martin Friedland, katholischer Priester ohne Glauben, trifft sich mit seinem Halbbruder Eric. Der hochverschuldete Finanzberater hat unheimliche Visionen, teilt davon jedoch keinem etwas mit. Schattenhafte Männer, sogar zwei Kinder warnen ihn, nur: Gelten diese Warnungen wirklich ihm, oder ist sein Zwillingsbruder Iwan gemeint, der Kunstkenner und Ästhet? Daniel Kehlmann erzählt von drei Brüdern, die - jeder auf seine Weise - Betrüger, Heuchler, Fälscher sind. Sie haben sich eingerichtet in ihrem Leben, doch plötzlich klafft ein Abgrund auf. Ein Rom

Bewertungen & Erfahrungen

4,6 von 5
5 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 12.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein fantastisches und packendes Leseerlebnis, das mich von Anfang bis Ende fesselte. Die Geschichte ist hervorragend geschrieben und sehr spannend.
Redaktion 12.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein fantastisches Leseerlebnis, das mich tief in die Geschichte eintauchen lässt und mich begeistert. Die Darstellung der Charaktere ist hervorragend und die Geschichte fesselt von Anfang bis Ende.
Redaktion 12.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Gut!
Thomas Brasch 14.03.2024 amazon.de
Angesicht der sehr geteilten Rezensionen hier, habe ich meine Begeisterung bei der Lektüre des Romans erst einmal ein paar Tage abebben lassen. Doch auch nach diesen Tagen bin ich noch immer sehr verwundert über die doch herben Urteile (konstruiert, blutleer, wenig durchdacht, banal, lauwarm).F ist für mich gute Literatur im besten Sinne. Nicht mehr und nicht weniger. Es hat alles, was ich von einem lesenswerten Roman erwarte: bleibende Szenen im Kopf, gut skizzierte Figuren, die ich mir weiter ausmalen kann, erzählerische Spannung und geistreiche Anspielungen. Es menschelt zudem sehr vielfältig und dreht sich viel um die Frage, wie sehr wir Herr über unser Schicksal sind.Viele Süchte unserer modernen Gesellschaft werden behandelt. Zum einen unsere unstillbaren Begierden nach individueller Bedeutung, Attraktivität, gesellschaftlicher Anerkennung, nach Macht und Einfluss. Und zum anderen jene Süchte, die oftmals aus der Nichterfüllung der erstgenannten entstehen: Fresssucht, Spielsucht, Sexsucht.Der Spannungsbogen der Erzählung entwickelt sich auch aus den zwar schicksalhaft beeinflussten doch überwiegend selbstgewählten Lebenswegen aller Protagonisten. Alle sind überdurchschnittlich begabt und von Kindheit an bestens ausgestattet, um ein erfüllendes Leben zu leben. Doch alle sind zugleich auch unersättlich und maßlos in ihren Ansprüchen an das Leben. Besonders die Brüder sind eine schöne Allegorie auf unsere herrschenden Ansprüche an Selbstverwirklichung. Sie illustriert unser gesellschaftliches „Leiden auf hohem Niveau“, das aus unserer individuellen Selbstüberschätzung resultiert. Die Fähigkeit, persönliches Mittelmaß zu akzeptieren und dennoch zufrieden mit dem zu sein, was man erreichen kann, ist uns offenbar mehr und mehr abhanden gekommen.Unerträglich wird es für viele mit der Erkenntnis zu leben, dass unsere Existenz letztlich für den Gang der Dinge bedeutungslos ist – gleichgültig was wir tun. Der Vater der Brüder vertritt diesen Individual-Nihilismus. Nachdem er sich dazu bekennt, lebt er fortan ganz gut damit. Doch auf sein moralisches Konto gehen zwei verlassene Frauen, drei verlassene Söhne und einige verzweifelte Seelen, die sich nach der Lektüre seines Erfolgsromans das Leben nehmen. Das macht ihn in einer bigotten Wertegesellschaft zur Persona non grata.Ich fand also vieles in F was mich berührt, mich beschäftigt, mich nachdenklich macht. Und ich wurde bestens unterhalten.Nachtrag: An F wird mir einmal mehr deutlich gemacht, dass sich die Kultur der Rezensenten bei Amazon offenbar wandelt. Einerseits steigt offensichtlich das Bedürfnis, Bücher zu verreißen. Das ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, doch die relative Zunahme verwundert mich. Ich selbst komme nur in sehr seltenen Fällen dazu, ein enttäuschendes Buch auch noch zu rezensieren. Doch weit mehr - sicher auch, weil ich betroffen war - nimmt offenbar das Bedürfnis zu, Bewertungen und Rezensionen, die der persönlichen Einschätzung entgegen stehen, aktiv mit nicht hilfreich negativ zu bewerten. Dies kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und finde ich eine bedenkliche Entwicklung. Das ist doch nicht der Sinn der "nein"-Funktion. Zumindest käme ich nie auf die Idee, eine Rezension als nicht hilfreich zu bewerten, nur weil sie das Buch anders bewertet als ich. Das ist für mich nur dann legitim, wenn jemand die Rezensionsfunktion bewusst missbraucht. Aber vielleicht habe ich da was falsch verstanden. Mir macht es auf jeden Fall immer weniger Vergnügen, Rezensionen zu veröffentlichen.
Robert Fischer 14.03.2024 amazon.de
Es gibt Bücher, die beeindrucken einen mehr, als dass sie einen zu faszinieren vermöchten – und das hier ist so eines. Dass die Kritik darauf zwischen höchsten Elogen und schmählichsten, zum Teil tief unter die Gürtellinie reichenden Verrissen schwankt, als gäbe es nichts dazwischen, dürfte genau damit zu tun haben: Kehlmann führt seine Erzählkunst vor wie ein Taschenspieler, dessen Hände souverän agieren, während sein Blick zu signalisieren scheint: "Try to figure it out." Das beeindruckt viele und provoziert andere – mich hat das Buch (nach Anfangsschwierigkeiten mit Herrn Lindemann auf den ersten 50 Seiten) gut unterhalten, teils amüsiert und vielfach inspiriert. Das ist nun wahrlich schon eine ganze Menge – wirklich begeistert haben mich allerdings zuletzt Clemens Meyers Erzählungen "Die Nacht, die Lichter". Da hat man den Eindruck, da schreibt einer, weil er muss – bei Kehlmann hat man immer den Eindruck, der schreibt, weil er kann. (Allerdings sollte man auch Meyers keineswegs naive Erzählkunst nicht unterschätzen: Der Mann weiß schon auch, was er da macht, wenn er schreibt.) Aus der Wertschätzung dieses oder jenes Autoren nun aber eine Glaubensfrage zu machen, ist nicht mein Ding: Kann man nicht beide lesen: und zwar gern? Spannend bleibt es ohnehin, abzuwarten, wie sich beide entwickeln werden: Wenn Clemens Meyer erst mal, was zu erwarten ist, alle nennenswerten Preise abgeräumt hat, wird auch er Hass, Neid und Missgunst überstehen müssen, die in diesem Land offenbar jedem Erfolgreichen früher oder später entgegenschlagen. Daniel Kehlmann aber traue ich die Ausdauer und Gelassenheit zu, die Genialität seiner frühen Jahre zu überleben. Oder wie Thomas Mann das in seinem Essay über Adelbert von Chamisso formulierte: "Man kann nicht immer interessant bleiben. Man geht an seiner Interessantheit zugrunde oder man wird ein Meister."
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