Fast jeder kennt heute die Drogeriemarkt- Kette DM. Es gibt davon vielleicht 500 Filialen, sowie auch der Name Rossmann, oder Douglas mit dem Angebot von hervorragenden Kosmetika, oder Reinigungsmitteln verbunden sind. Vor einigen Jahren erlebten wir den plötzlichen Untergang der Schlecker- Kette. Die Läden, die ich aus der Nähe kennenlernen konnten, waren zumindest am Schluss nicht mehr sehr ansprechend, teilweise sogar ein wenig schmuddelig. Die Filialleiterin musste selbst die Regale auffüllen und deswegen stand man manchmal Minuten an der Kasse und musste warten, wenn man seinen Einkauf bezahlen wollte. Ich dachte damals, vielleicht hat der Einbruch auch strukturelle Gründe.Ich verstehe von Verkauf, Marketing, Preisbildung, Kundengewinnung und Führungskonzeptionen, wenig, deswegen ist der In diesem Buch gewährte Einblick in das Wesen dieses Unternehmens für mich sehr interessant. Es werden im Laufe der Jahre einige Vorstellungen, wie ein Unternehmen zu führen ist, das „wie es alle machen“, über den Haufen geworfen. So gibt es seit rund 20 Jahren eine sehr flache, und nicht mehr pyramidenartig aufgebaute Unternehmensstruktur. Werner schult seine Mitarbeiter darin, nicht zu befehlen, sondern zu diskutieren und Verantwortung nach unten zu delegieren. Jeder Filialleiter/in trägt für seine Filiale die Verantwortung. Wenn etwas repariert werden muss, wenn eine Aktion nicht richtig läuft, dann muss der Filialleiter das erkennen und eigenständig Gegenmaßnahmen ergreifen.Manchmal gibt Werner auch zu dass er sich mit einer Unternehmung geirrt hat. Ich hörte einmal ein Gespräch mit dem Unternehmer Costallany. Er wurde gefragt was seine erfolgreichste Investition sei. Darauf erwiderte er, er habe sich einmal 20 Hemden schneidern lassen. Diese trage er schon 20 Jahre. Er betonte, dass jeder Unternehmer am meisten aus einer Pleite lernen kann. Jeder erfolgreiche Unternehmer muss das einmal durchgestanden haben.Dieses Buch ist eine Autobiografie, es ist die Darstellung einer etwas anderen Unternehmenskultur als man sie anderswo in großen Handelsketten beobachten kann. Bei meinem Discounter habe ich einmal beobachtet, dass der Gebietsleiter die Anweisung gab, ein Regal zu räumen und die darin befindlichen Waren, zwei Regale weiter rechts zu plazieren. Einige Wochen später kam ein anderer Kollege, der ließ die Mitarbeiterin die Waren wieder von rechts auf die linke Seite räumen. Ich meinte die Mitarbeiterin die Faust ballen zu sehen, aber sie ließ sich nichts anmerken, und räumte die Waren um.Große Ketten, wie EDEKA oder Lidl, Schlecker, Rossmann, DM, Aldi, nicht zu vergessen, sind alle in einem Zeitraum von etwa 40 Jahren entstanden. Aus meiner Jugend erinnere ich mich an eine kleine Drogerie, die hatte vielleicht eine Fläche von 60qm, dahinter gab es ein kleines Fotostudio wo Passbilder gemacht wurden. Der Chef stand selber an der Theke und bediente und hatte zeitweise eine Bedienung, die aushalf.Kürzlich suchte ich in einem Drogeriemarkt eine Lotion in einer blauen Flasche, die immer in der ersten Reihe, nahe am Eingang gestanden hatte. Ich bin durch den ganzen Laden geirrt, ich habe alles zweimal durchsucht. Schließlich fragte ich eine Angestellte und sie konnte mir mitteilen, dass das gesuchte Produkt nun in der allerletzten hintersten Ecke des Ladens aufgestellt ist.Manchmal führen die Anweisungen von Verantwortlichen, nicht unbedingt zu Verbesserungen für den Kunden. Ich hoffe, dass das Produkt bis zu meinem nächsten Besuch in dem Drogeriemarkt, nicht wieder an eine andere Stelle geräumt wird.Dies ist ein interessantes Buch eines vielseitigen Unternehmers und Menschenfreundes.