Das Leben Meiner Mutter (German Edition)
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Klassiker EAN 9783548609126

Das Leben Meiner Mutter (German Edition)

Hersteller: List Taschenbuch  ·  MPN: 1066656
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Produktbeschreibung

»Wenn all meine Bücher vergehn - des Buch bleibt«, sagte Oskar Maria Graf über seinen 1940 erschienenen Roman. Er sollte Recht behalten: Das liebevolle, eindringliche Porträt seiner Mutter, die mit ruhiger Kraft ihre Familie zusammenhielt, gilt heute als sein Meisterwerk. Geboren 1857, gestorben 1934. Ludwig II., Bismarck, Hitler, der Krieg 1870/71 und der 1. Weltkrieg, die industrielle Revolution und die Weimarer Republik - Resl Heimrath verbrachte ihr Leben in einer Zeit voller Umbrüche. Von Kindheit an war ihr Alltag harte Arbeit und Mühe. Das änderte sich nicht, als sie den Bauernhof ihre

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 23.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Toller Roman
Dr. Friedrich Winterscheidt 22.05.2023 amazon.de
Oskar Maria Grafs Roman-Biographie "Das Leben meiner Mutter" ist eines der Immer-wieder-Bücher meines Lebens. Wenn man das inhaltlich voluminöse, aber handliche dtv-Taschenbuch noch auf die Schnelle, im letzten Augenblick zum Beispiel vor einer langweiligen Busfahrt in irgendeine Provinz, aus dem Regal holt, um unterwegs beschäftigt zu sein, ist nicht nur spannende Unterhaltung garantiert, und die Reise vergeht wie im Flug. Der in Berg am Starnberger See 1894 geborene Autor hat das Buch, weit über diesen Unterhaltungsaspekt hinaus, als das für ihn wichtigste Werk in seinem umfangreichen Schaffen bezeichnet, und es ist wohl auch objektiv, für den Leser, sein bedeutendstes.Graf stammte aus kleinbürgerlich-proletarischen Verhältnissen. Kindheit und Jugend verlebte er in Berg und rund um den Starnberger See, von wo aus er Zeitzeuge von vielfältigen, in der Retrospektive geradezu ungeheuerlichen gesellschaftlichen, ökonomischen, machtpolitischen Umbrüchen und Verwerfungen geworden war. Er wirft einen Blick zurück auf die Gründung des Deutschen Reiches, nach dem Krieg von 1870/71, und auf Bismarcks Kampf gegen die "Sozialisten" in der viel "größer" gewordenen, zum ersten Mal "gesamtdeutschen" Politik, in der der offensichtlich kranke Bayernkönig Ludwig II. (am Schauplatz des Romangeschehens) plötzlich nur noch eine Statistenrolle spielen durfte. Grafs Protagonisten im Roman um seine Mutter haben auch noch Ludwigs Lieblingscousine Sissy, die österreichische Kaiserin Elisabeth, und gelegentliche Stipvisiten Richard Wagners bei seinem geistig umnachteten Mäzen Ludwig, im scheinbar romantisch-idyllischen und ländlich-friedlichen Umfeld des Starnberger Sees miterlebt.Als Zeitzeuge authentisch erlebt der Autor noch dort, dann aber mehr und mehr im (vergleichsweise) großen München als Bäckergeselle und Gelegenheitsarbeiter den "Größenwahn" des Kaiserreichs unter Wilhelm II., die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs, dessen Ausbruch, qualvollen Verlauf, die revolutionären Ereignisse danach und das zunächst schleichende, dann unausweichliche Aufkommen der "nationalsozialistischen Bewegung" mit. Seine Schilderungen sind für jeden Leser, der sich für die (deutsche) Geschichte, auch seiner eigenen Herkunft, interessiert, von erregender Aktualität: so sind wir (auch zu dem, was wir heute sind) geworden, nicht nur in Bayern, sondern überall in Deutschland. Es ist, als mache man als deutscher Leser zum ersten Mal mit den bislang eher unter der Hand tradierten, weil auch unerfreulichen, Intimitäten der eigenen Familiengeschichte nähere Bekanntschaft. So nah ist uns das alles auch heute noch, daß man an manchen Stellen erschreckt an ein Déjavue-Erlebnis außerhalb der Buchdeckel glauben könnte.Dreh- und Angelpunkt des Romans ist, vor allem im ersten Teil, die Mutter des Autors, die ein entsagungsreiches, von Leid, Ängsten, Sorgen, Entbehrungen und Enttäuschungen aller Art geprägtes Leben führte, wie es wohl (wie wir heute wissen) den meisten Müttern dieser Umbruchsepoche in den Schoß gelegt worden war. Der Autor war sich offenbar nach und nach der Tatsache bewußt geworden, daß das Leben seiner Mutter getreulich nicht nur das Leben einer ganzen (Frauen-)Generation, sondern darüber hinaus, wie unter einem starken Mikroskop, eine Fülle von Verhaltensweisen und geistesgeschichtlichen Phänomenen einer zuendegehenden Epoche widerspiegelte. Er war später davon überzeugt, daß er das Leben seiner Mutter in allen bedrückenden Einzelheiten und Schmerzen reflektieren mußte, um nicht nur seine Herkunft und die Erfahrungen seiner Lebenszeit, sondern am Ende sich selbst, paradigmatisch, zu begreifen. Grafs Roman ist deshalb nicht zuletzt ein antifaschistisches, zutiefst pazifistisches Buch gegen jede Form von (allem voran häuslicher) Gewalt, weil es sich immer wieder dezidiert zur Gewaltlosigkeit bekennt. Und auch darum ist es ein zeitloser Klassiker.Der zu diesem Zeitpunkt bereits sehr bekannt gewordene Autor O.M. Graf, der sich schon kurz nach Hitlers "Machtergreifung", nämlich 1934, in deutlicher Form gegen den auftrumpfenden Nationalsozialismus zu Wort gemeldet hatte, wurde frühzeitig gezwungen, ins Exil zu gehen. Die Jahre bis zur Annexion Österreichs ins "Dritte Reich", 1938, verbrachte er in der danach ebenfalls bedrohten Tschechoslowakei. Von dort aus machte er, 1934, von den Sowjets eingeladen und finanziert, wie viele pazifistische, mittlerweile im Exil lebende und antifaschistisch orientierte, nicht nur deutsche Intellektuelle dieser Zeit, eine Informationsreise "mit Freunden durch einen Teil des sowjetrussischen Südens".Immer wieder auf dieser Reise wurde ihm bei Gelegenheiten, wenn auch scheinbar unvermittelt und plötzlich, das einfache Leben und Schicksal seiner alten Mutter "mit Sehnsucht und Rührung" bewußt. Als ob das Umfeld, auf dem er sich bewegte, etwas in ihm habe anklingen lassen, das auf ihre Lage Bezug genommen hätte. Auf dieser Reise hatte er in der Tat "unvergeßliche Eindrücke (gewonnen)... unvergleichliche soziale Einrichtungen, mächtige Industrieanlagen...einen erstaunlich lebendigen Riesenstaat kennengelernt", alles in allem scheinbar besonders herausragende Lebensumstände und Existenzbedingungen. Er befand sich daraufhin oft in einer "glücklich verwirrten, hingerissenen Stimmung", die auch nicht verging, als er später "nüchtern und beruhigt über alles nachdachte".Die sowjetische Wirklichkeit (und Propaganda) hatten offensichtlich deutliche Spuren in seinem Denken und Fühlen hinterlassen, ihn bereits erfolgreich indoktriniert und ihm so scheinbar einen Ausblick in ein Leben vermittelt, wie er es nicht zuletzt seiner eigenen Mutter ein Leben lang gewünscht hätte. In diese Stimmung hinein platzte dann allerdings, am 27. September, bei der Rückkehr ins Hotel in Moskau, die Nachricht vom Tod seiner Mutter daheim in Berg. In einem Brief hatte ihm sein Bruder nahegelegt, das Leben der Mutter in Zukunft als Parabel zu verstehen, denn "sie war eine tapfere Dulderin, eine Heldin der Arbeit". Unschwer sich vorzustellen, daß gerade diese Formulierungen dem Autor, im sowjetischen Moskau und als vor den Nazis ins Exil geflohener Autor um diese Zeit, wie ein Auftrag erschienen sein müssen, dem er sich dann auch über Jahre hinweg mit Energie und Hingabe angenommen hat. Das Buch ist im späteren Exil in den USA, 1940, zunächst in englischer Sprache erschienen und wurde 1945 als erstes Werk von O.M. Graf in deutscher Sprache vom Desch Verlag in München veröffentlicht. In der Rezeption wurde es als Aufruf zum Frieden in der Tradition Tolstois verstanden, gelegentlich aber auch dahingehend mißinterpretiert, den Autor eines latenten Hangs zum Kommunismus zu verdächtigen.Ob Graf erst während seiner Reise in die Sowjetunion, oder doch bereits früher, den schon 1907 in deutscher Sprache erschienenen Roman "Die Mutter" von Maxim Gorki (dessen Vita an manchen Stellen der des deutschen Bäckergesellen O.M. Graf so verblüffend ähnlich gewesen ist) kennengelernt hatte, und ob ihm dieser an der einen oder anderen Stelle Vorbild, Hinweis, Anregung gewesen ist, wird vom Autor selbst nicht thematisiert. Wenn ja, dann allein wohl in dem Sinne, daß Graf das Leben seiner Mutter ganz bewußt 1940 als Gegenentwurf zum teilweise ebenfalls biografischen Roman um die Mutter Gorkis konzipiert hat. Diese hatte sich in Gorkis Roman in den politischen Kampf des Sohnes indoktrinieren und integrieren lassen, um den Kampf schließlich sogar alleine fortzuführen.Graf hingegen hatte seiner Mutter ein Denkmal setzen wollen, dessen Substanz nicht durch revolutionäres Pathos, sondern allein durch tagtäglich, für ein ganzes Leben lang, gelebten Humanismus, durch Menschlichkeit, Nähe zur Familie und Nächstenliebe bestimmt war. Mit dem Begriff Revolution hatte sie schon 1918 nichts anfangen können, als der Autor selbst noch davon ausgegangen war, diesem verpflichtet zu sein. Aus der Retrospektive des Jahres 1940, in den USA, legte der Autor schließlich Zeugnis dafür ab, jetzt schon in historischer Retrospektive (der Krieg in Europa hatte eben angefangen und ein Ende war nicht abzusehen; es hatte sich jetzt auch erwiesen, daß beide Revolutionen, die deutsche wie die sowjetische, die in sie gesetzten Erwartungen nicht hatten erfüllen können), daß nicht er, sondern daß die Mutter mit ihrem Bekenntnis zur Menschlichkeit, nicht nur im privaten, sondern in historischem Kontext, allein recht gehabt hatte.Alles in allem: eines der ganz großen Bücher des vergangenen Jahrhunderts in deutscher Sprache, das zu anderen Zeiten sicher mit einem Nobelpreis für Literatur international gewürdigt worden wäre. Man sollte es unbedingt gelesen haben und im Übrigen, aus einer Reihe von Gründen, nicht nur bei langweiligen Busfahrten: immer griffbereit haben.
Artemisia 11 22.05.2023 amazon.de
Das Buch bekam meine Mutter von mir als Geschenk und sie war begeistert.Sie hat als Kind und Jugendliche am Starnberger See gewohnt und konnte sich mit vielem aus dem Buch gut identifizieren.
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