Joseph Weizenbaum, der mit seinem Programm »Eliza« Computergeschichte schrieb, ist seit vielen Jahren als Kritiker unreflektierter Computereuphorie bekannt. In seinen Aufsätzen zeigt er die Kontexte auf, in denen Computer entwickelt und verwendet werden, und verweist dabei auf die enge Verknüpfung mit der militärischen Forschung. Er kritisiert die Allmachtsphantasien der Theorien der Künstlichen Intelligenz und fordert eine Kultur der Verantwortung des Wissenschaftlers für seine Arbeit. Die hier versammelten Aufsätze bringen die in der öffentlichen Debatte oft verschwiegenen Kontexte, Probleme und Schwächen der neuen Medien- und Internetwelt ans Licht. Sie machen Mut zum kritischen und eigenverantwortlichen Umgang mit den neuen Technologien im Computerzeitalter.
Bewertungen & Erfahrungen
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6 Bewertungen
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Redaktion03.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine faszinierende und tiefgründige Auseinandersetzung mit der Geschichte der Computer und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen, die mich begeistert. Weizenbaums Perspektive bietet eine unschätzbare kritische Sicht auf die oft überzogenen Spekulationen um die Computermacht.
Redaktion03.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Werk ist eine absolute Pflichtlektüre für alle, die sich mit der Geschichte der Computer und ihrer gesellschaftlichen Implikationen auseinandersetzen möchten; Weizenbaums Perspektive ist tiefgründig und zutiefst inspirierend.
Joseph Weizenbaum ist ein Mensch der sich sein Leben lang mit Computern und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen beschäftigt hat. Seine Bücher sind interessant zu lesen und werfen eine Menge Fragen auf mit denen man sich beschäftigen sollte wenn man sich für das Leben und das Menschsein interessiert.
„Computermacht und Gesellschaft – Freie Reden“ ist ein bei Suhrkamp im Jahre 2001 erschienenes Buch vom deutsch-amerikanischen Mathematiker und Informatiker Joseph Weizenbaum (1923-2008) indem er u. a. die Kehrseite der Informationsgesellschaft und die Rolle des Menschen darin beleuchtet. Ein für ihn bezeichnendes Zitat lautet „Wir wissen nicht, wohin die Reise geht; wir wissen nicht einmal: Who is driving?“Weizenbaum zufolge enthält das Internet keine Informationen. Es ist vergleichbar mit einem Müllhaufen, in dem sich auch Perlen befinden können, die aber, mit der entsprechenden Kompetenz, erst als solche erkannt werden müssen. Das Internet ist keine „Wissens-Explosion“ sondern eine „Quatsch-Explosion“.Gedanken eines Technikbanausen, eines Fortschrittverweigerers oder Pessimisten? Weit gefehlt! Joseph Weizenbaum (1923-2008) war ein Pionier der Informationstechnologie am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Bereits 1963 schrieb er die erste E-Mail. 1966 entwickelte er ein Spracherkennungsprogramm (Eliza), das Computergeschichte schrieb. Eine abgewandelte Form dieses Programms (Doctor) simulierte die Gesprächssituation mit einem Psychologen. Weltweit waren Psychiater ernsthaft der Meinung, die Psychoanalyse mit dieser Software automatisieren und dadurch effizienter gestalten zu können. Weizenbaum erschütterten derartige Reaktionen und dieses Schlüsselerlebnis veranlasste ihn dazu, die Verwendung der modernen Technik, die Verantwortung des Wissenschaftlers und die Rolle der Computer innerhalb der Gesellschaft kritisch zu reflektieren.Auf erstaunlich einfache und eindringliche Weise gelingt es Weizenbaum auf überschaubaren 139 Seiten selbstverständliche Fakten in Frage zu stellen. Eine seiner Hauptthesen ist, dass Computer keine Informationen enthalten. Er ist der Ansicht, dass der Computer lediglich Signale übermittelt, die von uns Menschen interpretiert werden müssen. Interpretationen sind u. a. beeinflusst durch Lebenserfahrung und kulturelle Aspekte. Die Maschine Computer kann lediglich anhand von Algorithmen entscheiden und ist nicht in der Lage, diese Aspekte zu berücksichtigen. Signale sind für den Computer absolut bedeutungslos. Nun fragt sich der aufmerksame Leser, ob diese Erkenntnisse denn neu seien? Gewiss nicht. Jedoch entlarvt Weizenbaum hinter der Begeisterung für technische Innovationen eine gedankenlose Computergläubigkeit, welche kritische Einwände vergessen lassen.Beim Stichwort Gläubigkeit wird man in diesem Buch ebenfalls fündig. Der Autor bezeichnet die Naturwissenschaften als Weltreligion. Es gibt Novizen, Priester, Bischöfe und Kathedralen. Der Vergleich ist durchaus nachvollziehbar in Anbetracht der Religionsgläubigkeit in den Zeiten vor der Aufklärung. Die Früchte der modernen Technologie lösen weltweit Staunen, Verlangen und Abhängigkeit aus. Doch während sich die Triumphe der modernen Technik häufen, wird die Möglichkeit des Verständnisses derselben immer undurchschaubarer und abstrakter. Dies verleiht den Priestern übersteigerte Macht und Autorität.Stellen auch sie gelegentlich fest, dass eine funktionierende Welt ohne Computer in heutigen Zeiten kaum vorstellbar scheint? Spüren Sie eine gewisse Ohnmacht in Gedanken an die fortschreitende Entwicklung und den daraus resultierenden Konsequenzen für den menschlichen Geist? Weizenbaum verfolgt mit seinem Buch nicht die Absicht eine düstere Welt und durch Maschinen versklavte Menschheit zu entwerfen. Ganz im Gegenteil bestärkt er die intellektuelle Kraft jedes einzelnen und macht klar, dass programmierte Computersysteme bloß Signale bereitstellen, die durch einen lebendigen und individuellen Organismus eine Information entstehen lassen. Es gelingt ihm den Geräten ihren Zauber und dadurch ihre Macht zu entreißen. Möchten auch Sie an den erfrischenden Gedanken eines verantwortungsbewussten Wissenschaftlers teilhaben, und erfahren, weshalb Computer in der Grundschule überflüssig sind und inwiefern die Informatiker den Krieg abschaffen können? Dann sollten Sie sich dieses kurzweilige Lesevergnügen nicht entgehen lassen.
Inhaltlich beschreibt dieses Buch wunderbar, wie verrückt und technikgläubig die Gesellschaft ist.Es ist an manchen Stellen etwas schwer zu lesen, aber ich kann es nur jedem empfehlen.Vielleicht sollte man es als Hörbuch rausbringen...
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.